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OFC: Flauders Kampf um schönen Abschied

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Von: Christian Düncher

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Vermutlich seine letzte Szene als OFC-Spieler: Stephan Flauder wird am 27. Februar bei der Partie gegen Kassel verletzt vom Platz getragen.
Vermutlich seine letzte Szene als OFC-Spieler: Stephan Flauder wird am 27. Februar bei der Partie gegen Kassel verletzt vom Platz getragen. © hübner

Er war bei Kickers Offenbach Kapitän und Stammtorwart, bis er sich das Schien- und Wadenbein brach. Nun kämpft Stephan Flauder um sein Comeback. Dass er es beim OFC geben wird, ist allerdings unwahrscheinlich.

Offenbach – Drei Monate ist es nun her, dass sich Stephan Flauder bei einer Partie der Offenbacher Kickers schwer verletzt hat. Im Heimspiel der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den KSV Hessen Kassel liefen bereits die letzten Minuten, als der Schlussmann im eigenen Strafraum mit Mitspieler Jayson Breitenbach zusammenprallte. Die Kollision war bis auf die Tribüne zu hören, die bittere Folge sofort zu sehen: Schien- und Wadenbeinbruch. Zweimal war er seitdem mit Krücken bei Heimspielen im Stadion Bieberer Berg. Dass er noch einmal das OFC-Trikot tragen wird, ist jedoch unwahrscheinlich. Ans Karriereende denkt der 35-Jährige, der bis zur Verletzung Kapitän war, aber nicht.

Er mache in der Reha Fortschritte, habe aber noch Probleme, so Flauder. Dem Zeitplan hinkt er einige Wochen hinterher. Wann er auf den Platz zurückkehren kann, ist derzeit völlig offen. Für den Torwart steht aber eines fest: „Auf der Trage vom Platz gebracht zu werden und in entsetzte Gesichter zu gucken, das soll nicht meine letzte Szene als Fußballprofi gewesen sein.“ Der Torwart will alles dafür tun, seine Laufbahn fortzusetzen, gerne bei den Offenbacher Kickers. Er ist sich jedoch bewusst, dass die Chancen dafür gering sind. Zumal er nicht zu den 15 Spielern gehört, die laut Präsident Joachim Wagner noch unter Vertrag stehen. Flauders Arbeitspapier wäre nach Informationen unserer Zeitung nur bis 2023 gültig gewesen, wenn die Kickers den Aufstieg geschafft hätten. Nun müsste neu verhandelt werden. Es ist allerdings nicht davon auszugehen, dass Flauder ein Angebot erhält.

Der 1,97 Meter große Keeper gilt als Vertrauter der geschassten Sportlichen Leitung: Geschäftsführer Thomas Sobotzik hatte ihn verpflichtet, obwohl es damals in Dominik Draband eine starke Nummer eins gab. Und Trainer Sreto Ristic bestätigte Flauder zweimal als Kapitän. Es gab eine eindeutige Hierarchie im Tor: Flauder spielte immer - bis zu seiner Verletzung. Danach nutzte David Richter seine Chance. Der 23-Jährige blieb bei 16 Pflichtspieleinsätzen zehnmal ohne Gegentor und schwang sich mit seiner lockeren, teils unkonventionellen Art schnell zum Publikumsliebling auf.

Richter wird als Nummer eins in die kommende Saison gehen. In Milde, Zielenicki, Breitenbach und Marcos ist die Stammabwehr gebunden, hinzu kommen Zengin (zentral), Vetter und Moreno (außen) als Alternativen. Okungbowa und Andacic können in der Abwehr zentral oder auf der Sechs spielen. In Hosiner und Bozic gibt es zwei hochkarätige Stürmer. Das Mittelfeld (Bojaj, Garcia und Rückkehrer Lemmer) ist noch etwas dünn besetzt, auch wenn Talent Mesanovic einen Profivertrag erhalten soll. Ein Angebot erhalten werden wohl auf alle Fälle Hermes, Tuma und Fetsch. Bei Deniz stehen die Zeichen auf Abschied. (Von Christian Düncher)

Einstiger OFC-Meistercoach ist auf dem Markt

Kickers Offenbach und die Trainersuche: In den Medien wurde bisher nur Stefan Krämer (zuletzt KAS Eupen) als vermeintlicher Kandidat genannt. Doch an den kolportierten „99 Prozent“ Wahrscheinlichkeit ist wohl nichts dran. Christian Neidhart passt (wie der einstige OFC-Profi Patrick Glöckner, zuletzt Waldhof Mannheim) ins Profil, aber durch den Drittliga-Aufstieg von RW Essen hat sich der Vertrag des beurlaubten Trainers verlängert. Er wird zudem bei seinem Ex-Klub SV Meppen gehandelt, der sich von Rico Schmitt getrennt hat. Unter dem 53-Jährigen war der OFC 2015 letztmals Meister. Vizepräsident Peter Roth ist aber strikt gegen eine Rückkehr. (cd)

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