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OFC: Hassbotschaften ausblenden

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Von: Jörg Moll

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„Es geht nur gemeinsam“: OFC-Trainer Alexander Schmidt bescheinigte seiner Mannschaft, auch beim 1:1 in Balingen alles versucht zu haben. Das sei für ihn ein entscheidendes Kriterium bei der Beurteilung.
„Es geht nur gemeinsam“: OFC-Trainer Alexander Schmidt bescheinigte seiner Mannschaft, auch beim 1:1 in Balingen alles versucht zu haben. Das sei für ihn ein entscheidendes Kriterium bei der Beurteilung. © Hübner

Kickers Offenbachs Trainer Alexander Schmidt bleibt vor dem wegweisendem Heimspiel gegen den FC Homburg positiv

Offenbach – Ob es ein Trost ist für Alexander Schmidt? Am Mittwochabend traf der Trainer der Offenbacher Kickers bei der Beobachtung der Partie des FSV Frankfurt gegen Spitzenreiter SSV Ulm 1846 (0:1) Timo Wenzel. Der Trainer des Fußball-Regionalligisten FC Homburg, am Samstag (14 Uhr) beim OFC zu Gast, verriet im gemeinsamen Plausch, dass die Situation bei den Saarländern, immerhin Tabellenzweiter (15 Punkte), ebenfalls angespannt sei. „Die Erwartungen sind auch dort hoch“, so Schmidt: „Und entsprechend hoch ist der Druck von außen, wenn mal zwei Spiele verloren werden, dann kommen auch dort sofort kritische Stimmen.“

Eine Situation, mit der die Kickers-Verantwortlichen in dieser Saison ebenfalls stets konfrontiert sind. Und zwar immer dann, wenn sie nach erfolgreichem Heimauftritt und deutlich weniger begeisternden Auswärtsspielen in Erklärungsnot geraten. Nach zwei Punkten aus vier Auftritten in der Fremde und Platz sechs (11 Punkte) kommt dem Duell gegen Homburg somit eine wegweisende Bedeutung zu. Gewinnt der OFC, hält er Anschluss, auch an den SSV Ulm 1846 (19), der nach sechs Siegen aus sieben Spielen ohne Niederlage bereits acht Punkte enteilt ist. „Das nervt uns alle sehr“, räumt Alexander Schmidt ein. „Aber wir schauen auf uns, haben zu Hause bislang immer überzeugend gewonnen, das wollen wir auch gegen Homburg zeigen“, erklärt der OFC-Trainer und bleibt positiv. „Homburg wird versuchen, seine Tugenden ins Spiel zu bringen, es wird ein attraktiveres Spiel, wenn Mannschaften nicht den Bus vor dem Strafraum parken.“

Die Analyse der Auswärtsmisere, die auch in Balingen offensichtlich wurde, ergab zwei gravierende Themen. „Wir müssen hinten die Null halten und vorne einfach effizienter werden“, fordert Schmidt. Dadurch, dass Ulm derzeit auch enge Spiele für sich zieht, wisse seine Mannschaft genau, dass sie unter dem Druck stehe, dass ein Punkt nicht reicht. „Sie wissen, wir müssen gewinnen. Das Dilemma ist: Du musst gewinnen und dem steht die Lockerheit des Gegners entgegen. Wir müssen mit diesem Druck umgehen, mental stark sein in solchen Situationen.“

Schmidt räumte offen ein, dass man diesen Druck nicht von der Mannschaft fernhalten könne: „Das ist einer der großen Knackpunkte, der uns als gesamter Verein betrifft.“ Klar sei, dass die Fans eine Erwartungshaltung haben, hungrig auf eine andere Liga sind, aber für die Mannschaft sei es nicht einfach, damit umzugehen. „Auch für uns Trainer ist das nicht einfach, wenn du nach ein paar Spieltagen Hassnachrichten bekommst“, räumte er ein: „Aber damit müssen wir leben, damit müssen wir umgehen“, sagt der OFC-Coach: „Ich versuche alles, die Situation zu drehen, damit wir uns da raus arbeiten.“

Im Hessenpokal nach Friedberg

Offenbach – Im Achtelfinale des Fußball-Hessenpokals muss Kickers Offenbach beim Hessenliga-Tabellenführer Türk Gücü Friedberg antreten. Das hat die Auslosung gestern Abend in der Sportschule Grünberg ergeben. Gespielt werden soll am Mittwoch, 19. Oktober. Im Viertelfinale würden die Kickers beim Sieger der Partie Dersim Rüsselsheim - SG Barockstadt Fulda-Lehnerz antreten. Mögliche Halbfinalgegner sind der FSV Frankfurt oder der FC Gießen. Auf Drittligist SV Wehen Wiesbaden oder den TSV Steinbach Haiger können die Kickers erst im Finale treffen, das am 3. Juni 2023 im Stadion des FSV Frankfurt stattfindet.

Schmidts Motto für die kommenden Aufgaben lautet daher: „Wir müssen positiv bleiben, da kann ich nur an alle appellieren: Wir haben alle das gleiche Ziel: Wir wollen nach oben. Aber es bringt nichts, wenn wir uns zerfleischen. Es geht nur gemeinsam.“ Eine ähnliche Situation hat Schmidt einst auch in seiner Zeit bei Dynamo Dresden erlebt. Auch dort sei das Umfeld höchst emotional gewesen. Die Bewertung eines Spiels aber, selbst wenn es verloren ging, sei immer dann nachsichtig gewesen, „wenn die Mannschaft alles gibt und auf dem Platz alles versucht habe“. Das gelte auch für die Kickers. „Meine Mannschaft hat in Balingen alles versucht“, konstatierte Schmidt. Sie habe sich in jeden Zweikampf geworfen, sei sich für keinen Meter zu schade gewesen. „Aber wir müssen an der Effizienz vor dem Tor arbeiten“, betonte er. Vielleicht hilft ja am Samstag der Bieberer Berg als Knotenlöser. Elf der 14 Treffer hat der OFC zu Hause erzielt. (Von Jörg Moll)

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