OFC: Breitenbach und Vetter gefragt

Linksverteidiger fällt aus: Defensive Außenbahnen sind Problemzone bei Kickers Offenbach

Sorgenvolle Miene: OFC-Linksverteidiger Ronny Marcos nach seiner Auswechslung im Spiel beim FC Rot-Weiß Koblenz mit bandagiertem Knöchel. Wie lange der 27-Jährige ausfällt, war am Montag noch unklar.
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Sorgenvolle Miene: OFC-Linksverteidiger Ronny Marcos nach seiner Auswechslung im Spiel beim FC Rot-Weiß Koblenz mit bandagiertem Knöchel. Der 27-Jährige erlitt einen Bänderriss und fällt voraussichtlich 14 Tage aus.

Nach dem Ausfall von Ronny Marcos sind bei Kickers Offenbach hinten auf den Außenbahnen Jayson Breitenbach und der in Koblenz ausgewechselte Maik Vetter gefragt.

Offenbach – Es war die bitterste Szene eines ohnehin ernüchternden Auftritts des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach bei Rot-Weiß Koblenz (1:1). Linksverteidiger Ronny Marcos krachte in einem der vielen rustikal geführten Zweikämpfe mit Arthur Ekallé zusammen. Der 27-Jährige sackte zu Boden, schrie vor Schmerz - und humpelte dann raus. Der Dauerbrenner hinten links (56 Einsätze seit Juli 2019) erlitt einen Bänderriss im Sprunggelenk, der nicht operiert werden muss. Er fällt nach Angaben von OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik voraussichtlich 14 Tage aus. Das verstärkt in jedem Fall die Probleme auf den defensiven Außenbahnen.

Denn auch hinten rechts läuft es nach den ersten vier Partien alles andere als rund. In den ersten drei Spielen gab Trainer Sreto Ristic Jayson Breitenbach dort das Vertrauen. Der 23-Jährige, im Sommer vom Drittligisten 1. FC Saarbrücken gekommen, erhielt nach durchwachsenen Auftritten eine Pause in Koblenz, die aber nur 45 Minuten währte. Dann wechselte Ristic den erstmals in dieser Saison aufgebotenen Maik Vetter wieder aus. „Es waren Leistungsgründe“, erklärte Ristic: „Maik ist gar nicht richtig reingekommen.“ Vetter sah beim Gegentor nicht gut aus, agierte im Spielaufbau zuweilen unglücklich. Aber er war bei weitem nicht der einzige Offenbacher, der unter seinen Möglichkeiten spielte.

Kickers Offenbach: Ristics Wechsel beim OFC wurde zum Problem

Ristics Wechsel wurde dennoch erst wenig später zum Problem. Weil Breitenbach, der erster Vertreter von Marcos ist, rechts hinten bleiben musste, schickte der Kickers-Coach Davud Tuma nach hinten links. Eine Dauerlösung dürfte das aber nicht werden. „Das war natürlich so nicht geplant“, räumte Ristic ein. Zumal der offensiv denkende Tuma in Rafael Garcia einen Vordermann haben würde, der sich mit Marcos zwar recht schnell verstand, dabei aber von dessen Defensivtreue profitierte.

Rückt also Breitenbach, der in der zweiten Hälfte ebenfalls nicht sonderlich überzeugte, am Freitag (19 Uhr) gegen die TSG 1899 Hoffenheim II nach links, wird Ristic wieder auf jenen Mann setzen müssen, dem er in Koblenz schnell das Vertrauen entzogen hatte. Der 30-jährige Vetter, mit 202 Einsätzen in der Regionalliga Südwest der erfahrenste Akteur im OFC-Kader, schlich nach dem Spiel mit ernster Miene zum Mannschaftsbus.

Seitdem der vielseitig einsetzbare Blondschopf von Ristic auf die Rechtsverteidigerposition eingeschworen wurde, muss er um seinen Stammplatz, den er seit 2014 über Jahre hatte, kämpfen. Vergangene Saison war er erst lange verletzt, dann kämpfte er sich rein und verdrängte den dann ebenfalls verletzten Marco Fritscher. Der ist mittlerweile zu Viktoria Aschaffenburg in die Regionalliga Bayern abgewandert. Doch Vetter blieb zunächst wieder außen vor - bis Koblenz. Der so gerne als Mentalitätsspieler gelobte Rechtsfuß dürfte an der Auswechslung zu knabbern haben, gehört er doch zu den Spielern, die Vertrauen benötigen, um Bestleistungen zu zeigen. Wie sehr ihn Trainerunterstützung beflügelt, zeigte sich in der Spielzeit 2017/2018, in der Vetter unter Oliver Reck häufig als lauf- und sprintstarker Stürmer auflief und auf zehn Tore und fünf Vorlagen kam.

OFC: Rechte Außenbahn bei Kickers Offenbach ist ei Problem

Überhaupt ist die rechte Außenbahn seit dem Abschied von Jan-Hendrik Marx (mittlerweile beim Zweitligisten FC Ingolstadt), der unter Oliver Reck den Sprung zu den Profis schaffte und fortan gesetzt war, eine Problemzone. Mal probierte sich Serkan Göcer dort, dann wurde Marco Schikora verpflichtet und nach einem Jahr wieder Richtung 3. Liga (FSV Zwickau) ziehen gelassen. Konstanz gab es auf dieser Position also nur selten.

Ein Problem auf den Außenbahnen sieht Ristic aber dennoch nicht. „Wir haben genügend Spieler, die diese Positionen spielen können“, sagt er, namentlich meint er Breitenbach, Talent Vincent Moreno Giesel - und eben Vetter. An dessen Qualitäten wird sich in dieser Woche Ristic sicher erinnern. Seit er als Trainer im Januar die Kickers anleitet, hat er Vetter 16 Mal als Außenverteidiger aufgeboten. Verloren hat der OFC keine Partie - auch in Koblenz nicht. (Jörg Moll)

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