Moosmayer der zweite OFC-Zugang

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Tom Moosmayer

Offenbach ‐ Drei Tage vor dem Auftakt im Jahr 2010 beim VfL Osnabrück hat Drittligist Kickers Offenbach noch einmal in neues Personal investiert. Von Holger Appel

Obwohl Trainer Steffen Menze und Sportmanager Andreas Möller am Tag zuvor noch betont hatten, dem vorhandenen Personal zu vertrauen, verpflichteten sie gestern bis Saisonende den 30-jährigen Belgier Tom Moosmayer vom Zweitligisten Rot-Weiß Ahlen für die linke Seite. Als Ersatz für den länger an der Patellasehne verletzten Mounir Chaftar. Je näher das Ende der Transferperiode rückt (31. Januar), desto mehr fallen die Preise - das haben die Kickers offenbar ausgenutzt. Moosmayer hat bereits ein Testspiel für die Kickers absolviert und am Samstag beim 2:0 in Worms überzeugt. Er ist damit der zweite Zugang in der Winterpause nach Kai Hesse (1. FC Kaiserslautern) für die Kickers, die als Tabellendritter mittendrin sind im Aufstiegskampf. Wie stehen mit diesem Kader nun die Chancen für die Rückkehr in die 2. Liga? Unsere Sportredaktion versucht diese Frage (sowie einige weitere) zu beantworten.

Welche Perspektiven haben die Kickers in dieser Saison?

Sie haben mit nur drei Punkten aus den letzten fünf Partien 2009 ihre gute Ausgangslage verspielt, liegen zwei Punkte hinter den Absteigern FC Ingolstadt und VfL Osnabrück auf dem Relegationsplatz. Beide Klubs haben allerdings ein Spiel weniger absolviert, könnten mit Erfolgen in ihren Nachholspielen in München bzw. in Bremen auf fünf Punkte davonziehen. Hinter den Kickers liegen die weiteren Verfolger eng beisammen. Jahn Regensburg als Zehnter hat nur fünf Punkte weniger gesammelt als der OFC.

Der Auftakt wird also immens wichtig. Mit einem Sieg in Osnabrück könnten die Kickers ein deutliches Zeichen setzen. Bei einer Niederlage wäre der VfL bei einem Spiel Rückstand schon fünf Punkte weg. Ingolstadt scheint gefestigt, hat sich in der Winterpause verstärkt. Demnach müssten sich die Kickers zunächst auf den Relegationsplatz konzentrieren. Siege gegen Borussia Dortmund II und bei Aufsteiger Holstein Kiel sind nahezu Pflicht.

In welchem System treten die Kickers an?

Menze hat zuletzt in den Testspielen auch im 4-4-2 spielen lassen. Ob er das auch auswärts im Spitzenspiel der 3. Liga in Osnabrück vorgibt? Vermutlich wählt er die defensivere Variante. Mit Zugang Kai Hesse als Sturmspitze und David Ulm etwas zurückversetzt.

Welche personellen Änderungen im Kader sind zu erwarten?

Die Kickers sehnen die Rückkehr von Steffen Haas herbei. Seit sich der defensive Mittelfeldakteur am 7. November beim 2:0 gegen den VfB Stuttgart II an der Schulter verletzt hatte, gelang ihnen in fünf Spielen kein Sieg mehr. Gegen Osnabrück steht Haas wieder im Kader. Vermutlich gleich in der Startelf. Zugang Tom Moosmayer, ein Spezialist für Standardsituationen, ist laut Menze noch kein Kandidat für den Kader.

Wer hat seinen Platz in der Startelf sicher?

Robert Wulnikowski, der gestern einen Vertrag für drei weitere Jahre unterschrieben hat, steht im Tor. Alexander Huber verteidigt rechts, davor hat Stefan Zinnow seinen Platz sicher. Kai Hesse und David Ulm sollen für Torgefahr sorgen, Christian Fröhlich sie von der linken Außenbahn in Szene setzen. Hinten links dürfte der genesene Maik Schutzbach zu seinem zehnten Saisoneinsatz kommen. In der Innenverteidigung streiten Mark Heitmeier, Kapitän Martin Hysky und Marco Kopilas um zwei Plätze. Der zweite „6er“ im defensiven Mittelfeld neben dem 21 Jahre alten Haas dürfte Christian Pospischil sein, der gestern seinen Vertrag beim OFC um ein Jahr bis 2011 verlängert hat.

Wem drohen Bank oder Tribüne?

Nils Teixeira, Benjamin Baier und Daniel Goldschmitt haben aufgrund der U23-Regel zumindest ihren Platz auf der Bank sicher. Dazu kommen Ersatztorwart Daniel Endres, vermutlich Hysky, Mirnes Mesic als Stürmer und Nils Pfingsten-Reddig als defensiver Mittelfeldspieler. Ohne Moosmayer steht also keine Alternative für die linke Seite zur Verfügung. Für Ugur Albayrak wäre zunächst kein Platz im Kader. Aber das kann sich im Fußball schnell ändern.

Wie ist die Stimmung vor dem Auftakt?

Der unzufriedene Suat Türker hat den Verein verlassen. Die miserableren Trainingsbedingungen im schneebedeckten Offenbach mindern die Vorfreude auf das erste Punktspiel 2010. Osnabrück will trotz Verletzungssorgen unbedingt spielen, hat vergangene Woche im eigenen Stadion (mit funktionierender Rasenheizung) den Test gegen die U23 des 1. FC Köln 3:0 gewonnen, fühlt sich gerüstet. Die Kickers wissen nach der schwierigen Vorbereitung nicht, wo sie stehen. Es gibt bessere Voraussetzungen für ein Auftaktspiel.

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