„Saison kann für uns noch positiv enden“

Röser geht optimistisch ins „Duell der Enttäuschten“

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Martin Röser

Offenbach - Drei Partien war Martin Röser nach einer Roten Karte gesperrt. Im ersten Spiel nach seiner Rückkehr verloren die Offenbacher Kickers in Bahlingen 1:4. Von Christian Düncher 

Vor dem „Duell der Enttäuschten“ am Sonntag (14 Uhr) gegen den 1.FC Saarbrücken äußert sich der 25-jährige Angreifer zur Situation beim OFC.

Martin Röser, in der Regionalliga Südwest lief es zuletzt nicht rund. Aber im Hessenpokal gelang ein souveränes 7:0 in Oberliederbach. War das bloß ein Pflichtsieg oder eine Befreiung?

Von einer Befreiung kann man da, glaube ich, nicht reden. Ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass wir gewinnen, auch weil die Leistungen davor durchwachsen waren. Wären wir mit fünf Siegen in Folge angetreten, hätte eventuell die Gefahr bestanden, den Gegner zu unterschätzen. Wir waren aber gewarnt, da wir zuletzt einen Knick hatten. Zudem hatten wir unter der Woche gut trainiert.

Es war davon die Rede, dass Trainer und Mannschaft den Resetknopf gedrückt haben. Was ist darunter zu verstehen?

Dazu kann ich im Detail nichts sagen. Es war aber klar, dass etwas passieren musste, nachdem wir zum zweiten Mal hoch verloren hatten – und dann auch noch bei einem Aufsteiger. Ich denke, wir haben die richtigen Schlüsse gezogen.

Haben Sie inzwischen eine Erklärung für die schwache Phase mit nur fünf Punkten aus sechs Spielen und 3:12 Toren?

Wir haben uns natürlich darüber unterhalten. Den einen Hauptgrund gibt es aber nicht. Wir haben versucht, an allen Stellschrauben zu drehen. Aber auch das klappt nicht immer. Es wäre zu einfach, es auf die vielen Verletzungen und Sperren von Spielern zu schieben. Das machen wir auch nicht. Trotz der Ausfälle stand in Bahlingen eine Kickers-Mannschaft auf dem Platz, die in der Lage sein müsste, jeden Gegner in dieser Liga zu schlagen.

Sie haben die vielen Sperren angesprochen. Mangelt es der Mannschaft an Disziplin?

Das würde ich nicht sagen. Aber die Platzverweise kann man alle geben. Vor allem der gegen mich in Trier war absolut gerechtfertigt. Der sportliche Negativlauf hängt damit sicher zusammen. Aber es sind viele Kleinigkeiten, die da eine Rolle spielen.

Sie hatten einige Wochen Zeit, über Ihren Platzverweis bei der 0:6-Pleite in Trier nachzudenken. Wie beurteilen Sie die Aktion rückblickend?

In diesem Spiel lief einfach alles daneben. Das Foul war eine völlig übertriebene Aktion, dessen war ich mir direkt bewusst. Es ist aber auch klar, dass es nicht meine Art ist, so einzusteigen.

Inwiefern überrascht es Sie, dass das Spiel zwischen Meister Offenbach und Vizemeister 1.FC Saarbrücken nun eine Art „Duell der Enttäuschten“ ist?

Man sagt ja, dass alle Relegationsteilnehmer, die den Aufstieg verpasst haben, in der nächsten Saison Probleme bekommen. Das war zumindest bei Hessen Kassel und den Sportfreunden Lotte so. Wir wollten zeigen, dass es auch anders geht. In den ersten fünf Spielen der Saison ist uns das ja auch gelungen. Zuletzt hatten aber Saarbrücken und wir in der Tat Probleme. Von einem Duell der Enttäuschten würde ich dennoch nicht reden. Das ist immer noch ein reizvolles Duell. Unsere Ausgangslage ist zwar nicht gut, aber wir sind immer noch in Schlagdistanz zur Spitze.

Bilder vom vergangenen Heimspiel gegen Saarbrücken

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Beim OFC fehlen die gesperrten Gjasula und Theodosiadis, beim 1. FC Saarbrücken Okoronkwo und Chrappan. Wie beurteilen Sie vor diesem Hintergrund die Ausgangslage?

Der 1.FC Saarbrücken hat sportlich eine ähnliche Situation wie wir. Aber ich glaube, dass sie noch mehr Druck verspüren, weil aufgrund der Tatsache, dass da viel Geld investiert wird, eher aufsteigen müssen. In der vergangenen Saison waren das packende Duelle, vor allem das Hinspiel. Obwohl wir dort nur einen Punkt geholt haben, war das ein geiles Gefühl.

Wie beurteilen Sie das Restprogramm des OFC in diesem Jahr? Nach Saarbrücken warten mit dem Heimspiel gegen Hessen Kassel und der Partie beim FC Homburg ja noch interessante Aufgaben gegen Klubs, die in der Tabelle direkt beim OFC stehen.

Der Blick auf die Tabelle verbietet sich für uns derzeit eigentlich. Aber wenn wir gegen Saarbrücken gewinnen, sind wir wieder oben dran. Bei uns fallen zwar sechs potenzielle Stammspieler aus, ich bin aber trotzdem davon überzeugt, dass wir weiterhin die nötige Qualität haben. Und gegen starke Gegner tun wir uns in der Regel etwas leichter. Ich bin jedenfalls guter Dinge, dass wir die Saison noch zu einem positiven Ende führen können.

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