Kein Team kassierte seit dem Jahreswechsel weniger Tore

OFC hat 2017 die beste Defensive

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Seitdem der 1,94 Meter große und 89 Kilo schwere Bryan Gaul (links) vom Mittelfeld in die Abwehr gerückt ist, musste der OFC kaum noch Gegentore hinnehmen.

Offenbach - Die Offenbacher Kickers haben die Winterpause offenbar gut genutzt. 2017 hat keine Mannschaft der Fußball-Regionalliga Südwest weniger Gegentore kassiert als der OFC. Von Christian Düncher 

Neues Jahr, neues Glück – auf die Offenbacher Kickers trifft das bislang zu. Seit Beginn der Restsaison Mitte Februar geht es für den OFC in der Regionalliga Südwest aufwärts – und zwar deutlich. In der Form-Tabelle des Jahres 2017 sind die Kickers Sechster, auch dank ihrer starken Defensive, die in acht Spielen nur vier Gegentreffer zuließ. Das ist der Topwert für diesen Zeitraum. Zum Vergleich: Tabellenführer Waldhof Mannheim kassierte 2017 schon elf Gegentore, der Tabellenzweite SV Elversberg sieben.

Die Kickers spielten zuletzt viermal in Folge zu null. Der Endres-Vertreter Alexander Sebald hat seinen Kasten inzwischen schon 386 Minuten sauber gehalten. Trainer Oliver Reck, als Torwart unter anderem bei Schalke 04 unter Huub Stevens („Die Null muss stehen“) aktiv, hat dem Team eingebläut, dass eine gute Defensive die Grundlage für Erfolg ist. Serkan Göcer dokumentierte das, als er nach dem 1:0-Erfolg beim bis dahin zu Hause unbesiegten TSV Steinbach betonte: „Wichtig war, dass wir zu null gespielt haben.“

Kickers zu Gast beim TSV Steinbach: Bilder

Fünfmal war das in den acht Spielen seit dem Jahreswechsel bereits der Fall, in den 23 Partien vor der Winterpause hingegen „nur“ sechsmal. Im Vergleich zu 2016 (1,26 Gegentore pro Begegnung) hat sich der OFC hinten deutlich stabilisiert (0,5 Gegentore). „Wir sind viel organisierter“, sagte Defensivmann Bryan Gaul nach dem jüngsten Sieg beim TSV Steinbach. Und Reck stellte zufrieden fest: „Wir haben alles genau so umgesetzt wie wir es wollten und fast nichts zugelassen. So funktioniert Abwehrarbeit. Auch die Stürmer haben mitgemacht. Wie Ihab Darwiche und Dren Hodja nach hinten gearbeitet haben, ist durchaus erwähnenswert.“

Das gilt aber auch für die Tatsache, dass die Kickers inzwischen in der Lage sind, offenbar problemlos von einem System aufs andere umzustellen – auch während einer Begegnung. Hatten sie bis zur Winterpause fast ausnahmslos im 4-2-3-1 agiert, wechselte 2017 die taktische Formation bereits mehrfach. Gegen Steinbach war es zu Beginn ein 4-4-2. Als der Gegner von einer auf zwei Spitzen umstellte, reagierte der OFC und spielte fortan in einem 3-5-2, das bei Ballbesitz des TSV zu einem 5-3-2 wurde. „Dass wir mit Dreierkette spielen, ist ja nicht neu“, betonte Reck. „Aber die Spieler kennen inzwischen sofort die Abläufe. Das mussten wir erst einstudieren.“ Daher sei das Trainingslager im Winter auf Zypern sehr wichtig gewesen, merkte der Trainer an.

OFC-Zeugnis gegen Steinbach

Auffallend ist auch, dass die Kickers hinten sicherer stehen, seit Gaul dauerhaft in der Innenverteidigung spielt. Der 27 Jahre alte US-Amerikaner kam vor der Winterpause zumeist im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. 2017 spielte er stets im Abwehrzentrum, zählte auch gegen Steinbach zu den Besten. Gaul gab das Lob aber weiter. Man sei optimal auf den Gegner vorbereitet gewesen – auch als der das System umstellte. Seine Partner in der Dreierkette, Benjamin Kirchhoff und Dennis Schulte, hätten ihre Sache „unglaublich gut gemacht“.

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