Post vom DFB

Noch keine Lizenz für die Kickers

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Kämpfernatur: Julius Reinhardt hat seit Wochen Probleme mit dem Sprunggelenk, beißt aber auf die Zähne.

Offenbach - Die Offenbacher Kickers haben gestern Post vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) bekommen. Für die Drittliga-Lizenz muss der OFC noch einige Bedingungen erfüllen. Von Christian Düncher

Am Nachmittag spuckte das Faxgerät im Büro von Geschäftsführer David Fischer ein acht Seiten umfassendes Schreiben des Verbandes aus, in dem dieser mitteilt, dass der OFC bis zum 28. Mai noch einige Bedingungen erfüllen muss, um die Drittliga-Lizenz für die nächste Saison zu erhalten.

Für Fischer war der Inhalt der DFB-Mitteilung keinerlei Überraschung. „Wir müssen wie vermutet im finanziellen Bereich diverse Nachweise erbringen“, sagte der OFC-Geschäftsführer, wollte aber zu den Details nichts sagen. Es geht aber vor allem ums Restrukturierungskonzept der Kickers. Genau 43 Tage hat der OFC jetzt noch Zeit, entsprechende Verträge und Vereinbarungen beim DFB einzureichen. Danach wird der Verband bis spätestens 10. Juni eine abschließende Entscheidung treffen.

Entscheidung bis 10. Juni

Sofern der OFC dann die Lizenz erhält, wird sie noch Auflagen enthalten, die der Verein einhalten muss. Der Unterschied zwischen Bedingung und Auflage: Bedingungen müssen erfüllt sein, damit die Lizenz endgültig erteilt wird (Stichtag 28. Mai). Bei Auflagen wird die Lizenz erteilt und hinterher geprüft, ob sie eingehalten wurden.

Auf die Kickers kommt in den bevorstehenden Wochen also viel Arbeit zu. Zwar hatte Präsident Frank Ruhl kürzlich betont, dass man bei der Umsetzung des Restrukturierungskonzeptes bereits weit gekommen sei und fast alle Gläubiger ihre Hilfe zugesagt hätten. Bei den Verhandlungen mit der Stadt über eine Minderung (oder zumindest Stundung) der Stadionmiete hatte es zuletzt aber keine Bewegung gegeben. Doch eben dieser Punkt sei entscheidend, da das Konzept nur als Ganzes greife, so Ruhl. Andernfalls führt der Weg der Kickers in die Insolvenz.

Möglicherweise sind sich beide Seiten gestern Abend etwas näher gekommen. Fischer und Ruhl weilten beim Jahresempfang der Offenbacher SPD, der perfekte Ort für Gespräche mit Oberbürgermeister Horst Schneider und anderen Lokalpolitikern.

Alternativen für Reinhardt fehlen

Aber auch im sportlichen Bereich sind die Kickers nicht frei von Sorgen. Am ehesten wird das an Julius Reinhardt deutlich: Der Mittelfeldspieler leidet seit Mitte März unter Schmerzen im Sprunggelenk, doch eine Pause kann ihm Rico Schmitt derzeit nicht gönnen – weil die Alternativen fehlen. „Im Training wird er zwar immer wieder mal rausgenommen“, so Schmitt. In den Spielen könne er aber nicht auf den 25-Jährigen verzichten.

Reinhardt ist für Schmitt ein Schlüsselspieler. Und von denen gibt es nicht mehr allzu viele beim OFC – zumal die Zahl der Akteure, die diese Saison verletzungsbedingt nicht mehr eingesetzt werden können, zuletzt auf fünf angestiegen ist. „Viel darf nun nicht mehr passieren“, hatte der Trainer daher bereits im Vorfeld der Partie gegen Preußen Münster (0:1) gesagt. Eine Sperre könne man immer mal kompensieren, aber nicht den Ausfall weiterer „sportlicher Schwergewichte“, so Schmitt.

Ohnehin müsse man stets hinterfragen, wie es zu Verletzungen gekommen sei, meint der Trainer. Sead Mehic habe sich im Spiel bei einem Zweikampf verletzt, und bei den drei Akteuren mit einer Knorpelverletzung (Markus Husterer, Kai Hesse, Theo Vogelsang) liege die Ursache zumeist länger zurück.

Das OFC-Zeugnis gegen Münster

OFC-Zeugnis gegen Münster

„Positiv ist, dass wir keine Verletzungen durch Überlastungen im Training haben“, sagte Rico Schmitt. Er sieht daher auch keine Veranlassung, die Anzahl der Einheiten trotz des straffen Programms (inklusive der Hessenpokalpartie bei Darmstadt 98 stehen in nur 13 Tagen vier Spiele an) zu verringern. Natürlich werde man das Training dosieren. Die Spieler seien aber belastbar und bereit für den Endspurt der Saison.

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