Kickers-Zugang will Verantwortung übernehmen

Marcel Gebers: Experte für Spiele gegen Kassel

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Marcel Gebers (rechts) stieg 2013 mit Holstein Kiel in die 3. Liga auf. In den Aufstiegsspielen gegen Hessen Kassel war der Innenverteidiger mit einem Tor und einer Vorlage maßgeblich am Erfolg beteiligt.

Offenbach - Mit Hessen Kassel verbindet Marcel Gebers ganz besondere Erinnerungen. Der Zugang der Offenbacher Kickers stieg mit Holstein Kiel 2013 nach zwei Siegen gegen Kassel in die 3. Liga auf. Am Freitag (19 Uhr) feiert er seinen Pflichtspieleinstand für den OFC - in Kassel. Von Jörg Moll

Die Offenbacher Kickers haben zuletzt mit Kassel keine guten Erfahrungen gemacht. Vergangene Saison schieden sie im Hessenpokal-Viertelfinale aus, im letzten Auswärtsspiel der Regionalliga-Saison gab es ebenfalls ein 0:1. Mit „Kassel-Experte“ Gebers, der 2013 in den Aufstiegsspielen im Hinspiel das 2:0 vorbereitete und beim 2:1 in Kassel das Siegtor erzielte, soll das anders werden. „Das ist eine Herkulesaufgabe“, meint der 29-Jährige: „Aber wir wissen, wie wichtig ein guter Start ist.“

Dass Gebers eineinhalb Wochen vor Saisonbeginn seine Unterschrift unter einen Jahresvertrag setzte, bezeichnete OFC-Trainer Rico Schmitt als „Kraftakt“. Vier Wochen lang stand er mit dem Verteidiger in Kontakt. „Die Gespräche haben mich überzeugt“, sagt Gebers, der Angebote aus der 3. Liga ausschlug. Konkret interessiert war Erzgebirge Aue. „Aber da hat mein Bauchgefühl gesagt, dass das nicht passt.“ Umso wohler fühlt sich der 1,89 Meter-Hüne in Offenbach, auch wenn er noch im Hotel lebt. „Ich bin überragend aufgenommen worden.“ Auch der Fan-Tag auf dem Wilhelmsplatz machte Eindruck: „Ich habe das so noch nicht erlebt, in Kiel war das immer in einem Einkaufszentrum.“

Der 29-Jährige ist die sehnlichst gewünschte Verstärkung im OFC-Deckungszentrum. „Wir brauchten diese Routine“, erklärt Schmitt. Mit Thomas Franke (27/zuletzt TSG Neustrelitz) und Gebers hofft der OFC-Coach, die Verluste von Giuliano Modica (Dynamo Dresden) und Marcel Wilke (Vertrag ausgelaufen) zu kompensieren. „Wir könnten ein gutes Paar werden“, war Gebers nach dem 1:1 gegen RCD Mallorca vom Zusammenspiel angetan. Bei der Generalprobe der Kickers zeigte Gebers gleich, was von ihm zu erwarten ist: Zweikampfstärke, Übersicht - und Führungsanspruch. „Ich spiele im Zentrum, da muss man Verantwortung übernehmen“, meint er. Körperlich muss er aufholen. Im Sommer trainierte er nur wenige Tage beim Hamburger SV II und beim VfL Osnabrück.

Bilder zum Teamfoto-Shooting beim OFC

Eine weitere Qualität will Gebers auch beim OFC gewinnbringend einsetzen. In 137 Regionalligaspielen für den VfB Lübeck (2008 bis 2012) und Kiel hat er 21 Tore erzielt. In der 3. Liga war er in 47 Einsätzen fünfmal erfolgreich. Bis zu seiner Achillessehnenverletzung im Herbst 2014 war er in Kiel gesetzt. Im Juni trennten sich nach dem Last-Minute-Scheitern in der Relegation zur 2. Liga gegen den TSV 1860 München (0:0/1:2) die Wege. „Ich habe eine neue Herausforderung gesucht“, sagt er. In Offenbach hat er sie gefunden.

„Die Mannschaft hat Bock auf Training und auf die Saison“, hat Gebers registriert und lebt Optimismus vor: „Ich will mit dem OFC die Liga rocken und nochmal in die 3. Liga aufsteigen.“ Die Glücksgefühle, die er mit Kiel einst gegen Kassel hatte, will er in Offenbach wieder erleben. Ein Sieg in Kassel wäre ein erster Schritt auf dem langen Weg zu diesem Ziel.

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