Kickers Offenbach

OFC: Extraschicht vor entscheidenden Wochen

Verteidiger Jayson Breitenbach (rechts, gegen Ivan Franjic vom FSV Frankfurt) könnte im Hessenpokal bei 1.FC Königstein erneut auflaufen, um weitere Spielpraxis zu sammeln. Rafael Garcia (links) ist ein Kandidat für eine Pause.
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Verteidiger Jayson Breitenbach (rechts, gegen Ivan Franjic vom FSV Frankfurt) könnte im Hessenpokal bei 1.FC Königstein erneut auflaufen, um weitere Spielpraxis zu sammeln. Rafael Garcia (links) ist ein Kandidat für eine Pause.

Bis zur Winterpause stehen für den Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach noch intensive wie wichtige Wochen an. Los geht der Endspurt am Mittwoch mit der Partie im Hessenpokal beim 1.FC Königstein, dann folgen in der Liga drei Topspiele am Stück. Da stellt sich auch die Frage nach der Belastungssteuerung

Offenbach – Acht Siege und nur eine Niederlage - die Bilanz der Offenbacher Kickers aus den vergangenen neun Pflichtspielen ist wahrlich beeindruckend. Aber es ist nur eine schöne Momentaufnahme. Dessen sind sich die Verantwortlichen des OFC bewusst. „Wir wollen weiter gewinnen“, sagt Trainer Sreto Ristic, wohlwissend, dass für sein Team (vor-)entscheidende Wochen anstehen.

Bis zur Winterpause warten auf den Tabellendritten (18 Spiele, 38 Punkte) in der Fußball-Regionalliga Südwest nämlich ausnahmslos Topspiele: beim seit sechs Spielen unbesiegten FC Homburg (6., 18/31), gegen die SV Elversberg (4., 18/35) sowie beim SSV Ulm 1846 (2., 17/39), der noch mit einer Partie in Rückstand ist.

Zuvor steht jedoch erst mal am Mittwoch (18.30 Uhr) das Hessenpokal-Spiel bei Gruppenligist 1.FC Königstein (mit dem einstigen Offenbacher Ugur Albayrak) an. Der OFC hätte die Partie gerne am 11. oder 12. Dezember ausgetragen, da er an diesem Wochenende in der Liga spielfrei ist. Aber die Ordnungsbehörden legten aufgrund des zeitgleich in Wiesbaden stattfindenden AfD-Parteitags ihr Veto ein, zumal mit Demonstrationen zu rechnen ist. Die Kickers müssen also eine Extraschicht unter der Woche einlegen - im Extremfall mit Verlängerung sowie Elfmeterschießen. Zu allem Überfluss findet die Partie auch noch auf einem „kleinen Kunstrasen“ statt, wie Ristic betonte. Das ist für Gelenke und Muskulatur bekanntlich nicht unbedingt förderlich.

Der Trainer wird also auch die Belastungssteigerung im Blick haben. „Es ist eine englische Woche“, so Ristic. „Wir werden versuchen, so gut wie möglich zu regenerieren. Es kann sein, dass der eine oder andere, der zuletzt weniger gespielt hat, in Königstein zum Einsatz kommt.“ Zumal am Sonntag im kleinen Mainderby beim FSV Frankfurt die Startelf nahezu durchgespielt hatte. Ristic wechselte zwar dreimal, jedoch erst ab der 89 Minute. Die 2:0-Führung war verdient, aber dennoch kein beruhigendes Polster. „Wenn wir noch ein Tor gefressen hätten“, gab der Coach zu, wäre es wohl noch mal „spannend“ geworden.

Ein große Rotation wird es jedoch wohl nicht geben. „Es ist klar, dass wir im Hessenpokal überwintern und somit das Spiel auch gewinnen wollen“, so Ristic. Die Chancen auf den Cup-Gewinn und die damit verbundene Qualifikation für den DFB-Pokal sind durch das Aus des Drittligisten SV Wehen Wiesbaden (0:1 bei Hessenligist Türk Gücü Friedberg) schließlich gewaltig gestiegen.

Auf wen der Sieger des Duells zwischen Königstein und den Kickers im Achtelfinale trifft, ist unklar. Zwar hatte Pokalspielleiter Jörg Wolf zunächst verkündet, dass die Amateurklubs, die vergangene Saison coronabedingt ausgeschieden waren (darunter der Verbandsligist SV Pars Neu-Isenburg), im diesjährigen Pokalwettbewerb für das Achtelfinale gesetzt sind und mit Blick auf den Turnierbaum das Ergebnis der Auslosung aus dem Vorjahr bestehen bleibt. Der Verband hat das jedoch inzwischen korrigiert und bedauert, dass es zu „Irritationen“ gekommen sei. Offenbar war die zunächst kommunizierte Regelung juristisch nicht haltbar, sodass das Achtelfinale doch ausgelost werden muss. Der Hünfelder SV, der sich schon auf den OFC gefreut hatte, muss also auf Losglück hoffen - und darauf, dass die Kickers in Königstein ihrer Favoritenrolle gerecht werden.

Der OFC ist zwar mit elf Erfolgen bei zwölf Finalteilnahmen Hessenpokal-Rekordsieger, stand aber zuletzt fünfmal hintereinander nicht im Endspiel. Viermal war gegen Ligarivalen (Alzenau, Gießen, Dreieich, Steinbach) Schluss, 2016 wurden die damals in der Hessenliga spielenden SF Seligenstadt (3:4 im Elfmeterschießen) zum Stolperstein.

Beim Spiel am Mittwoch in Königstein gilt 3G+, Zutritt erhalten also nur Geimpfte, Genesene oder Personen mit negativem PCR-Test. Für das letzte OFC-Heimspiel des Jahres gegen Elversberg (5. Dezember) hofft Geschäftsführer Thomas Sobozik, dass die bisherigen Regelungen bestehen bleiben.

Von Christian Düncher

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