Bei Mehics Wechsel war Reisig sauer

Von Conrad bis Winter: Etliche Spieler der Ligarivalen waren für OFC und FSV aktiv

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Maik Vetter (links) hat eine Vergangenheit beim FSV Frankfurt. Patrick Huckle, seit 2017 bei den Bornheimern, wird sich an seine Zeit beim OFC eher ungern erinnern. Vetter gewann mit dem OFC vergangene Saison beide Derbyduelle (3:1/4:1).

Offenbach -  Duelle zwischen Kickers Offenbach und dem FSV Frankfurt haben immer einen hohen Wiedersehensfaktor - für Spieler, Funktionäre und Betreuer. Von Jörg Moll 

Wenn am Sonntag (15 Uhr/Sport1 live) der Tabellen-Achte Offenbach auf den Tabellen-zwölften aus Bornheim trifft, sind insgesamt zwölf Wandler zwischen den Welten dabei.

Alex Conrad, Sead Mehic und Christopher Fiori sind die prominentesten Beispiele dafür, dass es möglich ist, beim FSV Frankfurt und bei Kickers Offenbach gearbeitet zu haben. Ein Überblick über die „Grenzgänger“.

Heute OFC, früher FSV:

Christopher Fiori: Der OFC-Geschäftsführer k ann die Unterschiede deutlich benennen. „Das Umfeld des OFC ist viel größer, die Kickers erzeugen viel mehr Aufmerksamkeit, der FSV ist ein kleiner, verschworener Haufen.“ Fiori war 2015/2016 auf der Geschäftsstelle des FSV Frankfurt zuständig für Stadionfragen, Verwaltung und Lizenzierung. „Eine lehrreiche Zeit für mich“, erinnert sich der 38-Jährige. Die Bornheimer stiegen nach acht Jahren in der 2. Liga begleitet von Turbulenzen ab.

„Der FSV hat zehn Jahre lang gut gearbeitet, hielt sich mit überschaubaren Mitteln in der 2. Liga“, lobt Fiori. Er weiß aber auch um die Probleme. „Der Klub hat es in acht Jahren 2. Liga nicht geschafft, sich zu profilieren. Der OFC hat sich eine ganz eigene Identität erarbeitet, als Arbeiterverein, der sich klar von Frankfurt abgrenzt.“ Das Verhältnis zwischen beiden Klubs bezeichnet er „als sehr gut“.

Sead Mehic: Der Sportdirektor der Kickers sorgte im Juli 2010 mit seinem Weggang zum OFC (gemeinsam mit Markus Husterer) für Verstimmung beim FSV, vor allem beim damaligen Macher Bernd Reisig. Mehic spielte von 2006 an vier Jahre für den FSV, führte die Bornheimer zwei Jahre als Kapitän in der 2. Liga aufs Feld. Auch er skizzierte vor dem bislang letzten Duell beider Klubs im März 2018 den Unterschied in der Wahrnehmung deutlich: „Wir spielten beim OFC eine Klasse tiefer, aber von der Kulisse und auch was meine Rolle in der Mannschaft betraf, stand ich mehr im Mittelpunkt als mit dem FSV in der 2. Liga.“

Sebastian Kunkel: Der Marketingexperte wechselte 2016 mit Fiori die Mainseite. Auch beim FSV war er drei Jahre Marketingleiter.

Bernd Winter: Der 47-Jährige ist seit März 2018 Teammanager des OFC. Von 2005 bis 2008 spielte er beim FSV, stieg von der Hessenliga bis in die 2. Liga auf. 2008 beendete er seine Karriere und wechselte ins Management des FSV, gründete unter anderem eine Fußballschule, um die er sich heute auch kümmert - beim OFC.

Bastian Kliem: Der Fitnesstrainer ist für den OFC tätig, war aber zu Zweitligazeiten auch beim FSV gefragt.

Benjamin Kirchhoff: Der heutige Kapitän des OFC wird am Sonntag im Derby nicht auflaufen können. Der 23-Jährige musste sich wegen eines Abszesses einer Operation unterziehen und fällt sicher aus. Nach Ausbildungsjahren bei Eintracht Frankfurt war er 2013/2014 in der U19 des FSV am Ball, ehe er über den VfB Stuttgart II 2016 zu den Kickers kam.

Maik Vetter: Der 26-Jährige, der am Sonntag Kirchhoff als OFC-Kapitän vertreten wird, war von 2010 bis 2012 beim FSV Frankfurt II in der drittklassigen Regionalliga Süd am Ball. Nach Stationen bei Eintracht Frankfurt II und dem SV Wehen Wiesbaden kam er 2014 zu den Kickers, bestritt seither 100 Punktspiele für den OFC.

Jake Hirst: Der Engländer war von Januar bis Juli 2015 in der U19 des FSV. Im Sommer kam er vom Kreisoberligisten TSV Bad Nauheim zu den Kickers.

Bilder: OFC zum Derby in Frankfurt

Heute FSV, früher OFC:

Alex Conrad: Der 51-Jährige kickte von 1992 bis 1997 für den FSV. Von 2013 bis 2017 gehört er zum Trainerstab der Kickers. Anfangs in Doppelrolle als Assistent von Rico Schmitt und Coach der zweiten Mannschaft. In der Saison 2016/2017 verzichtete Trainer Oliver Reck auf Conrads Dienste. Vergangene Saison übernahm er den FSV und führte ihn nach dem Abstieg aus der 3. Liga und trotz Insolvenz zum Klassenerhalt.

Thomas Brendel: Der 42-Jährige ist seit Sommer Sportlicher Leiter des FSV, von Januar bis Juli 2001 war der frühere Torjäger für den OFC am Ball.

Patrick Huckle: Der Linksverteidiger kam im Januar 2010 vom SSV Ulm 1846 zum OFC. Dort kam er in der 3. Liga gar nicht zum Zug. Nach neun Einsätzen in der zweiten Mannschaft zog er zu Waldhof Mannheim weiter. Im Juli 2017 wechselte er von RW Essen zum FSV, ist dort unumstrittener Stammspieler (40 Einsätze).

Denis Mangafic: Der Mittelfeldspieler war einer jener Akteure, die nach dem Zwangsabstieg der Kickers 2013 in einem Casting-Training auffielen. 2015 gehörte er der Meistermannschaft des OFC an, traf als einziger in den Aufstiegsspielen gegen den 1. FC Magdeburg (0:1, 1:3). Danach wechselte er in die 2. Liga zum FSV und kehrte über die Stationen Preußen Münster und Borussia Fulda Anfang dieses Jahres zurück zum FSV.

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