Kickers Offenbach

OFC: Ärgerliches Unentschieden gegen Elversberg

Voller Einsatz für die Kickers: Florent Bojaj im Kampf um den Ball gegen die Elversberger Kevin Conrad, Luca Dürholtz und Patryk Dragon (von links). Der OFC kam dennoch nur zu einem 0:0.
+
Voller Einsatz für die Kickers: Florent Bojaj im Kampf um den Ball gegen die Elversberger Kevin Conrad, Luca Dürholtz und Patryk Dragon (von links). Der OFC kam dennoch nur zu einem 0:0.

Trotz einer starken zweiten Hälfte musste sich Kickers Offenbach im Verfolgerduell der Fußball-Regionalliga Südwest gegen Topfavorit SV Elversberg mit einem 0:0 begnügen. Der OFC hatte ein Chancenplus, belohnte sich aber nicht.

Offenbach – Kickers Offenbach und die SV Elversberg waren vor der Saison heiße Aktien auf den Titel und den ersehnten Aufstieg in die 3. Fußball-Liga. Gestern Abend zeigten beide Mannschaften je eine Hälfte lang, warum sie das auch schaffen könnten. Das reichte aber nur zu einem 0:0 – und das bestätigte erneut, weshalb das Duell eben aktuell nur ein Verfolgerduell in der Regionalliga Südwest ist.

„Wir hatten uns einiges vorgenommen, wollten schon in der ersten Halbzeit so spielen wie in der zweiten“, resümierte Kickers-Trainer Sreto Ristic: „Letztlich war es ein verdientes Remis, auch wenn wir in der zweiten Hälfte dem Sieg näher waren.“

Eine Aufbruchstimmung hatte OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik in den Trainingseinheiten festgestellt. Die Mannschaft sauge die Inhalte, die der neue Trainer ihnen mitgebe, regelrecht auf. Vor der Partie gegen den direkten Tabellennachbarn und ebenso hoch gehandelten Titelkandidaten SV Elversberg hatte Ristic erläutert, dass er viel Wert auf Spielkontrolle lege. „Wir haben einen Plan“, sagte er vor der Partie gegen die ebenfalls bislang hinter den Erwartungen gebliebenen Saarländer.

In der ersten Hälfte ging der Plan nur im Spiel gegen den Ball auf. Gegen mutige, spielstarke und lauffreudige Elversberger kamen die Kickers offensiv lange Zeit gar nicht zur Geltung. Die Gäste suchten durchaus forsch den Weg nach vorne, hatten schnell drei Ecken herausgespielt und durch Fabian Baumgärtel (10.) auch die erste Chance. Erst in der 18. Minute kamen die Kickers zur ersten nennenswerten Offensivaktion, als Mathias Fetsch aus 23 Metern volley abzog, aber Elversbergs Torwart Frank Lehmann vor keine allzu großen Probleme stellte. Es blieb der einzige Schuss aufs Tor in Hälfte eins.

Die Kickers, die mit Tunay Deniz nach abgesessener Gelbsperre für den verletzten Denis Huseinbasic (Sprunggelenk) nur auf einer Position verändert waren gegenüber dem 4:1 bei Eintracht Stadtallendorf, taten sich extrem schwer. Und hatten Glück, als Malte Karbstein in der 29. Minute Sinan Tekerci kurz vor dem Strafraum bremste. Referee Gaetano Falcicchio entschied, dass der Ball gespielt war. Und zwei Minuten später war wieder Karbstein im Glück. Nachdem er in den Rasen getreten hatte und so sein Rückpass zu kurz geriet, nutzte Israel Suero Fernandez das Geschenk nicht und schoss links vorbei.

Das große Manko der Kickers im Spiel nach vorne: Über außen ging gar nichts, stattdessen versuchten es abwechselnd die Abwehrspieler Sebastian Zieleniecki und Karbstein mit langen Bällen auf Fetsch oder Florent Bojaj.

Das änderte sich nach Wiederanpfiff, als die Kickers mit mehr Tempo und offensiv ballsicherer agierten. Und weil sich die Außenverteidiger Ronny Marcos und Marco Fritscher (ging später angeschlagen raus) nun öfter vorne einschalteten, wurde es öfter gefährlich. In der zwingendsten Phase zwischen der 54. und 66. Minute ließen Fetsch per Kopf (54.) und Fuß (59.) sowie Zieleniecki aus der Drehung die Führung liegen.

Dass die zweite Hälfte deutlich an die Kickers ging, lag aber auch daran, dass die Gäste den Schwung und den Esprit der ersten Hälfte in der Kabine gelassen hatten. Weil die Kickers durch Fetsch (88.) und Lemmer (90.+2) zwei weitere gute Chancen ausließen, endete die Partie so, wie Spiele am Bieberer Berg gegen Elversberg oft enden: Mit einem Remis. Es war das fünfte im siebten Heimspiel in der Regionalliga gegen die Saarländer. Helfen wird das beiden Teams wenig im Bemühen, den Rückstand auf die Spitze zu verringern. „Ärgerlich“, meinte OFC-Präsident Joachim Wagner: „Die Mannschaft hat sich für die starke zweite Hälfte nicht belohnt.“

Von Jörg Moll

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare