Wieder „Nullnikowski“?

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OFC-Torwart Robert Wulnikowski.

Offenbach ‐ Große Anspannung vor dem Verfolgerduell? Von wegen. Beim Abschlusstraining der Offenbacher Kickers ging es gestern Vormittag äußerst gelassen zu. Die Spieler feixten und lachten beim „Fünf gegen Zwei“. Von Christian Düncher

Und auch Trainer Wolfgang Wolf war vor der Partie beim FC Ingolstadt 04 (Samstag, 14 Uhr) bester Laune, ließ es nach dem 0:0 am Dienstag in Kiel bewusst etwas lockerer angehen.

„Die Spieler hatten schwere Beine und waren noch ein bisschen müde. Deshalb haben wir lediglich 50 Minuten leicht angeschwitzt“, so der Trainer. Bedenken, dass die Stimmung zu locker sein und folglich die nötige Ernsthaftigkeit fehlen könnte, hat Wolf nicht. „Wir spielen ja nicht heute, sondern morgen“, sagte er gestern Mittag. „Die Anspannung wird noch früh genug kommen.“

OFC unter Wolf deutlich stabilisiert

Von der Partie beim FC Ingolstadt 04 berichten wir in einem Live-Ticker. Jetzt per E-Mail erinnern lassen.

Das Duell beim Tabellenvierten (26 Spiele, 42 Punkte) ist für den Dritten Offenbach (28/43) zweifelsohne eine Begegnung mit besonderer Bedeutung, aber auch ein Spiel, in das der seit fünf Spielen ungeschlagene OFC durchaus mit breiter Brust gehen kann. Ingolstadt hat zwar das Hinspiel in Offenbach mit 1:0 gewonnen, in den vergangenen sechs Spielen aber lediglich einen Sieg gelandet - bei drei Unentschieden und zwei Niederlagen. Ingolstadt Trainer Michael Wiesinger spricht bereits von den „Wochen der Wahrheit“. Das Heimspiel gegen Offenbach sei „eine Herausforderung, die wir bewältigen müssen. Sonst haben wir im Aufstiegskampf nicht zu suchen.“

Während es für Ingolstadt zuletzt bergab ging, hat sich der OFC unter Wolf deutlich stabilisiert, auch wenn es zuletzt nur zwei 0:0 gab. „Wir haben immerhin seit fünf Spielen nicht verloren“, betont Außenverteidiger Alexander Huber, der mit seinen Kollegen aus der Defensive und dem starken Torwart Robert Wulnikowski zudem dafür gesorgt hat, dass die Kickers seit 518 Minuten ohne Gegentor sind. „Das gibt natürlich Sicherheit“, so Huber. Dem Verfolgerduell in Ingolstadt sieht er daher zumindest äußerlich gelassen entgegen. „Das ist sicherlich eine wichtige Begegnung, jedoch keine, in der schon eine Vorentscheidung fällt“, meint der 25-Jährige. „Wenn wir nicht gewinnen, wird es für uns aber immer schwerer.“

Huber bleibt wohl nur im Falle des Aufstiegs

Kurzum: Ein erneutes Unentschieden bringt die Kickers angesichts der vielen Nachholspiele, die die Konkurrenten zum Teil noch bestreiten müssen, nicht weiter. Und im Falle einer Niederlage würde der Aufstieg gar in ganz weite Ferne rücken. Für Huber ist eine weitere Saison in der 3. Liga jedenfalls nur schwer vorstellbar. Obwohl er - ebenso wie sein Vordermann auf der rechten Seite, Stefan Zinnow - eine Option besitzt, die es ihm ermöglicht, seinen Vertrag um ein Jahr zu verlängern. Zinnow hat die für ihn erforderliche Anzahl von 28 Spielen in Kiel erreicht. Huber kann die Option bei 30 Spielen ziehen, muss also noch zwei Begegnungen absolvieren.

„Das sollte kein Problem sein“, meint der Blondschopf, der sich trotzdem Gedanken um seine Zukunft macht: „Es steht ja noch nicht fest, wie es hier weitergeht.“ Bedeutet: Huber bleibt wohl nur im Falle des Aufstiegs. Robert Wulnikowski, der seinen Vertrag erst kürzlich um drei Jahre verlängert hat, bleibt den Kickers hingegen auch in der 3. Liga erhalten. Der Torwart, der in der Auswahl zum Offenbacher Sportler des Jahres steht (die Gewinner werden am Donnerstag bei der Sportgala im Capitol geehrt), will seinem neuen Spitznamen „Nullnikowski“ freilich auch in Ingolstadt alle Ehre machen. „Ich hätte aber auch nichts dagegen, wenn wir gewinnen und ich ein Tor kassiere“, sagt der 32-Jährige, betont aber zugleich, dass der Aufstieg nur mit einer stabilen Abwehr möglich sei: „So wie bei Union Berlin letzte Saison. Die haben wenig zugelassen und viele Spiele 1:0 gewonnen. Ich hoffe, uns reicht in Ingolstadt auch dieses berüchtigte eine Tor.“

Unsere Leser sind optimistisch

Unsere Leser sind jedenfalls optimistisch. Bei einer Umfrage hier auf op-online.de geben 31 Prozent an, dass sie dem OFC mindestens einen Punkt zutrauen 40 Prozent gehen sogar von einem Sieg der Kickers aus. Lediglich 29 Prozent rechnen mit einer Niederlage in Ingolstadt.

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