Kickers Offenbach

OFC gegen Hoffenheim II: Duell der Schnellschützen - Bozic vor Proschwitz

Groß, beweglich, schnell und treffsicher: Dejan Bozic (vorne, im Spiel bei RW Koblenz) erzielte in vier Spielen bereits drei Tore für den OFC.
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Groß, beweglich, schnell und treffsicher: Dejan Bozic (vorne, im Spiel bei RW Koblenz) erzielte in vier Spielen bereits drei Tore für den OFC.

Kickers Offenbach gegen die TSG Hoffenheim II - das ist zugleich das Duell der Schnellschützen der Fußball-Regionalliga Südwest: OFC-Mittelstürmer Dejan Bozic trifft alle 57, Hoffenheims Torjäger Nick Proschwitz alle 58 Minuten.

Offenbach – Dejan Bozic redet ruhig und mit Bedacht. Auch auf dem Platz wirken seine Bewegungen fließend, aber keineswegs hektisch, obwohl der 1,94-Meter-Schlaks durchaus ein gewisses Tempo mitbringt. In einem Bereich hat es der Mittelstürmer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach jedoch eilig: beim Toreschießen. Dreimal hat er in vier Spielen bereits getroffen und dabei laut Sportmagazin „Kicker“ im Schnitt 57 Minuten benötigt. Das ist der Spitzenwert der Top Fünf der liga-internen Torjägerliste.

Zum Vergleich: Nick Proschwitz von der TSG Hoffenheim II (vier Spiele, sechs Tore), der so oft traf wie kein anderer Akteur in dieser Spielklasse, im Gegensatz zum dreimal eingewechselten Bozic aber immer in der Startelf stand und bloß einmal vorzeitig Feierabend hatte, war „nur“ alle 58 Minuten erfolgreich. Am Freitag treffen die Schnellschützen im direkten Duell aufeinander, wenn der OFC (8.) ab 19 Uhr die Bundesliga-Reserve der Kraichgauer (6.) zu Gast hat. Ein Zähler trennt die zwei Teams, wobei Hoffenheim bereits eine Partie mehr absolviert hat.

Das Ziel ist klar: Die Kickers wollen ihre Mini-Negativserie (nur ein Punkt aus den vergangenen zwei Spielen) beenden und nach der Partie vor Hoffenheim stehen. Da wäre das eine oder andere Tor von Bozic natürlich hilfreich. „Ich bin sehr froh, dass wir ihn haben. Er hat eine gewisse Qualität“, sagt OFC-Trainer Sreto Ristic, der den Mittelstürmer bereits aus der gemeinsamen Zeit beim Chemnitzer FC kennt. „Wenn er aber mal nicht trifft, habe wir für diese Position auch andere Jungs, die sich immer in den Dienst der Mannschaft stellen.“ Elia Soriano zum Beispiel, der in den ersten drei Spielen als alleinige Spitze begann und viel rackerte. Oder Mathias Fetsch, den mit 18 Treffern besten OFC-Torschützen der letzten Saison, der aber einen Teil der Vorbereitung verpasste und bisher nur zu einem Kurzeinsatz kam. Sie haben beide in der laufenden Spielzeit noch nicht getroffen - im Gegensatz zu Bozic. „Er ist ein Torjäger. Ich hoffe, dass er weiter so trifft“, sagt Ristic, der sicher nichts dagegen hätte, wenn Proschwitz am Freitag leer ausgeht.

2010, als die Offenbacher Kickers noch in der 3. Liga spielten, war Proschwitz als möglicher Zugang gehandelt worden. Der Wandervogel (17 Stationen in fünf Ländern) hatte damals mit 19 Toren für den FC Vaduz die Torjägerliste der zweitklassigen Schweizer Challenge League angeführt. Bozic kickte seinerzeit für Hoffenheim in der U17-Bundesliga - unter Coach David Wagner. Er spielte unter anderem mit Sead Kolasinac und gegen Matthias Ginter, Emre Can und Philipp Max - alle inzwischen Nationalspieler. Für andere aus diesem Jahrgang platzte der Traum vom Profi-Fußball hingegen. Sie haben die Karriere beendet oder sind nur noch unterklassig aktiv.

Bozic schafft es zwischenzeitlich immerhin bis in die 3. Liga (54 Einsätze, sieben Tore, drei Vorlagen für den Chemnitzer FC und den SV Meppen). „Im Fußball kann man sich den Weg nicht aussuchen“, meint er. Der Verlauf der Karriere hänge von vielen Dingen ab, wie zum Beispiel Verletzungen. Da gehe es dann um die Frage, wie schnell und gut man danach wieder auf die Beine kommt, sagt der 28-Jährige. Er selbst sei mit seiner Karriere „sehr zufrieden“, so Bozic. „Das ist der Weg, den ich gehen will.“

Proschwitz’ Weg führte sogar international bis in die 1. Liga (u.a. Hull City und Sparta Rotterdam) und national bis in die 2. Liga (83 Spiele, 29 Tore für Paderborn und Braunschweig), ehe er vor der Saison von den nun nur noch drittklassigen Braunschweigern zu dem Verein zurückkehrte, für den er 2004/05 in der U19 gespielt hatte. Mit 34 Jahren ist er der Methusalem des Teams, aber unheimlich wertvoll. „Er weiß, was er kann und was er nicht kann“, meint Ristic. „Was er macht, hat Hand und Fuß. Er ist ein Schlitzohr, gut mit dem Rücken zum Tor, und hat zwei, drei Flitzer, die um ihn herum wirbeln.“ Nimmt man nur seine Qualität im 16er, so gehöre Proschwitz „eine Liga höher“, so Ristic. Dafür trifft Bozic einen Tick schneller. (Von Christian Düncher)

OFC: Auch Bojaj fällt aus

Kickers Offenbach muss am Freitag (19 Uhr) im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II neben Linksverteidiger Ronny Marcos (Bänderverletzung Fuß) auch auf Florent Bojaj verzichten. Der Offensivmann hat sich eine Hüftprellung zugezogen und fällt definitiv aus, wie Trainer Sreto Ristic mitteilte. Offen ist der Einsatz von Flügelspieler Serkan Firat, der nach seiner Bänderverletzung im Fuß erst seit Dienstag wieder trainiert. (cd)

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