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Kickers Offenbach: Starke Leistung in Kassel – Nur Freiburg spielt nicht mit

Enorm effizient vor dem Tor: Sebastian Zieleniecki (Mitte) köpft nach Ecke von Tunay Deniz zum 2:0 ein. Links schaut 4:0-Schütze Denis Huseinbasic zu, neben ihm Mathias Fetsch, der das frühe 1:0 erzielte.
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Enorm effizient vor dem Tor: Sebastian Zieleniecki (Mitte) köpft nach Ecke von Tunay Deniz zum 2:0 ein. Links schaut 4:0-Schütze Denis Huseinbasic zu, neben ihm Mathias Fetsch, der das frühe 1:0 erzielte.

Trotz des Siegs gegen den KSV hat Kickers Offenbach ein Problem. Der OFC kann nicht gegen den SC Freiburg II auftrumpfen. Doch nicht nur OFC-Geschäftsführer Sobotzik findet erhellende Worte.

Kassel – Thomas Sobotzik saß nach dem Spiel vor dem leeren Kasseler Auestadion und schaute in sein Handy. Womöglich hatte der Geschäftsführer der Offenbacher Kickers die Tabelle der Fußball-Regionalliga Südwest angesehen - und feststellen müssen, dass es nicht vergönnt war, einen sichtbaren Lohn für einen starken Auftritt zu erhalten. Denn das toll herausgespielte 4:0 (3:0) beim KSV Hessen Kassel bringt den OFC (71 Punkte aus 35 Spielen) nicht näher an Spitzenreiter SC Freiburg II (76 aus 34) heran. Die Breisgauer gewannen zum vierten Mal in den letzten fünf siegreichen Spielen mit einem Tor Vorsprung (2:1 in Gießen).

Dennoch oder gerade deshalb wird Sobotzik nicht müde, die Leistung der Mannschaft zu würdigen. „Wir haben in den letzten 20 Spielen 45 Punkte geholt“, sagte der Ex-Profi: „Wir spielen eine großartige Saison.“ Daran ändere auch das Aus im Hessenpokal bei Bayern Alzenau (1:2) nichts. „Wir müssen Spielern mal zugestehen, dass sie mental nicht bei 100 Prozent sind“, meinte er.

Kickers Offenbach: Lob von OFC-Trainer Sreto Ristic

Am Samstag waren die Kickers wieder bei 100 Prozent, zeigten eine eindrucksvolle Reaktion, untermauerten ihren Status als beste Rückrundenmannschaft (35 Punkte in 14 Spielen). „Wir waren sehr konzentriert, sehr fokussiert, haben Ball und Gegner sehr gut laufen lassen“, lobte Trainer Sreto Ristic. Und das, obwohl er erneut zwei Nackenschläge hinnehmen musste. Mittelstürmer Elia Soriano war angeschlagen zuhause geblieben. Nach 22 Minuten musste Serkan Firat vom Platz. Nach einem Zweikampf hatte er das Knie eines Gegenspielers an den Oberschenkel bekommen. „Ich konnte nicht mehr richtig auftreten, hoffe aber, dass es nicht so schlimm ist“, sagte der Rechtsaußen.

Firat war somit nach Soriano, Abu Bakarr Kargbo, Maik Vetter, Francesco Calabrese, Lucas Albrecht, Charles Elie Laprevotte, Tim Dierßen und Vincent Moreno Giesel der neunte Ausfall, den der OFC verkraften musste. Wie er das machte, verdiente Respekt.

OFC: Gute Körpersprache, Spielfreude und Effizienz

Nach der Führung durch Mathias Fetsch (5.), der nach schnell ausgeführtem Freistoß des überragenden Tunay Deniz (1 Tor, zwei Vorlagen) von einer orientierunglosen Kasseler Defensive profitierte, gefielen die Kickers mit guter Körpersprache, Spielfreude - und großer Effizienz. Sebastian Zielenieckis 2:0 nach Ecke von Deniz (32.) ließ der Spielgestalter per Kopfball nach Flanke von Davud Tuma das 3:0 folgen (41.). Als Kassels Adrian Bravo Sanchez (45.+1) nach einem Gerangel mit Torwart Stephan Flauder, wofür beide Gelb sahen, meckerte und die Ampelkarte sah, war die Partie vorzeitig entschieden. Denis Huseinbasic (67.) erhöhte sogar noch auf 4:0.

„Schade, dass es keine Zuschauer gab“, meinte Ristic nach dem ersten OFC-Sieg in Kassel in einem Punktspiel seit September 1997. Der 3:1-Sieg wurde später aber nach der Kasseler Insolvenz annulliert. Im Hessenpokal gab es 2011 einen Erfolg bei den Nordhessen (2:0) „Die Mannschaft hat große Anerkennung verdient“, betont Ristic.

Kickers Offenbach: Keine Pause für Spieler aufgrund von Corona

Auffällig ist, wie in diesen Tagen mit so vielen Ausfällen Spieler von der Bank kommen und ihren Part erfüllen, am Samstag sogar Maurice Pluntke, der sein Debüt nach 15 Monaten Verletzungspause gab. „Wir spielen das, was wir im Training machen, jeder weiß, was er zu tun hat“, erklärte Ristic und meinte mit Blick auf die Dauerbelastung mit der nun dritten Englischen Woche in Folge: „Wir arbeiten seit Wochen mit 16, 17 Spielern, die alles geben und wegen Corona keine Chance haben, rauszukommen und abzuschalten. Das ist nicht selbstverständlich.“

Auch Angreifer Mathias Fetsch ist stolz: „Wir lassen uns durch Rückschläge nicht aus der Fassung bringen.“ Nur eines gelingt nicht: den Rückstand auf Freiburg II zu verringern. „Warten wir mal diese Woche ab“, sagte Fetsch lächelnd. Da tritt Freiburg gegen den VfB Stuttgart II und bei Schott Mainz an, der OFC gegen Homburg und in Elversberg. (Jörg Möll)

Beim 4:0 (3:0) beim KSV Hessen Kassel wurde Tunay Deniz dem Anspruch als Unterschiedsspieler mehr als gerecht.

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