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OFC: Glaube und Überzeugung sind zurück

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Von: Christian Düncher

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Zurückgekämpft haben sich Vincent Moreno (links, im Spiel gegen Eintracht Trier) und die Offenbacher Kickers zuletzt dreimal nach 0:1-Rückstand. Einmal gab es ein Unentschieden (1:1), zweimal einen Sieg (jeweils 2:1).
Zurückgekämpft haben sich Vincent Moreno (links, im Spiel gegen Eintracht Trier) und die Offenbacher Kickers zuletzt dreimal nach 0:1-Rückstand. Einmal gab es ein Unentschieden (1:1), zweimal einen Sieg (jeweils 2:1). © hübner

Der 2:1-Sieg von Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach gegen Aufsteiger Eintracht Trier zeigt, in welchen Bereichen sich die Mannschaft weiterentwickelt hat

Offenbach – Dieser Gegentreffer hat zumindest bei großen Teilen der OFC-Fans unliebsame Erinnerungen an die vergangene Saison und den Beginn der laufenden Spielzeit geweckt. Im Heimspiel gegen Eintracht Trier lief die 41. Minute. Kickers Offenbach war Herr der Lage, ohne wirklich gefährlich zu sein, und geriet dann quasi aus dem Nichts in Rückstand.

Das war 2021/22 unter anderem zu Hause gegen Kassel sowie Koblenz so und in der aktuellen Runde bei den Auswärtsduellen mit Worms und erneut Koblenz. Endergebnis jeweils 0:1. Das kann schon etwas in den Köpfen der Spieler anstellen.

Ersan Parlatan spürte bei den Kickers-Akteuren in der Halbzeitpause jedoch keinerlei Verunsicherung. Das sei in der Kabine „kein Thema“ gewesen, sagte der OFC-Coach. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Spieler resigniert oder sich gedanklich damit beschäftigt hatten, was vor fünf, sechs Wochen war.“ Der 45-Jährige ging folglich auch nicht auf diese Thematik ein. „Der Trainer hat in der Pause probiert, uns klarzumachen, dass wir Qualität haben und nicht ungeduldig werden sollen“, berichtete Torhüter David Richter.

OFC: Glaube an die eigene Stärke wächst

Parlatan, seit 12. Oktober im Amt, hat den Spielern in kurzer Zeit offensichtlich das nötige Selbstvertrauen eingeimpft, das es braucht, um solche Spiele noch zu gewinnen beziehungsweise sie zumindest nicht zu verlieren. Dabei halfen die jüngsten Erlebnisse. Der Fußballlehrer verwies darauf, dass der OFC zuletzt schon zu Hause gegen Mainz 05 II (1:1) und beim Bahlinger SC (2:1) hinten gelegen hatte. „Jedes Mal haben wir uns zurückgekämpft“, stellte Parlatan zufrieden fest. Zum wiederholten Mal stachen dabei Offenbacher Joker. „Die Spieler wissen, dass wir mit der Qualität, die wir im Kader haben, Spiele drehen können. Und sie glauben daran, dass wir mit den Leuten, die von der Bank kommen, Spiele gewinnen können.“

Kickers kratzen an 3000er-Marke

Die Offenbacher Kickers steuern auf einen Meilenstein zu, werden bald die Marke von 3 000 Mitgliedern knacken. Aktuell liegt der OFC bei 2947, sagte Vizepräsident Jörg Briel. „Die Tendenz ist steigend“. Die Kickers trotzen damit einem Trend. In vielen Klubs und Verbänden ist die Entwicklung der Mitgliederzahlen stark rückläufig. „Wir hatten auch in der Corona-Phase keine Verluste“, sagte Briel, der sich mit seiner Frau Francis um diesen Bereich kümmert. „Wer kündigen will, wird von uns angerufen.“ In vielen Fällen habe man durch das persönliche Gespräch einen Austritt abwenden können. (cd)

Dieser Glaube in der Mannschaft werde immer größer, meinte der OFC-Coach. Das habe auch der Auftritt in der zweiten Halbzeit gegen Trier gezeigt: „Die Jungs sind rausgekommen mit der Leidenschaft und Bereitschaft, sich gegen die Niederlage zu stemmen. Sie haben sich ins Spiel reingebissen und reingekämpft mit der Überzeugung, als Sieger vom Platz zu gehen. Sie haben an sich geglaubt und das auch gezeigt.“

Semir Saric, der das 1:1 erzielte und das Siegtor durch Philipp Hosiner vorbereitete, stand stellvertretend für diese Überzeugung. Gegen tief stehende Teams sei es immer schwer, vor allem zu dieser Jahreszeit, wenn die Plätze nicht mehr in bestem Zustand sind, meint der Offensivspieler. Vor allem die erste Halbzeit sei stets umkämpft. „Da gerät man auch mal in Rückstand. Aber man muss geduldig bleiben. Wir haben den Gegner gut reingedrückt und das Spiel noch gedreht. Das zeigt unsere Klasse.“

OFC: „Wenn wir ein Tor schießen, gehen wir als Sieger vom Platz“

Parlatan war sich jederzeit sicher: „Wenn wir ein Tor schießen, gehen wir als Sieger vom Platz.“ Dass der Treffer zum 1:1 innerhalb der ersten 15 Minuten nach dem Seitenwechsel fiel, habe dem Team „gutgetan“, ergänzte Richter. „Andernfalls wäre es eng geworden. So war ich mir aber sicher, dass wir in den restlichen 30 Minuten noch ein Tor erzielen würden.“

Aber warum tat sich der OFC überhaupt bis zur Pause so schwer? „Den Kampf kann man uns sicher nicht absprechen“, meinte Kapitän Ronny Marcos. „Aber in der zweiten Hälfte haben wir in allen Belangen eine Schippe draufgelegt.“ Vor allem die spielerische Leistung sei „viel besser“ gewesen. Am Samstag (14 Uhr) erwarten die Kickers in Wormatia Worms erneut einen tief stehenden Gegner. Hinspiel: 0:1. Aber daraus hat der OFC offenbar gelernt. (Christian Düncher)

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