Kickers Offenbach

OFC gegen Ulm: Endspiel für „Teams der Stunde“

OFC-Offensivspieler Davud Tuma (Mitte) der sich hier im Hinspiel gegen Robin Heußer (rechts) und Felix Higl durchsetzt, wird gegen Ulm wohl zum zweiten Mal in Folge und zum dritten Mal insgesamt links hinten aushelfen.
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OFC-Offensivspieler Davud Tuma (Mitte) der sich hier im Hinspiel gegen Robin Heußer (rechts) und Felix Higl durchsetzt, wird gegen Ulm wohl zum zweiten Mal in Folge und zum dritten Mal insgesamt links hinten aushelfen.

Vor dem Duell der zwei formstärksten Mannschaften des Jahres in der Fußball-Regionalliga Südwest warnt Sreto Ristic, Trainer von Kickers Offenbach, vor der „Wucht“ des SSV Ulm 1846. Eine Bilanz spricht allerdings klar für den OFC.

Offenbach – Auf den ersten Blick ist es „nur“ ein Verfolgerduell, tatsächlich treffen am Samstag (14 Uhr) in der Fußball-Regionalliga Südwest aber die zwei formstärksten Mannschaften des Jahres aufeinander, wenn der Vierte Kickers Offenbach (29 Spiele, 55 Punkte) den Dritten SSV Ulm 1846 (29/56) empfängt. Der OFC holte nach der Winterpause im Schnitt 2,07 Zähler pro Partie, die „Spatzen“ sogar 2,2 und sind damit das „Team der Stunde“, wie auch Kickers-Trainer Streto Ristic zugibt.

Dennoch beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter SC Freiburg II immer noch fünf beziehungsweise sechs Zähler. Wer das Duell in Offenbach verliert, wird sich also wohl aus dem Titelrennen verabschieden. Im Falle eines Unentschiedens würde es sogar für beide Teams gelten, sofern Freiburg bei der TSG Balingen gewinnt.

Für Ristic hat die Partie jedoch keinen Finalcharakter, wie der Ex-Profi betont. „Wir reden nicht von einem Endspiel“, stellt er klar. „Egal, wie die Partie ausgeht: Wir werden danach weiter Fußball spielen. Und auch den Verein wird es weiterhin geben. Wir versuchen, unsere Arbeit so gut wie möglich auf dem Platz zu verrichten, um erfolgreich Fußball zu spielen. Dann werden wir sehen, wie viele Punkte wir für das, was wir tun, bekommen. Ziel ist es natürlich, das Spiel zu gewinnen.“ Genau das gelang den Kickers in den bisherigen sieben Duellen mit den aktuellen Top sechs der Liga aber kein einziges Mal.

Nun also der achte Versuch, und das ausgerechnet gegen die formstarken Ulmer, bei denen die Kickers das Hinspiel (damals unter Trainer Angelo Barletta) knapp, aber verdient 0:1 verloren hatten. Die Partie hat Ristic bei der Vorbereitung aufs Topspiel jedoch bewusst ausgeklammert, zumal Ulm in der Hinrunde „anders gespielt“ habe, nämlich „überwiegend mit einer Raute“. Zuletzt agierten die „Spatzen“ allerdings auch gerne mal im 4-1-4-1, hat der OFC-Trainer beobachtet. Zudem muss der einstige Erstligist in Tobias Rühle (elf Treffer) auf seinen besten Torschützen verzichten. Der Angreifer fehlt gelbgesperrt. Für ihn werde ein anderer Spielertyp auflaufen, meint Ristic, der am Mittwoch erst das jüngste 0:0 gegen den FSV Frankfurt per Video analysiert und sich im Anschluss mit dem kommenden Gegner beschäftigt hatte. Von dem, was er sah, war der Ex-Profi beeindruckt.

Ulm sei in der Regionalliga Südwest „die Mannschaft mit der meisten Wucht“, lobt der OFC-Coach. „Sie haben eine ordentliche Defensive, die kompromisslos und kompakt verteidigt, ein sehr gutes Umschaltspiel und eine richtig gute Mischung im Kader. Da ist einiges an Erfahrung, aber es gibt auch Jüngere, die richtig zügig spielen. Ulm zeichnet überwiegend das Tempo aus, das sie in ihren Reihen haben. Das wird wirklich keine einfache Aufgabe.“

Um der Schnelligkeit der Ulmer etwas entgegensetzen zu können, werden die Kickers links wohl zum zweiten Mal in Folge mit den beiden gelernten Offensivleuten Davud Tuma (hinten) und Marcell Sobotta (vorne) beginnen. Zwar ist der etatmäßige Linksverteidiger Ronny Marcos diese Woche ebenso wie Maurice Pluntke, Marco Fritscher und Jakob Lemmer ins Training zurückgekehrt, ein Startelf-Einsatz käme für ihn aber vermutlich noch zu früh. Und das Duo Tuma/Sobotta hatte es gegen den FSV Frankfurt „gut gemacht“, wie Ristic („Ich war mit ihnen sehr zufrieden“) befand: „Wir hatten über die linke Seite einige Tempoläufe und Hereingaben.“ Es fehlte jedoch entweder an der Präzision oder die Abnehmer vergaben ihre Möglichkeiten. „Wir hatten richtig gute Chancen, haben sie aber leider nicht genutzt. Darauf wird es gegen Ulm ankommen. Wir müssen unseren Plan durchsetzen und mit Power agieren.“

Eine Statistik macht dabei Mut: Die Kickers gewannen bislang alle fünf Heimspiele in der Regionalliga Südwest gegen den SSV Ulm 1846 - bei 12:3 Toren. (Von Christian Düncher)

Kickers Offenbach - SSV Ulm 1846

Kickers Offenbach: Flauder - Vetter, Zieleniecki, Karbstein, Tuma - Albrecht - Firat Deniz, Bojaj, Sobotta - Fetsch

Ersatz: Draband; Garic, Fritscher, Moreno Giesel, Dierßen, Huseinbasic, Soriano

Es fehlen: Laprevotte (Schultereckgelenksprengung), Calabrese (Bänderriss im Sprunggelenk), Kargbo (Reha nach Kreuzbandriss)

SSV Ulm 1846: Heimann - Stoll, Geyer, Reichert, Schmidts - Gashi - Coban, Heußer, Rochelt, Higl - Gabriele

Schiedsrichter: David Scheuermann (Winnweiler)

Heimbilanz in der Regionalliga Südwest: fünf Spiele, fünf Siege

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