Erst heute siegen, dann gegen Mannheim

Basis schaffen für ein Schlüsselspiel

Hart am Mann: Innenverteidiger Benjamin Kirchhoff (gegen Steinbachs Shqipon Bektasi) kam für den OFC diese Saison in 29 von 31 Spielen zum Einsatz. Sein Vertrag läuft aus. - Foto: Pressehaus
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Hart am Mann: Innenverteidiger Benjamin Kirchhoff (gegen Steinbachs Shqipon Bektasi) kam für den OFC diese Saison in 29 von 31 Spielen zum Einsatz. Sein Vertrag läuft aus.

Offenbach - Durch das 2:3 zu Hause gegen die TuS Koblenz hat sich Kickers Offenbach vor der Partie am Samstag (14 Uhr) in Stadtallendorf unter Druck gesetzt. „Das darf uns nicht belasten“, sagt Benjamin Kirchhoff. Von Christian Düncher

Der Innenverteidiger weiß: Mit einem Sieg kann der OFC die Basis dafür schaffen, dass die Partie gegen Mannheim ein echtes Schlüsselspiel wird. Diese Premiere hat für Kickers Offenbach Finalcharakter: Wenn der OFC am Samstag erstmals ein Punktspiel bei Eintracht Stadtallendorf absolviert, ist Verlieren verboten, wenn man im Kampf um den zweiten Platz in der Fußball-Regionalliga Südwest nicht auf fremde Hilfe angewiesen sein will. Dessen ist sich auch Benjamin Kirchhoff bewusst. Der Innenverteidiger gibt sich gelassen: „Wir wissen die ganze Zeit, dass wir uns nur wenige Ausrutscher erlauben dürfen.“

Im März hatte der heimstarke OFC aber gleich zweimal zu Hause gepatzt, jeweils gegen Teams aus der unteren Hälfte der Tabelle: 2:2 gegen Worms, 2:3 gegen Koblenz. „Wir haben zu Hause zu viele Gegentore kassiert“, so Kirchhoff. Da trifft es sich gut, dass man nun auswärts antritt. In der Fremde klappte es zuletzt nämlich besser. Laut Kirchhoff will man in Stadtallendorf an die Leistungen aus den Spielen beim FSV Frankfurt (3:1) und in Walldorf (2:1) „anknüpfen“ und so dafür sorgen, dass das Verfolgerduell mit Waldhof Mannheim am nächsten Samstag (15.30 Uhr) zum echten Showdown wird. Im Falle eines Sieges des OFC gegen den Erzrivalen könnten beide im weiteren Saisonverlauf maximal auf 75 Punkte kommen. Dann müsste die Tordifferenz über Platz zwei entscheiden. „Wenn wir in Stadtallendorf gewinnen, will ich mal erleben, wie Mannheim dann hier gegen uns spielt“, sagt Kirchhoff. „Das Wichtigste ist aber erst mal, dass wir an Stadtallendorf denken. Wenn wir dort nicht gewinnen, haben wir es vielleicht auch nicht verdient, um den Aufstieg mitzuspielen“

Die Mittelhessen kämpfen zwar um den Klassenerhalt und haben zudem Personalsorgen, bereiteten dem OFC jedoch bereits bei dessen 1:0-Hinspielsieg Probleme. Die Partie ist für Stadtallendorf zudem so etwas wie das Spiel des Jahres. „Wir wissen, dass das eine besondere Situation ist, können das aber gut einschätzen“, meint Reck. Man spiele gegen eine „unbequeme, freche Mannschaft“, sei jedoch weiterhin von der eigenen Stärke überzeugt. „Es geht um uns. Wir wollen mit unserer Art beeindrucken, nicht mit Sprüchen auf der Pressekonferenz“, betont der OFC-Coach. Die Kickers wollen also Taten folgen lassen. Eine starke Defensive soll dabei als Basis dienen. „Wir wollen endlich mal wieder zu null spielen“, sagt Kirchhoff.

Bilder vom Hinspiel

OFC-Heimspiel gegen Stadtallendorf: Bilder

Kickers Offenbach gegen TSV Eintracht Stadtallendorf: Bilder
Kickers Offenbach gegen TSV Eintracht Stadtallendorf: Bilder
Kickers Offenbach gegen TSV Eintracht Stadtallendorf: Bilder
Kickers Offenbach gegen TSV Eintracht Stadtallendorf: Bilder
OFC-Heimspiel gegen Stadtallendorf: Bilder

Der Vertrag des Innenverteidigers läuft aus. Bislang gab es nur „lose Gespräche“. Den Abwehrspieler macht das nicht nervös. Im Gegenteil. „Ich will nicht abgelenkt werden“, betont er und ergänzt mit Blick auf die Tatsache, dass ihn die Kickers 2016 verpflichtet hatten, als er vertragslos war: „Ich will dem Verein helfen, weil er mir geholfen hat.“ Bedeutet: Der Verteidiger will mit dem OFC die Aufstiegsspiele erreichen. Dort kennt er sich aus. Einst schaffte er mit der U17 und der U19 des FSV Frankfurt in der Relegation den Aufstieg. „Das ist ein gutes Omen“, sagt Kirchhoff, relativiert jedoch umgehend: „Das war damals ein anderer Druck.“

Fans im Fokus

Weil OFC-Anhänger zuletzt wiederholt Gegenstände aufs Spielfeld geworfen hatten (im Derby beim FSV Frankfurt sogar eine Mayonnaise-Flasche), stehen die Fans der Kickers unter Beobachtung. Eine Strafe wird es auf jedem Fall geben. Wie diese ausfällt, richtet sich auch danach, ob es in den kommenden Partien zu weiteren Vorfällen kommt. Als extremste Maßnahme droht sogar die Installation eines Fangnetzes vor der gesamten Waldemar-Klein-Tribüne.

Kein Zutritt mit Fanutensilien der Frankfurter Eintracht

„Der Kultklub kommt“ – der Slogan, mit dem Eintracht Stadtallendorf für die Partie gegen Kickers Offenbach wirbt, zeigt, wie sehr sich die Mittelhessen auf die Partie freuen. Und damit diese nicht nur zu einem Zahltag wird, sondern zu einem friedlichen Festtag, greift man zu ungewöhnlichen Mitteln. „Dieses Spiel darf nicht zur Plattform von Anhängern von Eintracht Frankfurt werden, die Konfrontation mit den Kickers-Fans suchen“, heißt es in einer Mitteilung. Daher wird „jedem Zuschauer der Zugang ins Stadion verwährt, der Fanutensilien von Eintracht Frankfurt trägt.“ Grund: Man werte dies als Provokation.

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