Ein Mythos in neuem Gewand

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Blick in die neue Spielstätte der Kickers: Innerhalb von 18 Monaten wurde aus dem altehrwürdigen „Bieberer Berg“ das Sparda-Bank-Hessen-Stadion.

Offenbach - Mit 130 Metern über Normalnull ist der Bieberer Berg nicht gerade imposant, und doch hat es die Erhebung in der Untermainebene zu großer Berühmtheit in der Fußballwelt gebracht - als Heimat der Offenbacher Kickers. Die erstrahlt seit kurzem in neuem Gewand.

Wo einst die alte Spielstätte des Drittligisten einen morbiden Charme versprühte, steht nun das neue Sparda-Bank-Hessen-Stadion. OFC-Geschäftsführer Thomas Kalt spricht von „einer neuen Ära“, für Oberbürgermeister Horst Schneider ist eine „Vision wahr geworden“. Heute folgt nun das Eröffnungsspiel gegen Bayer Leverkusen (20 Uhr/Sport 1). Beide Clubs verbindet eine langjährige Fanfreundschaft.

Typisch englisch kommt die neue Spielstätte daher, mit steilen Tribünen und geringen Abständen zwischen Spielfeld und Zuschauern. 20.500 Zuschauer passen in die neue Kickers-Heimat, darunter sind rund 10.000 Stehplätze. Der Bau, der Ende Juni abgeschlossen wurde, kostete 25 Millionen Euro. Zehn Millionen Euro trug das Land Hessen, jeweils fünf Millionen übernahmen die Stadt, die Stadtwerke Offenbach Holding sowie der Namensgeber Sparda Bank Hessen.

Der Clou: Wie im alten Stadion bietet die Gegentribüne auf ganzer Länge Stehplätze. Hier lärmt weiterhin der OFC-Fanblock, das war eine zentrale Forderung der Anhänger. Auf dass die Worte auf der neuen Haupttribüne im 111. Jahr der Clubgeschichte wahr bleiben: „Der Berg bebt“, steht dort. Bei aller Freude empfinden viele in und um Offenbach auch Wehmut, denn der altehrwürdige Bieberer Berg ist endgültig Geschichte.

Der Berg ist Geschichte

Das Stadion, in dem einst Spieler wie Hermann Nuber, Siggi Held, Dieter Müller, Rudi Völler sowie Uwe Bein kickten und Otto Rehhagel coachte. Das Stadion, das im Frühjahr 1990 das knappe Aus im Pokalhalbfinale gegen Kaiserslautern erlebte, aber auch Tiefpunkte wie den Sturz in die Viertklassigkeit 1995.

Letzter Höhepunkt war im Herbst 2010 der Kickers-Sieg gegen Borussia Dortmund in der zweiten DFB-Pokalrunde. Die letzte Zeit war dann eher von Frust geprägt. Der Verein verpasste 2011 den Aufstieg in die 2. Liga, auch dieses Jahr schaffte der OFC nicht den Sprung ins Unterhaus.

Nun aber, mit dem neuen Stadion, sieht Kalt die wirtschaftliche Grundlage gelegt, um den Verein dauerhaft im Profifußball zu etablieren - dank zehn Logen und 800 Businessplätzen für zahlungskräftige Kunden. „Früher hatten wir nur die Zuschauer, die auf Tradition standen“, sagt er. „Jetzt können auch die kommen, die Modernes mögen.“

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Während das alte Stadion pro Jahr rund 300.000 Euro gekostet habe, seien es nun 500.000 Euro. Dafür würden aber allein mit den zehn Logen etwa 430.000 Euro eingenommen, pro verkauftem Businesssitz könne mit rund 2 000 Euro kalkuliert werden. „Hier ist aus meiner Sicht etwas Großes entstanden“, sagt Thomas Kalt.

Ein Hauch von großer Fußballwelt wird bereits am 14. August Einzug ins neue Offenbach Stadion halten, wenn das deutsche U 21-Nationalteam hier gegen Argentiniens Nachwuchs antritt. Und so ganz verschwunden ist der alte Bieberer Berg ohnehin nicht: Im Treppenhaus der Haupttribüne erstrahlen die Lampen der alten Flutlichtmasten. Möglicherweise leuchten sie den Weg in eine bessere Zukunft.

dpa

OFC: Festakt zur Fertigstellung des Stadions

Mit einem Festakt für geladene Gäste wurde die Fertigstellung des Sparda-Bank-Hessen-Stadions vom OFC gefeiert. Die Stadionbauer haben den Zeitplan der Bauarbeiten exakt eingehalten. Die große Feier mit den Fans steigt am 18. Juli beim Eröffnungsspiel zwischen dem OFC und Bayer Leverkusen.

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