OFC nach drei sieglosen Spielen unter Erfolgszwang

In neuer Rolle zu alter Form finden

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Offenbach - In die letzten zehn Spiele dieser Saison gehen die Offenbacher Kickers in einer neuen Rolle. Der lange Zeit Gejagte ist jetzt der Jäger. Von Jochen Koch

Waldhof Mannheim hat den OFC am Dienstagabend mit dem 4:0-Sieg in Worms dank des besseren Torverhältnisses von Platz zwei verdrängt und besitzt nun die beste Ausgangsposition, neben dem 1. FC Saarbrücken die Aufstiegsspiele zu erreichen. Zumindest kurzfristig kann der OFC schon am Freitagabend (19 Uhr) mit einem Heimsieg gegen die U23 des FSV Mainz 05 wieder auf Platz zwei vorrücken und die Mannheimer, die am Samstag Walldorf erwarten, unter Druck setzen. Aber auch der OFC und Oliver Reck stehen unter Erfolgszwang. Nach drei sieglosen Spielen muss der Trainer seine Mannschaft wieder auf Erfolgskurs bringen und damit die kritischen Stimmen im Umfeld und im Verein zunächst einmal verstummen lassen. Gegen die 2018 sieglosen Mainzer (vier Spiele, ein Punkt, 5:13 Tore) zählen für den OFC nur drei Punkte.

Am Freitag hat Reck fast den kompletten Kader zur Verfügung. Der mit Kreislaufproblemen und Schwindelgefühlen zuletzt ausgewechselte Ihab Darwiche fehlte zwar zu Wochenbeginn im Training, sollte aber bis Freitag wieder fit sein. 24 Spieler waren im Training, darunter auch Luca Dähn und Alexandros Theodosiadis, die monatelange gefehlt hatten. Das eröffnet neue Perspektiven.

Zuletzt hatte Reck mit seinen zahlreichen Positionswechseln für einige Irritationen gesorgt. So mussten einzelne Spieler in den vergangenen beiden Partien drei unterschiedliche Rollen übernehmen. Serkan Firat spielte mal rechts, mal links außen, zwischenzeitlich auch im defensiven Mittelfeld. Maik Vetter begann im Angriff, spielte dann linke Außenbahn, in Stuttgart auf der rechten Außenbahn. Dren Hodja wurde zwischen Angriff, zentralem und defensivem Mittelfeld hin- und hergeschoben. Die Überlegung war wahrscheinlich, den Gegner mit diesen Rochaden zu verwirren, doch stattdessen fehlte den Spielern durch die vielen Verschiebungen die notwendige Sicherheit bei Laufwegen und Passspiel.

Das OFC-Zeugnis gegen die Stuttgarter Kickers

„Es ist sicher nicht förderlich für die Leistung, wenn man jede Woche eine andere Position bekleiden muss“, hat auch Sportchef Sead Mehic erkannt. „Klar, Automatismen sind immer hilfreich.“ Da jetzt kurzfristig alle Spieler - bis auf Serkan Göcer - einsatzfähig sein werden, dürften sie auch auf den Positionen spielen, auf denen sie ihre Fähigkeiten am besten zur Geltung bringen können.

Unter den vielen Wechseln und der sinkenden Leistungskurve hatten auch die beiden Winter-Zugänge leiden. Francesco Lovric (vier Einsätze, dreimal in der Startelf, ein Tor) und Zrgo Zivkovic (dreimal eingewechselt, lediglich 18 Einsatzminuten) haben noch Anpassungsprobleme. „Es ist für Neuzugänge immer einfacher, wenn sie in eine funktionierende Mannschaft kommen. Man kann jetzt nicht erwarten, dass die beiden alles kompensieren, was nicht funktioniert“, bittet Mehic bei der Beurteilung der beiden neuen Mittelfeldspieler noch um ein bisschen Geduld.

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