Der „ewige Endres“

Mit Nummer 16 endlich Nummer 1

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Ein langer Weg zur Nummer eins: Daniel Endres spielt seit der Jugend für den OFC und erlebte zumeist als Reservist viele Höhen und Tiefen mit. Mit 28 Jahren geht er in der Regionalliga erstmals als Stammtorhüter in die Saison.

Offenbach - Die Vorfreude auf den Saisonstart in der Fußball-Regionalliga Südwest am Freitag (19 Uhr) bei TuS Koblenz ist aus jedem einzelnen Wort herauszuhören. Daniel Endres hat auch allen Grund dazu. Von Jörg Moll

Schließlich geht für ihn eine lange Zeit als Kronprinz im Offenbacher Tor zu Ende. Der 28-Jährige ist seit 1995 im Verein und seit 2004 Profi. Doch erst jetzt geht der „ewige Endres“ als klare Nummer eins in die Saison. „Jetzt möchte ich länger die Nummer eins sein, als ich die Nummer zwei war“, sagt er.

Endres ist die personifizierte Offenbacher Vereinstreue. Seit 18 Jahren streift sich der 1,84 Meter große Torwart die Handschuhe für den OFC über. Lediglich 2010 bis 2011 durfte er das nicht, weil der damalige Trainer Wolfgang Wolf in der 3. Liga lieber einen jungen Torhüter haben wollte und Tobias Wolf (Hessen Kassel) den Vorzug gab. „Du bist mir zu alt, hat er zu mir gesagt“, erinnert sich Endres an eine der größten Enttäuschungen seiner Karriere. Nach zwölf Monaten Arbeitslosigkeit suchte der OFC wieder einen Torhüter - und fand ihn in Daniel Endres. „Ich habe viele Höhen und Tiefen miterlebt, da könnte ich einen ganzen Abend lang erzählen“, sagt Endres. 2005 war der größte Moment, als der Aufstieg in die 2. Liga gelang. 2008 saß er beim 0:3 in Osnabrück auf der Bank, das den bitteren Abstieg am letzten Spieltag bedeutete. Endres blieb mit dem Versprechen der Verantwortlichen, die neue Nummer eins zu werden. Wenig später kam Robert Wulnikowski. Endres blieb trotzdem, auch nach dem neuerlichen Tiefschlag mit der Lizenzverweigerung im Juni dieses Jahres musste er nicht lange überlegen. „Das ist die Chance für mich als Nummer eins.“

Erfüllung eines Kindheitstraums

Daniel Endres bei der Aufstiegsfeier 2005 mit Trainer Hans-Jürgen Boysen.

Es ist auch die Erfüllung eines Kindheitstraums, der bei Rot-Weiß Offenbach begann und ihn nach einem halben Jahr in der Jugend von Eintracht Frankfurt nach Offenbach führte. „Auf die richtige Mainseite“, wie Endres grinsend betont. Als Jugendlicher stand er selbst im Fanblock - jetzt tritt er die Nachfolge von Publikumslieblingen wie Cesar Thier und Robert Wulnikowski an. „Gerade Cesar hat mir viele Tipps gegeben“, blickt er an die Zeiten mit dem gebürtigen Brasilianer, der von 2000 bis 2008 231 Spiele für den OFC bestritt, gerne zurück. Auch zu Wulnikowski verband ihn stets ein kollegiales Verhältnis.

Endres fühlt sich bereit für die neue Rolle. „Ich möchte zu einer Identifikationsfigur werden“, sagt der Mann, in dessen Vita 15 Zweitligaeinsätze und neun Drittligapartien stehen. „Um das zu schaffen, muss ich konstant gute Leistungen bringen.“ Trainer Rico Schmitt ist überzeugt, dass er den gewünschten Rückhalt gefunden hat. Schon in der vergangenen Saison machte Endres in der 3. Liga mit guten Auftritten auf sich aufmerksam. In vier Partien blieb er dreimal ohne Gegentor. Jetzt tritt er endgültig aus dem Schatten der Vorgänger. „Er ist unsere klare Nummer eins“, sagt Schmitt: „Und das hat er sich auch verdient.“ Das Vertrauen des Trainers freut Endres. Noch mehr begeistert ihn die „gigantische Resonanz“ der Fans. Dass alle 1400 Tickets für das Auswärtsspiel seit gestern verkauft sind, „ist überragend“. Anhänger, die noch keine Karte haben, versuchen über Internet-Verkaufsplattformen Zutritt zum Spiel in Koblenz zu erlangen. Wer zu Hause bleibt, kann das Spiel im Live-Ticker bei uns verfolgen.

OFC-Kader der Saison 2013/2014

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