Florian Treske will mit den Kickers oben mitmischen

„Mit OFC ist immer zu rechnen“

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Florian Treske (im Trikot von Wormatia Worms) weiß, wo das Tor steht. Er kam in der Regionalliga Südwest 142-mal zum Einsatz und traf dabei 66-mal. Zudem bereitete er 28 Treffer vor. 2014/15 und 2015/16 war er jeweils zweitbester Torschütze der Liga.

Offenbach - Wenn bei den Offenbacher Kickers am Montag (16 Uhr) die Vorbereitung auf die neue Regionalliga-Saison beginnt, wird Florian Treske im Fokus stehen. Der Zugang aus Worms ist der „absolute Wunschspieler“ der Verantwortlichen. Von Christian Düncher 

Die OFC-Fans erhoffen sich von ihm vor allem eines: Tore. Im Interview spricht der 29-jährige Familienvater (verheiratet, eine Tochter) über Erwartungen und Ziele.

Herr Treske, wie fühlt man sich als Königstransfer der Offenbacher Kickers?

Ich mache mir darüber keine Gedanken. So bin ich immer am besten gefahren. Natürlich bin ich mir bewusst, dass mit meiner Verpflichtung Erwartungen verbunden sind. Aber ich weiß auch, dass ich in dieser Liga wohl immer meine Tore machen werde. Ich habe mir Offenbach quasi für den Höhepunkt der Karriere aufgehoben, bin im besten Alter.

Ihr Name wurde in den vergangenen Jahren immer wieder bei Klubs in der Regionalliga gehandelt. Was war der Grund dafür, dass Sie nun gewechselt sind?

Ich hätte jedes Jahr wechseln können. Aber ich habe mich in Worms wohlgefühlt, war Kapitän und habe das Vertrauen gespürt. Das war mir sehr wichtig. Doch ich wollte mit 29 Jahren nicht nur noch einen Einjahresvertrag unterschreiben. Das war letztlich ausschlaggebend dafür, dass ich Worms verlassen habe.

Sie sind nicht der einzige Leistungsträger, der Worms verlassen hat...

Ich war einer der ersten, dann folgten fast täglich weitere. Das ist in Worms halt so. Ich würde nie etwas Schlechtes über den Klub sagen, hatte dort meine erfolgreichste Zeit. Man hatte aber nie die Erwartung, oben mitzuspielen. Es war für viele junge Spieler ein Sprungbrett, man konnte sich präsentieren.

Warum fiel Ihre Wahl auf den OFC?

Es gab einige Interessenten. Aber Offenbach blieb immer dran. Das hat mir imponiert. Und Offenbach ist mir mit einem Zweijahresvertrag, der sich im Fall des Aufstiegs um ein Jahr verlängert, entgegengekommen. Das war zwecks Sicherheit für meine Familie ein wichtiges Argument.

Sie waren in Worms Mittelstürmer, haben aber ab und zu auch im Mittelfeld gespielt. Wo plant OFC-Trainer Oliver Reck mit Ihnen?

Meine Stärken habe ich klar im Strafraum. Wenn ich da die Kugel bekomme, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich treffe, höher, als wenn ich 20 Meter vor dem Tor bin. Ich habe mich auch als Zehner wohlgefühlt. Oliver Reck sieht mich ganz vorne, als Führungsfigur und Antreiber.

Sie haben in den vergangenen Spielzeiten fast immer zweistellig getroffen. Ist das erneut Ihr Anspruch?

Ich werde zwar nicht jünger, weiß aber, dass ich immer noch in der Lage bin, regelmäßig Tore zu machen. Ich bin ja auch nicht auf mich alleine gestellt. Wenn ich gut bedient werde, kann ich der Mannschaft auch helfen. Das ist meine Aufgabe.

Kickers Offenbach hat eine bewegte Saison hinter sich. Wie haben Sie als Spieler eines Ligarivalen den OFC wahrgenommen?

Wenn man die neun abgezogenen Punkte dazuzählt, wären die Kickers Sechster geworden. Das sagt einiges aus. Jede Woche sah man beim Blick auf die Ergebnisse: Offenbach hat schon wieder gepunktet. Da kann man nur sagen: Hut ab. Und man weiß ja um die Heimstärke des OFC. Mit dieser Kulisse ist es möglich, dass man zu Hause mal eine Saison lang nicht verliert. Ich habe in Offenbach nie etwas geholt, mit dem OFC ist immer zu rechnen.

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Was ist Ihrer Meinung nach kommende Saison möglich?

Elversberg und Mannheim müssen sich nach dem erneuten Scheitern in den Aufstiegsspielen neu formieren. Saarbrücken und Offenbach haben hingegen eingespielte Teams. Der OFC hat ja quasi nur einen Stammspieler verloren, hat den gleichen Trainer und die gleichen Abläufe. Das ist ein großes Plus. Ziel wird es sein, oben den einen oder anderen zu ärgern.

Sie haben das erneute Scheitern von Mannheim und Elversberg angesprochen. Der OFC stieg als Meister auch nicht auf. Ist die Regionalliga Südwest so schwach?

Nein, ich halte sie in der Gesamtheit sogar für die stärkste Regionalliga. Aber die Topteams der anderen Ligen waren zuletzt abgeklärter, sind teilweise durchmarschiert, während Elversberg und Mannheim bis zum Schluss Gas geben mussten. Im Südwesten spielen ja fast nur Teams, die schon höherklassig waren. Die wollen alle hoch, aber am Ende hängt alles an zwei Spielen. Das ist totaler Schwachsinn vom DFB.

Im Bestreben, wieder hoch zu kommen, übernehmen sich viele Teams. Ihr Ex-Klub Ulm war insolvent, Offenbach ebenfalls und nun Kassel. Wie beurteilen Sie das?

Erstmal wünsche ich keinem Spieler eine solche Situation. Wir haben in Ulm drei, vier Monate kein Gehalt bekommen. Und wir verdienen keine Millionen. Die Klubs haben es in der Regionalliga aber auch nicht leicht. Sie bekommen keine TV-Gelder, müssen die Kosten daher anders stemmen. Wer oben mitspielen will, muss fast schon zwangsläufig ein gewisses finanzielles Risiko gehen. Sonst schaut man irgendwann mit dem Ofenrohr ins Gebirge.

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