„Jetzt wird alles infrage gestellt“

Pokalschreck OFC macht in der Liga keinem Angst

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Hängende Köpfe, leere Blicke und Erklärungsversuche: Die OFC-Spieler Marcel Stadel, Theodor Vogelsang, Nicolas Feldhahn, Daniel Endres und Stefan Vogler (von links) nach der 1:3-Pleite in Bielefeld.

Offenbach - Im DFB-Pokal top, in der 3. Liga Flop. Während die Offenbacher Kickers auf dem Weg ins Viertelfinale zwei Erst- und einen Zweitligisten aus dem Weg geräumt haben, ohne dabei einen Gegentreffer zu kassieren, läuft beim OFC in den Punktspielen weiterhin nicht viel zusammen. Von Christian Düncher

Pokalschreck Kickers Offenbach macht in der 3. Liga derzeit keinem Angst. Im Gegenteil: Mit Leistungen wie bei der jüngsten 1:3-Niederlage in Bielefeld ist der OFC bei der Drittliga-Konkurrenz ein gerne gesehener Gegner und muss den Blick nun sogar wieder nach unten richten. „Wir müssen die Fehler abstellen. Sonst sind wir schnell dort, wo keiner von uns hin will“, warnte Trainer Arie van Lent und bezeichnete die Partie am kommenden Samstag (14 Uhr) zu Hause gegen den Tabellen-15. Alemannia Aachen bereits als „wichtiges Spiel“. Zuvor steht zwar noch die Nachholpartie am Dienstagabend (18.30 Uhr) beim VfB Stuttgart II auf dem Plan. Die Austragung ist allerdings äußerst fraglich.

Verhalten bei Gegentoren „grob fahrlässig“

Den Kickers käme der Ausfall gelegen. Denn bereits das erste Spiel nach der Winterpause hat dafür gesorgt, dass es großen Redebedarf gibt. „Wir werden die Spieler auf die Nachlässigkeiten hinweisen. Aber jeder sollte sich auch mal seine Gedanken darüber machen“, sagte Trainer Arie van Lent nach der fünften Niederlage in Folge an und bezeichnete das Verhalten bei den Gegentoren als teilweise „grob fahrlässig“. Vor allem die Treffer zum 1:2 und 1:3 hatten den Fußball-Lehrer geärgert, weil die Bielefelder jeweils völlig unbedrängt zum Kopfball gekommen waren. Vor dem 1:1 hatte Zugang Jan Washausen Arminia-Torjäger Fabian Klos immerhin bedrängt. „Man kann nicht alles verhindern. Aber zweimal waren wir ja gar nicht am Gegner dran“, so van Lent.

Washausen bestätige, dass es bei gegnerischen Standardsituationen eine feste Zuteilung gibt. Und auch laut van Lent sei „alles bekannt“ gewesen. Auf die schwierigen Trainingsbedingungen in der Woche vor der Partie, als zum Teil nur der kleine Kunstrasenplatz zur Verfügung stand, wollte er die Abstimmungsprobleme nicht zurückführen. „Das ist unwichtig“, stellte er klar. „Wir kannten den Gegner und hatten uns auch in den Testspielen entsprechend auf Standardsituationen eingestellt.“

Bilder zum Spiel in Bielefeld

OFC verliert in Bielefeld

Die Leistung, die sein Team in der Offensive gezeigt hatte, stellte den Trainer immerhin einigermaßen zufrieden. „Zwischen den Strafräumen haben wir gut gespielt. Ganz vorne hat uns aber teilweise die Gefährlichkeit gefehlt“, resümierte van Lent. So vergaben Nicolas Feldhahn (aus zehn Metern über das Tor) und Mathias Fetsch (scheiterte per Kopf an Arminia-Torwart Platins) gute Chancen für den OFC. „Uns hat etwas das Glück gefehlt. Bielefeld hat seine Möglichkeiten im Gegensatz zu uns genutzt“, haderte Avdic, lag damit aber nur teilweise richtig. Verloren hatte der OFC das Spiel in der Defensive - durch Nachlässigkeiten. „Dadurch wird natürlich wieder alles infrage gestellt“, weiß van Lent, dass der Pokalbonus schnell aufgebraucht sein könnte.

Eine gute Nachricht gab es immerhin noch: Torwart Robert Wulnikowski, der in Bielefeld ausgewechselt worden war, hat sich nur eine Zerrung im Oberschenkel zugezogen. Für Dienstag stünde er noch nicht zur Verfügung. Es besteht aber Hoffnung auf einen Einsatz am Samstag.

OFC-Zeugnis gegen Arminia Bielefeld

Das OFC-Zeugnis gegen Arminia

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