Erkenntnisse nach „schlaflosen Nächten“

Vetter: Trotz Bänderverletzung Hoffnung auf Einsatz

+
Maik Vetter (rechts) hatte sich im Duell mit Mannheim (links: Kevin Conrad) eine Bänderverletzung im Fuß zugezogen und war seitdem bei „R2comSport“ in Neu-Isenburg in Behandlung. Am Sonntag will er in Völklingen gegen Saarbrücken wieder spielen.

Offenbach - Die Verarbeitung der 0:1-Pleite gegen Waldhof Mannheim beschäftigt die Spieler der Offenbacher Kickers auch noch drei Tage vor dem nächsten Topspiel am Sonntag (15 Uhr/Sport1) in Völklingen beim 1. FC Saarbrücken. Von Jörg Moll

„Du brauchst normal eins, zwei Tage, um den Schalter umzulegen, das ist dieses Mal anders“, räumt OFC-Angreifer Maik Vetter ein. Maik Vetter wirkt nachdenklich, der Blick schweift ständig umher. Dieses 0:1 gegen Waldhof Mannheim und der Verlust des zweiten Tabellenplatzes haben eine bislang so gute Saison urplötzlich in ein völlig anderes Licht gestellt.

Das beschäftigt ihn wie alle seiner Offenbacher Mannschaftskollegen nachhaltig. „Ich hatte einige schlaflose Nächte“, sagt der 26-Jährige: „Man macht sich Vorwürfe, fragt sich, wo du was hättest besser machen können.“ Auch der gegen Ende des vergangenen Jahres verspielte klare Vorsprung kommt wieder in Erinnerung. „Wenn wir schlecht gestartet wären und hätten jetzt 63 Punkte, wäre eine Rieseneuphorie da, so aber ist es sehr unglücklich gelaufen“, räumt Vetter ein.

Die Erkenntnis, die der mit zehn Toren zweitbeste Torschütze der Kickers nach Dren Hodja (13) für sich gewonnen hat, klingt nach nur einem Punkt aus den letzten drei Heimspielen erst mal seltsam. „Aber hier in diesem Verein ist sehr viel Gutes entstanden. Wir sind auf dem richtigen Weg. Mit Kontinuität wird er zum Erfolg führen“, meint Vetter: „Von daher finde ich es auch gut, dass 15 Spieler einen Vertrag über die Spielzeit hinaus haben.“ Er gehört auch zu diesem Kreis, sein Vertrag endet im Sommer 2019. Der Stürmer reflektiert auch über die Besonderheiten der Mannschaft. „Wir haben hier keinen, der herausragend ist, der in seiner Karriere große Erfolge gefeiert hat. Wir kommen immer nur über die Gemeinschaft - und die ist bei uns etwas ganz Besonderes.“ Als Beleg dafür führt er den für Freitag angesetzten Mannschaftsabend an.

Bilder: OFC empfängt Mannheim zum Spitzenspiel

Doch Vetter beschäftigt nicht nur die Aufarbeitung der Vergangenheit, er sinniert auch über die Lerneffekte. „Wir müssen das, was wir gut können, noch besser machen“, glaubt er. Auch zum Thema Verstärkungen hat er eine klare Meinung. „Spieler, die die Qualität heben, tun einer Mannschaft immer gut“, sagt er: „Aber dazu muss man auch die Brieftasche aufmachen.“

An die Besonderheiten des Offenbacher Umfelds hat sich Vetter, der seit 2014 beim OFC unter Vertrag steht und somit die Nummer fünf unter den dienstältesten Profis des Kaders ist, längst gewöhnt. „Es ist hier einfach so, dass heute alles gut ist und morgen alles scheiße“, meint der angehende Bankkaufmann: „Das ist das Besondere des Vereins, vielleicht sogar das, was ihn ausmacht.“ So erkläre sich eben auch, dass zum Spitzenspiel eines Viertligisten mehr als 13.000 Zuschauer kommen. „Das genießt man als Spieler unheimlich. Aber ab und zu würde ich mir doch etwas weniger Schwarz und Weiß wünschen, Grau müssen wir auch mal akzeptieren“, meint Vetter. Als ganz wichtig empfindet er es, „dass Ruhe im Verein herrscht - und der komplette Verein hinter Mannschaft und Trainer stehen“.

OFC zu Gast bei Eintracht Stadtallendorf: Fotos

Nach den vielen emotionalen Momenten nach dem Mannheim-Spiel will Vetter, der am Samstag umgeknickt war und sich dabei eine Bänderverletzung am Knöchel zuzog, die Mannschaftstraining bislang nicht zuließ, den Blick wieder auf Sonntag richten. „Ich will unbedingt mitspielen“, sagt er und fordert von sich und seinen Teamkollegen: „Solange eine kleine Chance besteht, müssen wir sie ergreifen.“ Bereits am Samstag (14 Uhr) spielen die Konkurrenten SC Freiburg II (4. Platz/62 Punkte) bei den Stuttgarter Kickers) und Waldhof Mannheim (gegen Schott Mainz). Jeder Patzer der Rivalen dürfte neue, zusätzliche Motivation verleihen. „Ich hoffe einfach auf ein gutes Spiel auf hohem Niveau“, sagt Vetter: „Wir wollen die letzte Möglichkeit nutzen, gegen ein Team der Top vier zu gewinnen.“ Im Hinspiel hatte der OFC nach 1:0-Führung gegen die Saarländer mit 1:2 verloren. Gegen Mannheim (0:2/0:1) und Freiburg II (1:5/0:0) sprang ebenfalls kein Sieg heraus. „Es sind Kleinigkeiten, die in solchen Spielen den Unterschied ausmachen“, meint Vetter. Und am Sonntag sollen die Kleinigkeiten zugunsten des OFC sprechen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare