Kickers Offenbach

Naturgrün statt Sondermüll-Problem: OFC bereit für Elversberg

Denis Huseinbasic (rechts, im Test gegen Großaspach) und die Offenbacher Kickers mussten zuletzt in Stadtallendorf auf Kunstrasen spielen. In Homburg war das hingegen nicht möglich. Am Mittwoch geht es auf Naturgrün gegen die SV Elversberg.
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Denis Huseinbasic (rechts, im Test gegen Großaspach) und die Offenbacher Kickers mussten zuletzt in Stadtallendorf auf Kunstrasen spielen. In Homburg war das hingegen nicht möglich. Am Mittwoch geht es auf Naturgrün gegen die SV Elversberg.

Am Mittwoch wird Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach dank Rasenheizung auf Naturgrün gegen die SV Elversberg um Punkte spielen. Warum das in Homburg trotz Kunstrasen nicht möglich war, in Stadtallendorf hingegen schon, erklärt Stadionmanager Andreas Herzog.

Offenbach – Es wirkt schon etwas widersprüchlich, zumindest auf den ersten Blick. Vor einer Woche fand die Partie von Kickers Offenbach beim TSV Eintracht Stadtallendorf statt - auf einem Kunstrasenplatz, den die Fußball-Regionalliga Südwest GbR für Vereine, die keine Rasenheizung haben, zur Pflicht erklärt hat. Auf diese Weise sollen Ausfälle im Winter vermieden werden, hieß es. Absagen gibt es dennoch. So musste unter anderem das eigentlich für vergangenen Samstag geplante Spiel des OFC beim FC Homburg verlegt werden (wohl auf den 9. oder 10. Februar), was bei vielen Fans für Unverständnis sorgt. Der FC Homburg hätte sich Rat in Stadtallendorf holen sollen, wurde unter anderem gespottet.

Andreas Herzog sieht das etwas differenzierter. „Es gibt da mehrere Aspekte zu berücksichtigen“, sagt der Manager des Stadions auf dem Bieberer Berg in Offenbach. So muss zunächst zwischen zwei Arten von Kunstrasenplätzen unterschieden werden: verfüllte (mit Granulat oder Sand) und unverfüllte. Bei unverfüllten ist das Abtragen des Schnees etwas einfacher. In beiden Fällen verbleiben aber oft Reste auf dem Platz. „Falls es über Nacht friert oder Eisregen gibt, bilden sich Schollen. Die Verletzungsgefahr wäre dann zu hoch.“ In jeden Fall sei es hilfreich, den Schnee schnellstmöglich abzutragen. Der Einsatz von Taumitteln ist zwar möglich, aber zumeist nur in der Theorie. „Die Hersteller der Kunstrasenplätze machen oft nicht mit“, weiß Herzog. Der Grund: Es kann zu Verfärbungen kommen. Unter anderem besteht die Gefahr, dass Linien oder Untergrund ausbleichen. Der Einsatz dieser Mittel kann das Erlöschen der Gewährleistung zur Folge haben. Das ist allen Betreibern oft zu riskant, sagt der Geschäftsführer der städtischen Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB). Sie wollen oder können sich die Reparatur eines kaputten Platzes nicht leisten.

Es gibt aber noch einen anderen rechtlichen Aspekt: die Haftung. Sollte sich ein Spieler verletzen, weil der Platz nicht anständig geräumt war, fällt das auf den Eigentümer oder Betreiber zurück - und das sind in der Regionalliga nicht immer die Clubs. Einige haben Plätze in anderen Gemeinden angemietet und die geben die Bedingungen vor.

Aber auch die Schneemenge und -beschaffenheit spielen eine Rolle. Herzog zufolge wurde in Stadtallendorf „relativ zeitnah“ der Platz befreit. In Homburg war zudem die Marke von zehn Zentimetern überschritten. Und ab der wird es schwierig, den Platz fachgerecht zu räumen. Geschieht dies mechanisch, sollten ein, zwei Zentimeter stehen bleiben (die dann alleine abtauen), damit die darunterliegenden Fasern nicht beschädigt werden. Bei einer vereisten Oberfläche ist das jedoch nicht möglich. Zudem verbietet sich der Einsatz von schwerem Gerät.

Und dann ist da noch ein weiteres Problem: das Gummigranulat, das zwangsläufig mit dem Schnee abgetragen wird. Es gilt als Sondermüll, muss daher getrennt entsorgt werden. Inzwischen gibt es zwar auch Granulat aus Kork, aber das ist Herzog zufolge hierzulande noch sehr selten.

In Offenbach hat man diese Problematik nicht, jedenfalls nicht mit Blick auf Punktspiele. Die Rasenheizung läuft bereits seit einigen Tagen, „um sicherzustellen, dass am Mittwochabend gute Bedingungen herrschen“, sagt der Stadionmanager. Dann hat der OFC ab 19 Uhr die SV Elversberg zu Gast. „Wir verfolgen mit dem OFC stets die Entwicklungen der Großwetterlage und entscheiden dann gemeinsam sieben bis zehn Tage vorher, ob und wann wir die Heizung anschalten“, so Herzog. „Sollten kurzfristig zehn Zentimeter Schnee fallen, taut das aber auch nicht an einem Tag weg. Ausnahmen wird es immer wieder mal geben.“ Homburg war offenbar eine, aber schon zum zweiten Mal. Zuvor war bereits das Duell mit dem SC Freiburg II ausgefallen. (Von Christian Düncher)

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