Nach zehn Spielen auf Tribüne „da, als er gebraucht wurde“

Comeback macht Göcer Hoffnung

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Nach langer Zeit endlich mal wieder für die Offenbacher Kickers in einem Punktspiel am Ball: Serkan Göcer gab in der Partie beim VfB Stuttgart II sein Comeback - als Rechtsverteidiger.

Offenbach - Dass es Serkan Göcer zehnmal in Folge nicht in den Kader des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach geschafft hatte, hat ihm arg zugesetzt. Seit Samstag schöpft der 25-Jährige neue Hoffnung. Beim 4:2-Sieg in Stuttgart stand Göcer als Rechtsverteidiger in der Startelf. Von Jörg Moll 

Zehn Spiele nicht mitwirken zu können, das ist Serkan Göcer schon einmal passiert, seit er im August 2016 zu Kickers Offenbach kam. Im November 2017 hatte er sich gegen 1899 Hoffenheim II eine Schulterverletzung zugezogen, die ihn fast fünf Monate zum Zusehen zwang. Zehn Spiele nicht mitwirken zu dürfen, war dagegen eine neue Situation. Trainer Daniel Steuernagel hatte Göcer nur zu Beginn der Saison dreimal in den Kader berufen. Beim 1:1 in Walldorf wurde der 25-Jährige eingewechselt, am dritten und vierten Spieltag stand er gegen Mainz 05 II (0:1) und in Ulm (1:2) als Sechser in der Startelf. Seit seiner Auswechslung zur Pause in Ulm war Göcer aber außen vor und gewissermaßen das Gesicht des Fehlstarts des OFC.

„Es war keine einfache Zeit“, räumte Göcer ein: „Ich war Stammspieler - und dann ganz draußen.“ Zehnmal saß er nur als Zuschauer auf der Tribüne. Lediglich im Hessenpokal in Alzenau (3:2) und gegen Dreieich (1:2) wirkte er mit.

Das Lächeln fiel ihm am Samstag auch nach der Rückkehr in die Startelf schwer. „Ich habe versucht, mir Sicherheit zu holen“, erklärte er. Göcer durfte in Stuttgart als Rechtsverteidiger ran - eine Position, die er spielen kann, aber kurioserweise letztmals gegen diesen Gegner spielte. Am 31. Oktober 2017 hatte ihn der damalige Trainer Oliver Reck beim 2:2 in Stuttgart hinten rechts aufgeboten. Reck sah ihn sonst meist im zentralen Mittelfeld, zweimal aber auch als Innenverteidiger. „Das ist meine Stärke, dass ich auf mehreren Positionen spielen kann“, meinte Göcer. Nur gefragt war seine Vielfältigkeit zuletzt nicht mehr. Bis Samstag. „Er war einfach mal dran“, meinte Daniel Steuernagel: „Es war einfach an der Zeit, auf dieser Position zu wechseln.“ Eine klare Ansage an Jan Hendrik Marx. Der 23-Jährige, 14 Mal in Folge rechts hinten gesetzt, hatte zuletzt einige schwächere Partien absolviert, war gegen Balingen und Pirmasens jeweils an den Gegentoren beteiligt.

OFC-Zeugnis gegen den VfB Stuttgart II

Marx’ Schwächephase war Göcers Chance. „Er war da, als wir ihn gebraucht haben“, freute sich Sportdirektor Sead Mehic. „Er hat das sehr ordentlich gemacht“, lobte Steuernagel. Göcer selbst hielt sich mit Einschätzungen zurück: „Ich habe erst mal versucht, keine Fehler zu machen.“ Das gelang ihm weitgehend. Nach und nach setzte Göcer auch Akzente in der Offensive, traf mit schönem Volleyschuss den Außenpfosten (40.). Defensiv hatte er gegen den agilen Tomic zwar keinen leichten Stand, aber weitgehend alles unter Kontrolle. Vor dem 2:2 verlor er zwar einen Zweikampf an der Außenlinie gegen Stuttgarts Linksaußen, doch ursächlich war das für das zweite Gegentor nicht.

„Es hat gutgetan, mal wieder zu spielen“, meinte Göcer und erlaubte einen kurzen Einblick in die Seele. „Ich habe viel gelernt in dieser Zeit“, erklärte er: „Vor allem eines: Immer Gas zu geben.“ Denn noch einmal will er nicht zehn Spiele in Folge zusehen müssen.

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