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OFC: Auf Eigenwerbung folgt eigenartiger Jubel

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Von: Christian Düncher

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Stiller Jubel nach dem Siegtreffer: Kickers Offenbachs Rafael Garcia (links) freute sich über sein Tor zum 2:1 in Bahlingen nur innerlich. Rechts: Vorbereiter Philipp Hosiner.
Stiller Jubel nach dem Siegtreffer: Kickers Offenbachs Rafael Garcia (links) freute sich über sein Tor zum 2:1 in Bahlingen nur innerlich. Rechts: Vorbereiter Philipp Hosiner. © hübner

Kickers Offenbachs Routinier Rafael Garcia sticht beim 2:1-Erfolg in Bahlingen abermals als Joker, fühlt sich in dieser Rolle aber keineswegs wohl.

Offenbach – So ein spätes Führungstor ruft oft geradezu extatische Reaktionen hervor, vor allem beim Schützen. In Bahlingen jubelten nach dem 2:1 in der 88. Minute jedoch nur zehn der elf Akteure der Offenbacher Kickers, die auf dem Spielfeld standen, ausgelassen. Rafael Garcia, der den Treffer erzielt hatte, trottete hingegen beinahe teilnahmslos über den Rasen. Der Kopf war leicht gesenkt, die linke Hand hielt er vor den Mund. Innerlich habe er sich aber gefreut, versicherte Garcia.

War der stille Jubel eventuell eine Reaktion darauf, dass er zuletzt zweimal hintereinander lediglich eingewechselt worden war? Er sei natürlich „ein bisschen sauer“ gewesen, gab der 29-Jährige zu. „Das war allerdings nicht der Grund.“ Angesichts das couragierten Auftritts der Gastgeber habe er Bedenken gehabt, ob sein Tor zum Sieg reichen würde. „Ich dachte mir: Statt zu jubeln lieber ein bisschen Kräfte sparen fürs Verteidigen“, erklärte Garcia und grinste dabei.

Der Treffer in Bahlingen war erst sein zweiter in dieser Saison. Das ist eigentlich zu wenig für einen drittliga-erfahrenen Offensivmann, der zu Saisonbeginn vom damaligen Trainer Alex Schmidt als „Unterschiedsspieler“ gepriesen worden war. Diesem Anspruch wurde Garcia in der laufenden Saison jedoch bislang zu selten gerecht. Daran ändern auch seine vier Torvorlagen nichts. Es hatte bereits unglücklich begonnen für den extrem drahtigen Offensivmann. Eine in der Endphase der vergangenen Spielzeit zugezogene Muskelverletzung sorgte dafür, dass er einen Teil der Saisonvorbereitung verpasste. Bei Rundenbeginn war er unter Schmidt dennoch gesetzt, stand stets in der Startelf. Jedoch nicht auf der Linksaußen-Position. „Auf der Acht zu spielen, war für mich ungewohnt“, gab Garcia zu. Zudem schien er körperlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte zu sein. Er sei aber seit einigen Wochen komplett schmerzfrei, stellte der Mann mit der Trikotnummer sieben klar.

Garcia kam zwar bisher in allen 17 Pflichtspielen zum Einsatz, unter Interimscoach Alfred Kaminski (1) und dem neuen Cheftrainer Ersan Parlatan (3) wurde er jedoch in der jüngeren Vergangenheit viermal nur eingewechselt, steuerte dabei als Joker zwei Tore und eine Vorlage bei. In der Rolle fühlt er sich allerdings nicht wirklich wohl. „Der Trainer entscheidet. Ich kann nur gut trainieren und versuchen, Leistung zu bringen. Ich hoffe, dass ich Eigenwerbung gemacht habe.“

Das hat er. Im Gegensatz zu seiner Einwechslung in der Woche zuvor beim 1:1 gegen Mainz 05 II, als ihm wenig gelungen war, hatte Garcia in Bahlingen sofort gute Aktionen und belohnte sich für einen couragierten Auftritt mit dem Siegtor. „Ich habe gesehen, dass Philipp Hosiner auf der rechten Seite durch war und sich Lucas Hermes in die Mitte orientierte. Daher hielt ich mich im Rückraum auf. Der Ball kam weltklasse. Ich bin froh, dass wir 2:1 gewonnen haben.“ Vor allem angesichts der besonderen Umstände. „Nach einer so langen Auswärtsfahrt will man einfach nur gewinnen. Gestern im Hotel, heute den ganzen Tag hier und dann dreieinhalb Stunden Rückfahrt. Da freut man sich einfach über einen Sieg. Egal, ob gut oder nicht so gut.“

Von Christian Düncher

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