Einbürgerung von Torjäger Jake Hirst zieht sich hin

Bremst der Brexit die Offenbacher Kickers?

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OFC-Außenverteidiger Julian Scheffler (Mitte) besitzt, worauf der Engländer Jake Hirst (links) und der Österreicher Francesco Lovric (rechts) noch warten: die deutsche Staatsbürgerschaft. 

Offenbach - Da U23-Spieler bei den Offenbacher Kickers rar sind, soll ein Duo, das unter diese Regel fallen würde, die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Das dauert jedoch länger als erhofft. Von Christian Düncher

Trainer Daniel Steuernagel beschäftigen vor dem Spiel gegen Balingen aber noch andere Themen. Bernd Winter ist mit seinen Wünschen für Heiligabend in diesem Jahr früh dran. „Ich hoffe, wir schaffen es bei beiden bis Weihnachten“, sagt der Teammanager der Offenbacher Kickers. Die Rede ist von der Einbürgerung der Spieler Jake Hirst und Francesco Lovric. In beiden Fällen hatten die Kickers vor rund sechs Wochen Kontakt mit der zuständigen Behörde aufgenommen und unterschiedliche Antworten erhalten. In Offenbach, dem Wohnort des Österreichers Lovric, war laut Winter davon die Rede, dass es drei Monate dauern wird. In Hirsts Heimatort Bad Nauheim geht man hingegen von bis zu sechs Monaten aus.

Dass der Engländer Hirst offenbar länger warten muss, ist überraschend, da er in Bad Nauheim geboren wurde und seitdem in Deutschland lebt. Die Einbürgerung sollte insofern kein komplizierter Vorgang sein. Warum dauert es also dennoch so lange? Winter kann darüber nur spekulieren: „Vielleicht liegt es am Brexit.“ Seit dem Beschluss zum Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU ist die Zahl der Briten, die die deutsche Staatsbürgschaft beantragt haben, nämlich exorbitant gestiegen.

Der OFC muss sich also gedulden und bei der Kaderzusammenstellung für den jeweiligen Spieltag jonglieren. Vier deutsche U23-Spieler sind pro Partie Pflicht auf dem Bogen, sieben zählen derzeit zum Profi-Aufgebot, aber von denen spielten zwei (Semih Sentürk und Gerrit Gohlke) bislang noch keine Rolle. Bleiben also nur fünf: die zuletzt gesetzten Julian Scheffler und Luka Garic sowie Christos Stoilas, Kevin Ikpide und der dritte Torwart Bilal Jomaa Zabadne. Da überrascht es nicht, dass Trainer Daniel Steuernagel gerne etwas mehr Auswahl hätte. Lovric (23), der teamintern bereits den deutschen Spitznamen „Franz“ hat, und Hirst (22) könnten für diese zusätzliche Auswahl sorgen, sofern die Behörden zustimmen.

Wie akut das Problem ist, zeigt sich vor dem Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Aufsteiger TSG Balingen, für das neben Florian Treske (Zehenverletzung) und Lucas Albrecht (Einsatz fraglich) in Stoilas einer der U23-Spieler auszufallen droht. Sebastian Brune, eigentlich die Nummer zwei in der Torhüterhierarchie, müsste dann auf die Tribüne und Zabadne würde in den Kader rücken. Kein Drama, aber zumindest eine Einschränkung.

Steuernagel ist unterdessen damit beschäftigt, seine nach dem 3:1-Erfolg bei Spitzenreiter Mannheim euphorisierte Mannschaft auf die kommende Aufgabe zu fokussieren. „Nach dem letzten Superspiel gegen den FSV Frankfurt haben wir den Fehler gemacht, nachzulassen. Balingen müssen wir jetzt mit der gleichen Leidenschaft bespielen wie zuletzt Mannheim“, fordert der Trainer und betont mit Blick auf die Tabelle: „Wir müssen jetzt nachlegen.“ Zugleich warnt Steuernagel jedoch auch vor den Stärken des Aufsteigers, der mit 14 Punkten (11:14 Tore) nur auf dem viertletzten Platz liegt: „Das ist eine sehr disziplinierte Mannschaft, die gut gegen den Ball arbeitet, sehr gut bei Standards ist und bislang wenige Gegentore zugelassen hat. Das wird für uns ein hartes Stück Arbeit.“

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