Daniel Steuernagel ist das Gegenteil von Oliver Reck

Neuer OFC-Trainer ein Experte für Aufstiege

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Neuer Trainer für den „Kultklub“ Kickers Offenbach: „Ich freue ich mich sehr auf die Aufgabe. Der OFC ist ein super Verein mit tollen Fans und einem tollen Stadion. Entscheidend war für mich aber: Die Mannschaft hat viel Potenzial“, sagt Daniel Steuernagel.

Offenbach -  Auf den ersten Blick ändert sich nicht viel bei den Offenbacher Kickers. Der Kader bleibt weitestgehend zusammen. Lediglich der Trainer ist neu. Doch mit ihm will der OFC einen Wandel vollziehen. Von Christian Düncher 

Daniel Steuernagel ist quasi das Gegenteil von Vorgänger Oliver Reck und soll die Kickers auf vielen Ebenen voranbringen. So knorrig wie Oliver Reck seine Amtszeit bei den Offenbacher Kickers am Samstag beendet hatte, so umgänglich präsentierte sich gestern dessen Nachfolger: Kommunikativ, gut gelaunt, offen – Daniel Steuernagel, der neue Coach des OFC, ist nicht nur in der Außendarstellung das Kontrastprogramm zum Vorgänger. Die Verantwortlichen der Kickers haben bewusst einen Anti-Reck gesucht. Das wurde bei Steuernagels Vorstellung gestern mehr als deutlich, auch wenn es niemand offen aussprach.

Zwar bedankte sich Sportdirektor Sead Mehic bei Reck und dessen Assistent Joti Stamatopoulos für die geleistete Arbeit und betonte, dass man sich nicht gegen sie, sondern für eine Neuausrichtung entschieden habe. Wenig später gab Mehic aber zu, dass er dem Duo „nicht den nächsten Schritt zugetraut“ hatte.

„Wir haben eine gute Mannschaft. Auf unsere begrenzten finanziellen Mittel zu verweisen, ist mir zu einfach“, so Mehic. Auch das war einSeitenhieb gegen Reck, der oft betont hatte, dass einige Konkurrenten bessere Möglichkeiten hätten. Und noch einen gerne von Reck verwendeten Spruch nahm der Sportdirektor auf: „Wir wollen nicht anderen auf die Füße treten, sondern die sein, denen man auf die Füße treten will.“ Und Steuernagel ist der Mann, der das bewerkstelligen soll. „Er passt eins zu eins zur Philosophie von Kickers Offenbach“, betonte Mehic. „Wir wollen nicht nur Spieler entwickeln, sondern den Verein weiterentwickeln. Dazu gehört zum Beispiel das Scouting. Das alles muss man mit einbeziehen.“

Reck war hinter vorgehaltener Hand vorgeworfen worden, dass er den Verein mit seiner Art spaltet, zu eindimensional spielen lässt und der körperliche Zustand der Spieler nicht optimal ist. Das alles soll Steuernagel ändern. Der erst 38-Jährige, der seit März Fußballlehrer ist, traut sich das zu. „Wir hatten vom ersten Gespräch an eine große Schnittmenge“, sagte der studierte Grundschullehrer. „Wir denken gleich – beim Kader, beim Fußball, bei Trainingsinhalten.“ Steuernagel sagt von sich selbst, dass er einen „ganzheitlichen Blick auf den Fußball“ hat. Ernährung, Regeneration, Athletik, Trainingssteuerung - diese Aspekte müsse man alle „forcieren“ sagte er. Und so wird neben einem neuen Co-Trainer auch ein Athletiktrainer kommen, der dann auf Honorarbasis mit dem Team arbeitet. Bastian Kliem (einst OFC und FSV Frankfurt) gilt als Kandidat.

Steuernagels Spielweise verlangt den Spielern in körperlicher Hinsicht einiges ab. Er lässt früh pressen und schnell umschalten. „Wenn wir die Kugel nicht haben, wollen wir aggressiv gegen den Ball arbeiten. Die Gegner werden gegen uns oft tief stehen. Da müssen wir im letzten Drittel Lösungen finden“, erklärte er und zeigt sich davon überzeugt, dass das zu den Kickers passt. „Offenbach lebt von Emotionen. Wir wollen begeistern und alle mit ins Boot holen. Nach dem ersten Jahr steht dann hoffentlich eine erfolgreiche Saison.“

OFC stellt neuen Trainer vor: Bilder

Und wann wäre die Saison erfolgreich? „Die Art und Weise ist wichtig“, betonte Steuernagel, weiß aber auch, dass beim OFC stets die Rückkehr in die 3. Liga das Ziel ist. „Wer auf Platz drei war, hofft natürlich, dass er weiter nach oben kommt. Für den Aufstieg muss aber immer alles passen.“ Steuernagel kennt sich aus, ist mit fünf Aufstiegen Experte auf dem Gebiet.

Christopher Fiori ist sich sicher, dass bei Steuernagel alles passt. Der neue Trainer habe sich gegen vier Kandidaten (unter anderem aus den Regionalligen Nord und Südwest) durchgesetzt, berichtete der OFC-Geschäftsführer. „Er hat uns mit seiner Art, seiner Akribie und seiner Idee überzeugt. Ich bin mir absolut sicher, dass er der richtige Trainer ist.“ Sein Vertrag gilt bis 2020.

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