Kickers verkünden Ende der Zusammenarbeit mit Oliver Reck

Neuer Trainer, neues Glück? Daniel Steuernagel der Favorit

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90 Pflichtspiele war Oliver Reck bisher verantwortlich für die Kickers. Noch zwei weitere Spiele (Freitag gegen den VfB Stuttgart, am 12. Mai bei Schott Mainz), dann ist Schluss. Die Kickers werden einen neuen Trainer verpflichten.

Offenbach - Die Offenbacher Kickers wollten das leidige Trainer-Thema am liebsten totschweigen. Auf der obligatorischen Pressekonferenz vor dem letzten Heimspiel um 13 Uhr waren nur „sportliche Fragen“ an Oliver Reck erlaubt. Aber dann gestern um 19.24 Uhr die Kehrtwende per Pressemitteilung: „Kickers Offenbach und Oliver Reck beenden die Zusammenarbeit zum Saisonende.“ Von Jochen Koch und Christian Düncher

Damit ist offiziell bestätigt, was sich bereits seit Monaten angebahnt und seit Wochen festgestanden hat. Der am 30. Juni auslaufende Vertrag von Oliver Reck wird nicht verlängert. Die Kickers werden mit einem neuen Trainer in ihre sechste Regionalligasaison in Folge gehen. Im Januar 2016 hatte Präsident Helmut Spahn erst den damaligen Trainer Rico Schmitt entlassen und wenige Tage später den ehemaligen Kickers-Spieler und früheren Nationaltorwart Oliver Reck als Nachfolger präsentiert. Reck übernahm die Mannschaft auf Platz fünf und führte sie bis in die Nähe der Aufstiegsplätze. Doch schon in seiner ersten Saison gelang es Reck nicht, die entscheidenden Spiele zu gewinnen. Mit einer 0:4-Heimniederlage gegen Mannheim und dem folgenden 1:5 gegen Hoffenheim wurden die Aufstiegshoffnungen verspielt. Weil der überforderte Kurzzeit-Geschäftsführer Remo Kutz den Insolvenzantrag vier Tage zu spät gestellt hatte, mussten die Kickers mit minus neun Punkte in die Saison 2016/17 starten. Trotzdem schaffte Reck am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt. Doch schon zu diesem Zeitpunkt gab es massive Unstimmigkeiten. Reck war mit seiner bisweilen schroffen und abweisenden Art immer wieder im Umfeld und auch im Präsidium angeeckt.

Sportlich brachte er die Kickers zunächst nach vorne. Mit einer kaum veränderten Mannschaft wurde statt gegen den Abstieg diesmal um den Aufstieg gespielt. Aber wieder gingen die entscheidenden Partien, die Spiele um die „Big Points“, verloren, sowohl im Pokal als auch in der Meisterschaft. Und wieder kam es zu Spannungen. Nicht mit der Mannschaft, die fast ausnahmslos zu Reck stand (Maik Vetter: „Unser Papa“), aber erneut mit dem Präsidium und der sportlichen Leitung mit Sead Mehic. Schon zur Winterpause und im Trainingslager war zu spüren, dass die Vertrauensbasis zerstört war. Nur der Aufstieg, wenn überhaupt, hätte eine weitere Zusammenarbeit ermöglicht. Doch den verspielten die Kickers mit drei Niederlagen im April. In den letzten Tagen hatten die OFC-Verantwortlichen und auch Reck so wenig über eine Vertragsverlängerung gesagt, dass damit eigentlich alles gesagt war und das gegenseitige Ignorieren wie eine Farce wirkte, ehe gestern Abend die Trennung bekannt gegeben wurde: „Durch den öffentlichen Druck, der entstanden ist, mussten wir das forcieren. Wir haben das in den Gremien besprochen. Der Aufsichtsrat war mit im Boot“, erklärte Geschäftsführer Christopher Fiori.

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Zu den Gründen, die letztlich zur Trennung führten, wollte sich Fiori nicht näher äußern: „Wir werden dazu derzeit nicht viel sagen. Letztlich wollten wir eine Veränderung, einen neuen Impuls.“ Wie schon Sportdirektor Mehic beteuerte auch Fiori, man habe „bislang noch mit keinem Kandidaten gesprochen.“ Aber natürlich haben Fiori, Mehic und Co. schon vor Wochen ein Anforderungsprofil erstellt und den Kreis der möglichen Kandidaten sehr eng gehalten. „Wir werden uns jetzt intensiv mit dem Thema beschäftigen. Das kann durchaus schnell gehen“, sagte Fiori. Wobei vieles auf Daniel Steuernagel (38) hindeutet. Der frisch ausgebildete Fußballlehrer führte den SC Teutonia Watzenborn-Steinberg von der Verbands- in die Regionalliga und gilt als ganz großes Trainertalent.

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