23-Jähriger spielt defensiver im Kickers-Mittelfeld und trifft trotzdem

Dren Hodja: Neue Rolle, alte Gefahr

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Dren Hodja im ersten Saisonspiel der Kickers gegen Hoffenheim II.

Offenbach - Er spielt auf einer defensiveren Position als über weite Strecke der vergangenen Saison und hat derzeit noch eine Verletzung. Das hindert Dren Hodja aber nicht daran, weiter Tore für die Offenbacher Kickers zu erzielen. Von Christian Düncher 

In zwei Spielen hat er schon zweimal getroffen. Eine schwarze Schiene ist neuerdings sein ständiger Begleiter. Weil sich Dren Hodja im Auftaktspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim II (2:2) die linke Mittelhand gebrochen hatte, muss er sie noch drei, vielleicht vier Wochen schützen. „Am Anfang war das für mich schon ein bisschen ungewohnt“, gibt der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler der Offenbacher Kickers zu. „Ich hatte zwar keine Angst im Training oder in Zweikämpfen, es war jedoch ein komisches Gefühl.“

Zu Beginn des Heimspiels am Freitag gegen den TSV Steinbach hing Hodjas linker Arm noch wie ein Fremdkörper herunter, doch nach ein paar Minuten war das Vertrauen in die Schiene so groß, dass er mit vollem Einsatz das machte, was seit der Endphase der vergangenen Spielzeit seine Aufgabe ist: im defensiven Mittelfeld den Ball erobern und sich in die Offensive einschalten. „Diese Position liegt mir, auch wenn noch Luft nach oben ist“, sagt Hodja.

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Es sei für ihn „schon eine kleine Umstellung“ gewesen, gesteht der gebürtige Offenbacher, Früher war er weiter vorne zu Hause, näher am gegnerischen Tor. Und ist defensiv nicht unbedingt durch sein Zweikampfverhalten aufgefallen. In der neuen, defensiveren Rolle kommt er jedoch gut zurecht, auch weil er es muss. „Der Trainer hat mich dort aufgestellt“, so der 23-Jährige. „Er hat ein feines Gespür dafür, wer wo hinpasst. Und vielleicht ist das ja auch die Position, auf der ich bleibe. Ich sehe mich aber weiter als Mittelfeldspieler, der variabel einsetzbar ist.“

Auf der „Doppel-Sechs“, die er gemeinsam mit Serkan Göcer bildet, spielt Hodja den etwas offensiveren, kreativeren Part – und trägt deutlich mehr Verantwortung als früher. „Wenn man als Zehner den Ball verliert, sind noch acht eigene Leute zum Absichern da. Als Sechser hat man hingegen nur noch die Viererkette hinter sich. Daher geht es erst mal darum, sich so wenig Ballverluste wie möglich zu leisten.“

Hodjas gute Technik kommt ihm dabei entgegen. Und im Defensiv-Zweikampf hat sich der Deutsch-Albaner spürbar gesteigert. „Ich fühle mich einfach wohl“, sagt er. „Wir kennen uns nun schon etwas länger und sind gut eingespielt. Das macht es mir einfacher.“

Das sah schwieriger aus, als es war

Seine Torgefährlichkeit leidet nicht unter der defensiveren Position. Hodja, vergangene Saison mit zwölf Treffern bester Kickers-Schütze, führt die Liste gleich wieder an, netzte in den ersten beiden Spielen zweimal ein: In Hoffenheim per Elfmeter (sechs Versuche, sechs Treffer), gegen Steinbach mit einer sehenswerten Direktabnahme aus vollem Lauf. „Der Ball kam scharf von außen. Ich wollte ihn bloß irgendwie reinmachen. Es sah schwieriger aus, als es war“, gibt sich Hodja bescheiden. Seine Quote kann sich sehen lassen. In 54 Pflichtspielen für den OFC traf er schon 20 Mal.

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Hodja und die Kickers wollen in der laufenden Runde oben mitspielen, sind nach zwei Spieltagen ungeschlagen und oben dabei. „Hätte uns vor der Saison jemand gesagt, dass wir mit vier Punkten starten, wäre wohl jeder zufrieden gewesen. Mit Blick auf das 2:2 in Hoffenheim muss man sagen: Sechs Punkte wären auch schön gewesen. Aber mit vier können wir leben“, so Hodja.

In Ulm will der OFC am Samstag nachlegen. „Das wird ein interessantes Spiel. Letzte Saison haben wir dort schon in der ersten Minute Rot gesehen und knapp verloren. Nun wollen wir die vierstündige Rückfahrt gerne als Sieger antreten“, sagt Hodja, der wieder mit seinem ständigen Begleiter auflaufen wird. „Robin Scheu hatte vergangene Saison den ganzen Unterarm geschient. Da dachte ich mir: Wenn der das schafft, schaffe ich es auch. Meine Schiene ist ja im Vergleich dazu eher ein Pflaster.“

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