Kickers Offenbach

OFC: Auftakt bei Angstgegner Walldorf

Maik Vetter war als einer der wenigen Spieler aus dem aktuellen Kader vergangene Saison dabei, als der OFC 2:2 beim FC Astoria Walldorf spielte, und könnte dort heute sein Comeback nach langer Verletzungspause geben. Es wäre zugleich des Saisondebüt des Vizekapitäns.
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Maik Vetter war als einer der wenigen Spieler aus dem aktuellen Kader vergangene Saison dabei, als der OFC 2:2 beim FC Astoria Walldorf spielte, und könnte dort heute sein Comeback nach langer Verletzungspause geben. Es wäre zugleich des Saisondebüt des Vizekapitäns.

Mit der Partie bei Astoria Walldorf beginnt für Kickers Offenbach morgen (19 Uhr) die Saison-Fortsetzung in der Fußball-Regionalliga Südwest. Auf dem Papier ist der OFC (5.) beim Klub aus dem Kraichgau (17.) Favorit, allerdings gab es dort selten etwas zu holen. Trainer Angelo Barletta warnt zudem vor Walldorfs Sturm-Routinier Burgio.

Offenbach – Für Willi Kempf steht der Verlierer schon vor dem morgigen Spiel zwischen Astoria Walldorf und Kickers Offenbach (19 Uhr) fest. „Das ist eine Niederlage für den Fußball“, schimpfte der Präsident der Gastgeber, nachdem das Landgericht Mannheim am Mittwoch mit seinem Urteil den Weg für den Restart der Regionalliga Südwest freigemacht hatte. Walldorf und fünf weitere Klubs hatten dagegen geklagt, da sie ihn für unzumutbar halten. Kempf ist tief enttäuscht, „dass die Regionalliga, auch wenn die Politik es zulässt, kein Verantwortungsgefühl zeigt“.

Beim OFC sieht man das anders. Aufgabe der Regionalliga Südwest GbR sei es, den Spielbetrieb zu organisieren sowie durchzuführen, sagte Thomas Sobotzik, Geschäftsführer der Kickers. Und weil die Landesregierungen die viertklassige Liga dem Profisport zugeordnet haben, gebe es keinen Grund, nicht zu spielen. „Ich bin froh, dass wir wieder unserer Arbeit nachgehen können. Wir lieben Fußball. Für viele Leute ist das ein Lebensinhalt, vor allem an einem so emotionalen Standort wie Offenbach“, so Sobotzik. Fehlendes Verantwortungsgefühl könne er nicht erkennen. Allen Vereinen sei klar gewesen, dass es corona-bedingt zu Problemen kommen würde und man flexibel sein müsse. Das sei auch alles in einer Vereinbarung festgehalten worden.

Der Ex-Profi sieht seinen Klub, der sich vehement für eine Fortsetzung des Spielbetriebs eingesetzt hat, „in eine Ecke gestellt“. Und das Wort „solidarisch“ werde ohnehin geradezu missbraucht.

Trainer Angelo Barletta hält ein Weiterspielen ebenfalls nicht für verantwortungslos. „Wir achten strikt auf die Einhaltung der Hygieneregeln“, stellte er klar. „Abstände werden überall gewahrt, auch im Bus. Mit der Vorgehensweise fahren wir sehr gut.“ Um das zu gewährleisten, reist nur der 18er-Kader gemeinsam an. Der OFC setzt damit die Empfehlung der Regionalliga um, die so das Risiko einer Ansteckung reduzieren will. Ein weiteres Mittel ist die neue Schnelltestspflicht vor jeder Partie.

Im Mannschaftsbus der Kickers werden also jede Menge Plätze frei bleiben, obwohl Barletta diese problemlos füllen könnte. „Wir haben das Glück, dass fast alle an Bord sind und wir somit eine große Auswahl haben“, sagt der Trainer, der neben Kargbo (Reha nach Kreuzbandriss) und Pluntke (Trainingsrückstand) lediglich auf Lemmer (Leistenprobleme) verzichten muss. Offen scheint aber nur die Besetzung von eins, zwei Mittelfeldpositionen zu sein.

Zur möglichen Aufstellung äußerte sich der OFC-Coach nicht, aber zur Einstellung: „Wir sind zu 100 Prozent fokussiert, haben diese Woche konzentriert gearbeitet und wollen unbedingt in Walldorf gewinnen.“ Damit würden die Kickers ihre schlechte Bilanz aufpolieren. „Wir hatten dort grundsätzlich immer Probleme“, weiß Barletta. In sechs Spielen beim FC Astoria gelang den Kickers nur ein Sieg (2:1 in der Saison 2017/18 durch Tore von Akgöz und Hodja). Zwei der drei Unentschieden gab es in den letzten beiden Partien. Dazu stehen zwei Niederlagen zu Buche. Davon, dass Walldorf (17.) den ersten potenziellen Abstiegsplatz belegt, will sich der OFC-Trainer nicht blenden lassen: „Sie waren vergangene Saison sensationell Fünfter und haben einen Top-Stürmer.“ Giuseppe Burgio blüht im Alter von 32 Jahren auf und spielt mit neun Toren in zwölf Partien seine beste Regionalliga-Saison. „Walldorf spielt sehr sturmlastig und schaltet gut um. Burgio spielt nun mehr im Zentrum“, weiß Barletta, stellt aber klar: „Wir haben auch gute Stürmer.“ Ein offener Schlagabtausch soll es aber nicht unbedingt werden: „Ich schieße gerne Tore, kassiere aber ungern welche.“

Von Christian Düncher

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