Fußball-Regionalliga Südwest

OFC-Saisonplanung: Jetzt hängt alles an Schott Mainz

Profis gegen Amateure: Während sich Marcell Sobotta und seine OFC-Teamkollegen voll aufs Fußballspielen konzentrieren, haben viele Spieler des TSV Schott Mainz (blaue Trikots) einen anderen Job und kicken nur nebenbei.
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Profis gegen Amateure: Während sich Marcell Sobotta und seine OFC-Teamkollegen voll aufs Fußballspielen konzentrieren, haben viele Spieler des TSV Schott Mainz (blaue Trikots) einen anderen Job und kicken nur nebenbei.

Thomas Sobotzik, Geschäftsführer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, sieht trotz der corona-bedingten Aussetzungen des Spielbetriebs noch kein Terminproblem.

Offenbach – Es sei immer noch möglich, eine komplette Saison zu spielen, meint Sobotzik. Derweil entwickelt sich der TSV Schott Mainz zum Zünglein an der Waage.

Wer wissen will, wie extrem die Welten sind, die in der Fußball-Regionalliga Südwest aufeinanderprallen, dem sei empfohlen, sich auf Youtube das Video der Pressekonferenz anzusehen, die nach der Partie zwischen Kickers Offenbach und dem TSV Schott Mainz am 30. Oktober stattfand. Darin klagt Sascha Meeth sein Leid. „Ihr seid hier im Paradies, glaubt es mir“, sagt der Gästecoach, während er im weiträumigen Presseraum des noblen Sparda-Bank-Hessen-Stadions auf dem Podium sitzt. Sein Team trainiere abends, dürfe aber - corona-bedingt - die Umkleide und Dusche nicht nutzen. Die Spieler müssten bei Regen „patschnass“ nach Hause fahren: „Das ist Wahnsinn.“

OFC-Saisonplanung: Wiederanpfiff nicht in Sicht

Kein Wunder also, dass der TSV Schott Mainz übereinstimmenden Informationen zufolge der einzige der vier Südwest-Regionalligisten aus Rheinland-Pfalz ist, der sich bislang nicht darum bemüht, wieder trainieren und spielen zu dürfen. Genau das ist aber die Voraussetzung für eine Fortsetzung der Saison. Thomas Sobotzik sieht den TSV allerdings nicht als Quertreiber, sondern wertet die Aussagen eher als Kritik an den Behörden: „Sie wünschen sich, glaube ich, bloß andere Rahmenbedingungen“, sagt der Geschäftsführer der Kickers. Dafür spricht, dass Meeth bei besagter Pressekonferenz die Hoffnung geäußert hatte, noch viele Spiele zu absolvieren.

Das erscheint aber zumindest mit Blick auf dieses Jahr unwahrscheinlich. Laut Regionalliga Südwest GbR kann es nur Anfang Dezember weitergehen, wenn ab 17. November alle Teams trainieren dürfen. Sollte dies erst ab Dezember der Fall sein, könnte man 2020 eventuell noch drei Spieltage austragen. Die Situation soll heute in einer Videokonferenz mit den Vereinen besprochen werden.

Reduziertes Training beim OFC

Weil am Wochenende kein Pflichtspiel ansteht (stattdessen wurde ein interner Test angesetzt, bei dem auch U19-Spieler zum Einsatz kommen sollen), trainieren die Kickers diese Woche „reduziert“, so Sobotzik. „Wir bereiten uns aber so vor, als ob es im Dezember weitergeht.“ Falls das nicht passieren sollte? „Wir haben weiterhin genug Zeit“, betont der OFC-Geschäftsführer. Wenn - was möglich ist - das Saisonende auf den 15. Juli verschoben wird, habe man noch „28 Nachholtermine unter der Woche sowie sechs freie Wochenenden“ (für 30 noch anstehende Spieltage) zur Verfügung, sagt Sobotzik. Das „Minimalziel, eine Einfachrunde zu spielen“ (Felix Wiedemann, stellvertretender Geschäftsführer der Regionalliga Südwest GbR), ist für ihn daher nicht das wahrscheinliche Szenario: „Es darf keine Frage des Wollens und auch nicht an Zuschauerzahlen gekoppelt sein. Sogar als insolventer Klub darf man ja weiterspielen. Den Spielbetrieb fortzuführen, hat oberste Priorität. Wenn eins, zwei, drei Klubs nicht spielen dürfen, stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit. Es gibt dann Instrumente, um das zu ermöglichen.“ (Von Christian Düncher)

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