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Kickers Offenbach feiert 3:1 Sieg im Spitzenspiel: Meister der ruhenden Bälle

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Von: Jochen Koch

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Abgeschirmt von sieben Elversbergern, aber trotzdem verlängerte Flo Bojaj den Eckball von Deniz um 2:1 ins Tor.
Abgeschirmt von sieben Elversbergern, aber trotzdem verlängerte Flo Bojaj den Eckball von Deniz um 2:1 ins Tor. © Hünner

Kickers Offenbach gewinnt gegen die SV Elversberg mit 3:1. Nach einigen Startschwierigkeiten drehen die Kickers das Spiel und sichern sich die Tabellenspitze.

Offenbach – Einen Titel dürften die Offenbacher Kickers jetzt schon sicher haben: Standardmeister. Keine Mannschaft erzielt so viele Tore nach ruhenden Bällen wie die Offenbacher. Der OFC gewann am Sonntag (05.12.2021) das Topspiel der Fußball-Regionalliga gegen die SV Elversberg mit 3:1. Ein Elfmetertreffer und zwei Kopfballtore nach Eckbällen bescherten dem OFC den zehnten Sieg in den letzten elf Spielen.

Die Tabellenspitze ist jetzt die zweite Woche in Offenbacher Hand. Mit einer beeindruckenden Konstanz absolvieren die Kickers die Aufgaben. Auf Tuchfühlung ist im Moment nur die zweite Mannschaft des FSV Mainz 05, die einen Punkt zurückliegt.

Kickers Offenbach gegen die SV Elversberg: „Standards sind bei uns eine Waffe“

Vor 5173 Zuschauern profitierten die Kickers am Sonntag wieder einmal von der exzellenten Schusstechnik des defensiven Mittelfeldspielers Tunay Deniz. Der 27-Jährige hatte vergangene Woche das Siegtor gegen den FC Homburg mit einem Freistoß aus mehr als 50 Metern erzielt. Gegen Elversberg verwandelte er einen Elfmeter zum 1:1, zirkelte dann zwei Eckbälle so exakt in den Strafraum, dass Flo Bojaj und Mathias Fetsch die einstudierte Variante zweimal per Kopf verwandelten.

Der überragende Deniz war damit an fünf der letzten sechs OFC-Treffer direkt beteiligt, wobei fünf Tore durch Standards fielen, und der sechste Treffer ein Eigentor war. „Standards sind bei uns eine Waffe“, durfte sich Trainer Sreto Ristic freuen. „Deniz hatte dieses Gefühl im Fuß, er kann so exakt spielen, das müssen wir ausnutzen“, sagte Ristic. Wobei der Einsatz von Deniz wegen der bevorstehenden Geburt seines Kindes immer ein bisschen in Gefahr ist. „Bis jetzt hat es geklappt, er wartet noch auf die Geburt. Vielleicht müssen wir es bis zum 19. Dezember hinausziehen“, schmunzelte Ristic mit Blick auf das nächste Spitzenspiel für den OFC. Nach einer zweiwöchigen Pause steht am 18. Dezember noch das nächste Spitzenspiel beim SSV Ulm 1846 an, der am Wochenende überraschend zu Hause gegen den FC Homburg verloren hat.

Torjubel: Tunay Deniz zirkelte den Eckball auf Mathias Fetsch, der zum 3:1 einköpfte.
Torjubel: Tunay Deniz zirkelte den Eckball auf Mathias Fetsch, der zum 3:1 einköpfte. © Hünner

OFC gegen SV Elversberg: Kickers geraten zuerst in Rückstand

Den besseren Start erwischten die Gäste, die etwas mehr Zug im Spiel nach vorne hatten. Der OFC war zunächst damit beschäftigt, im letzten Drittel des Spielfeldes alles zu kontrollieren. Das funktionierte aber nur bis zur 22. Minute, bis zwei Schwächen auf den defensiven Außenbahnen bestraft wurden. Linksverteidiger Marcos ließ sich hinterlaufen, die Flanke von Feil flog über die gesamte OFC-Deckung, an deren Ende Maik Vetter den Ball verfehlte, den dann Schnellbacher akrobatisch per Seitfallzieher zum 0:1 ins lange Eck wuchtete.

Die bis dahin verdiente Führung für die Gäste aber war wie ein Hallo-Wach-Effekt für Kickers Offenbach. Die Spieler treten jetzt entschlossener auf. Lohn der Bemühungen war der Ausgleich. Menke hatte Bozic sechs Meter vor dem Tor zu Fall gebracht. Tunay Deniz verwandelte gewohnt sicher, es war bereits das siebte Saisontor des defensiven Mittelfeldspielers.

Kickers Offenbach gewinnen Topspiel: Einfach und trotzdem erfolgreich

Zu Beginn der zweiten Halbzeit waren die Elversberger erneut die aktivere Mannschaft, konnten sich aber in der Offensive nicht mehr so entwickeln wie noch vor der Pause. Die Kickers agierten kompakter und entschlossener in den Zweikämpfen, bekamen das Spiel in den Griff. „Wir waren in der zweiten Halbzeit griffiger und konnten auch mehr zulegen“, sagte Ristic. Die SV Elversberg hatte fünf an Corona erkrankte Spieler zu beklagen. Dabei handelte es sich nicht um Stammspieler, allerdings standen dadurch auch nur vier Ersatzspieler zur Verfügung, und Trainer Horst Steffen wechselte auch nur zweimal aus.

„In so einem Spiel kriegt du nicht so viele Chancen“, ahnte Ristic, dass er sich wieder auf seine stärkte Waffe, die Standards, verlassen musste. Und dann kam noch das Spielglück hinzu. Denn Flo Bojaj hatte in der 70. Minute signalisiert, dass er mit den Kräften am Ende war und raus wollte. An der Außenlinie stand Mathias Fetsch bereit, doch der Auswechslung kam ein Offenbacher Eckball zuvor. „Bei Ecke darfst du nicht auswechseln“, und dafür wurde Ristic belohnt, denn Bojaj köpfte das 2:1 und durfte dann raus.

Es passt ins Offenbacher Erfolgsschema, dass Fetsch mit seinem Jokertor nach Ecke alles klarmachte. Fußball kann einfach und trotzdem erfolgreich sein. „Du musst nicht immer 17 Pässe für ein Tor spielen, es geht auch mit zwei“, freute sich Ristic über die gnadenlose Effizienz seiner Mannschaft, die zur Belohnung erst mal bis Mittwoch (08.12.2021) frei machen darf. Dann beginnt die Vorbereitung auf Ulm, wahrscheinlich auch mit Training von Standards. (Von Jochen Koch)

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