Kickers Offenbach

OFC: Garcia kommt aus Mannheim - Breitenbach auf Formsuche

Schwächen im Passspiel zeigte OFC-Zugang Jayson Breitenbach (links, gegen Ulms Jannik Rochelt) in den ersten drei Punktspielen. Hinten: Lucas Hermes, der rechts zumeist vor Außenverteidiger Breitenbach spielt.
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Schwächen im Passspiel zeigte OFC-Zugang Jayson Breitenbach (links, gegen Ulms Jannik Rochelt) in den ersten drei Punktspielen. Hinten: Lucas Hermes, der rechts zumeist vor Außenverteidiger Breitenbach spielt.

Jayson Breitenbach, der neue Rechtsverteidiger des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, hat bislang noch nicht überzeugt. Von seinem Vorgänger hat sich der OFC heue endgültig getrennt, dafür kam ein erfahrener Spieler für die Offensive.

Offenbach – Erst ein missratenes Zuspiel in die Füße des Gegners, dann ein verlorener Zweikampf auf Höhe der Mittellinie und schließlich ein Foul, das die Gelbe Karte zur Folge hatte: Diese Szene aus der 87. Minute stand symptomatisch für den Auftritt von Kickers Offenbachs Zugang Jayson Breitenbach bei der 1:2 (1:0)-Heimniederlage gegen den SSV Ulm 1846.

Es war ein gebrauchter Tag für den OFC im Allgemeinen und für den Rechtsverteidiger im Besonderen. Dennoch stellte sich der 23-Jährige nach der Partie den Fragen der Medienvertreter.

„Wir haben nach dem 1:0 nachgelassen. Ulm hat verdient gewonnen“, sagte Breitenbach und ging in die Fehleranalyse: „Wir waren nicht nah genug um Mann und die Bälle kamen nicht an.“ Das galt vor allem für ihn selbst. Der gebürtige Gelnhausener, der einst in der OFC-Jugend gespielt hatte und vor der Saison über die Stationen FSV Mainz 05 (U17 bis U23) und 1.FC Saarbrücken (24 Drittliga-Einsätze) an den Bieberer Berg zurückgekehrt war, begann ordentlich. Als nach der Offenbacher Führung Ulms Druck zunahm, häuften sich bei ihm aber die Unsicherheiten. Breitenbach war damit nicht alleine, aber die Fehlpass-Quote war bei ihm - und Tunay Deniz - sehr hoch. Beide Gegentore wurden zudem über seine Seite eingeleitet.

Trainer Sreto Ristic gab zu, dass die Kickers rechts „allgemein Probleme“ und „keinen Zugriff“ hatten, verzichtete aber auf eine Einzelkritik. Er müsse sich das Spiel erst auf Video anschauen. Die Analyse entlastet Breitenbach teilweise. Vor dem 1:1 ließ er seinem Gegenspieler zwar etwas viel Platz. Den entscheidenden Fehler beging jedoch Vordermann Christian Stark, der unnötig zum Doppeln kam. Niclas Jann lief in den offenen Raum hinter den beiden OFC-Spielern, erhielt den Ball und passte in die Mitte, wo Tobias Rühle nur den Fuß hinhalten musste. Vor dem 1:2 stand Offenbachs Restverteidigung mit Breitenbach sowie Marcos unglücklich, bekam allerdings auch wenig Unterstützung. Deniz musste nach seinem abgefangenen Freistoß von der linken Seite nach rechts eilen, wurde ausgespielt. Pass in die Schnittstelle zwischen Breitenbach und Marcos, quer gelegt, Tor.

Auch wenn den Rechtsverteidiger keine direkte Schuld bei den Gegentreffern trifft, bleibt der Eindruck, dass er von den drei Zugängen, die bisher immer in der Startelf standen, am wenigsten angekommen ist. Allerdings: Für Defensivspieler ist es bisweilen schwieriger sich einzugewöhnen als für Offensivleute. Breitenbach ist der einzige neue Part in der Viererkette, muss sich zudem mit seinem Vordermann abstimmen. Er hatte bisher drei: Serkan Firat, Lucas Hermes und Stark. Vielleicht auch deshalb verzichtete Ristic gegen Ulm darauf, auf dieser Position zu wechseln. Er hätte den Neuen damit möglicherweise demontiert und im Umfeld eine Diskussion über den Sinn der Ausbootung von Marco Fritscher angestoßen.

Die Geduld mit Breitenbach ist auch deshalb verständlich, weil dieser mit seinen 23 Jahren noch zur Fraktion der „Youngster“ beim OFC zählt. Andererseits: Von einem drittliga-erfahrenen ehemaligen U-Nationalspieler erwartet man etwas mehr, vor allem im Umgang mit dem Ball. So stellt sich natürlich langsam die Frage, ob nicht doch ein Wechsel auf dieser Position sinnvoll wäre. Zumal der OFC in Maik Vetter einen erfahrenen Spieler in der Hinterhand hat, der vergangene Saison unter Ristic als Rechtsverteidiger zu den Stammkräften zählte, wenn er nicht verletzt war.

22 Mal kam Vetter in der abgelaufenen Spielzeit zum Einsatz, in der aktuellen Runde noch keine Sekunde. Diese Konstellation ist nicht ungewohnt für den Blondschopf, der die Kickers-Tugenden wie Kampf und Einsatz verkörpert wie kein anderer Spieler. Jahr für Jahr stellt sich die Frage, wo Vetter seinen Platz haben wird. Bisher hat er ihn stets gefunden - auch aufgrund seiner Vielseitigkeit. Der 29-Jährige spielte beim OFC schon alles - außer Torwart. Ristic setzte ihn stets rechts in der Abwehr ein, auch im fünftletzten Spiel der vergangenen Saison beim 4:2 gegen den FC Rot-Weiß Koblenz (die Fußball-Abteilung der Turn- und Sportfreunde wurde dieses Jahr ausgegliedert), bei dem der OFC am Samstag (14 Uhr) gastiert.

Der gelernte Defensivspieler Vetter ist ein verlässlicher Verteidiger, der gerne mit dem Ball am Fuß marschiert. Breitenbach bevorzugt eher das Passspiel. Aber genau in diesem Punkt offenbarte er zuletzt die meisten Schwächen. (Von Christian Düncher)

OFC holt Garcia und gibt Fritscher ab

Kommen und Gehen bei Kickers Offenbach: Am späten Montagnachmittag gab der Fußball-Regionalligist die Auflösung des Vertrages mit Rechtsverteidiger Marco Fritscher (26) bekannt. Nur 45 Minute später vermeldete der OFC die Verpflichtung von Rafael García (27, zuletzt Waldhof Mannheim). Der Deutsch-Spanier sei in der Offensive flexibel einsetzbar, spiele aber bevorzugt außen, teilte der OFC mit. Trainer Sreto Ristic und Geschäftsführer Thomas Sobotzik kennen Garcia vom Chemnitzer FC. Gemeinsam stiegen sie in die 3. Liga auf. Dort erzielte er in 74 Spielen elf Tore und bereitete neun vor. Hinzu kommen 188 Regionalliga-Spiele (36 Tore, 40 Vorlagen).

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