Kickers Offenbach

OFC ist bereit für Wochen der Wahrheit

Entscheidung in Hoffenheim: OFC-Innenverteidiger Malte Karbstein (rotes Trikot) kommt nach einem Eckball des starken Serkan Firat frei zum Kopfball und trifft zum 1:0. Für den Abwehrmann war es das vierte Saisontor.
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Entscheidung in Hoffenheim: OFC-Innenverteidiger Malte Karbstein (rotes Trikot) kommt nach einem Eckball des starken Serkan Firat frei zum Kopfball und trifft zum 1:0. Für den Abwehrmann war es das vierte Saisontor.

Kickers Offenbach bleibt in der Fußball-Regionalliga Südwest unter Trainer Sreto Ristic auch im achten Spiel ungeschlagen. Dieser vereinsinterne Rekord ist für den Coach aber nur eine Randnotiz, wie er betont. Das 1:0 (0:0) bei 1899 Hoffenheim II sei aber mit Blick auf die kommenden Aufgaben wichtig.

Hoffenheim – Als der letzte verzweifelte Angriff der Hoffenheimer Reserve verpufft war der Schiedsrichter die Partie beendet hatte, machte Kickers Offenbachs Flügelflitzer Serkan Firat einen Freudensprung. Torwart Stephan Flauder ballte die Fäuste und kurz darauf lagen sich alle OFC-Spieler in den Armen. Nur Rekordmann Sreto Ristic kommentierte das 1:0 (0:0) gewohnt zurückhaltend. „Ich freue mich darüber, dass wir ein Spiel gewonnen haben“, sagte der 44-Jährige. Seine Bestmarke (als erster Kickers-Trainer blieb er in den ersten acht Regionalliga-Spielen unbesiegt) sei hingegen nur „eine Sache am Rande“. Die Leistung des Teams, die er als „tadellos“ lobte, ist dem Coach wichtiger als seine persönliche Bilanz. Und ohnehin: „Es ist hilfreich, mit einem Sieg in die englische Woche zu starten.“ Zumal sie den Auftakt der Wochen der Wahrheit bildet.

Im anspruchsvollen März mit insgesamt sechs Spielen warten auf den ambitionierten Vierten fast nur Duelle mit Teams aus der oberen Tabellenhälfte. Unter anderem geht’s gegen Spitzenreiter SC Freiburg II, den Zweiten TSV Steinbach-Haiger sowie den nur zwei Punkte schlechteren FSV Frankfurt, der drei Spiele Rückstand hat. Anfang April folgt zudem das Kräftemessen mit Ulm (5.). Für ihn zähle aber nur die Partie am Dienstag (17 Uhr) beim Siebten FC Homburg, betonte Ristic: „Wer die Gegner danach sind, weiß ich gar nicht.“

Joachim Wagner hingegen hat die Konkurrenz genau im Blick. Der OFC-Präsident verfolgte am Samstag in Hoffenheim per Handy, was auf den anderen Plätzen geschah. Da sämtliche direkte Konkurrenten ebenfalls gewannen, war der knappe Sieg der Kickers umso wichtiger. Auch wenn Ristic das zumindest in der Öffentlichkeit anders bewertet. Man schaue nicht auf die anderen, könne aber dafür sorgen, dass sie auf den OFC schauen, hatte der Trainer vor der Partie in Hoffenheim gesagt. Mit dem vierten Sieg in Folge unterstrichen die Kickers dann zum wiederholten Mal, dass mit ihnen im Titelkampf zu rechnen ist.

Beeindruckend war vor allem erneut die Defensiv-Leistung. Obwohl die Gastgeber einige Spieler aus dem (erweiterten) Bundesliga-Kader einsetzten und der OFC in Charles Elie Laprevotte (Gelb-Rot-Sperre) und Florent Bojaj (fiel kurzfristig mit Magen-Darm-Problemen aus) zwei Stammkräfte ersetzen musste, war Kickers-Keeper Stephan Flauder kaum gefordert. „Wir haben gewisse Räume aufgegeben“, erklärte Ristic die Taktik der Kickers, die ihre zweite Pressinglinie weiter nach hinten verlegt und auf diese Weise das Zentrum verdichtet hatten. Weil die offensiven Außen zudem stark nach hinten mitarbeiteten, flogen auch kaum Flanken in den Offenbacher Strafraum.

Die Folge: Hoffenheim kam in der ersten Hälfte gar nicht zum Abschluss, nach der Pause zunächst nur zweimal aus der Distanz, wobei der OFC bei einem Lattentreffer Glück hatte. Kurz vor Schluss musste Flauder einen Schuss von TSG-Verteidiger Lucas Zeller (einst SG Rosenhöhe U17) parieren. Das war’s.

Die Kickers hätten hingegen bereits zur Pause führen können. Mathias Fetsch köpften vorbei, Denis Huseinbasis und Maik Vetter scheiterten an Hoffenheims gut reagierendem Torwart Luca Dante Philipp. Aber der OFC konnte sich mal wieder auf seine aktuell gefährlichste Waffe verlassen: die ruhenden Bälle. Nach einer Ecke von Firat enteilte der heranstürmende Innenverteidiger Malte Karbstein seinem Bewacher und wuchtete den Ball per Stirn in die Maschen - 1:0 (70.) und zugleich die Entscheidung.

„Es war ein hartes Stück Arbeit, aber wir haben verdient gewonnen“, fasste der unermüdlich kämpfende Firat zusammen. „Bis auf die Szene am Ende hatte Hoffenheim im Gegensatz zu uns keine hundertprozentige Chance. Man muss nicht schön spielen, sondern erfolgreich. Da gehört es dazu, dass man so ein Spiel auch mal durch einen Standard zieht.“ Und erfolgreich sind die Kickers aktuell. „Acht mal in Folge ohne Niederlage zu bleiben, das ist kein Glück“, stellt Firat klar. „Dazu gehören Wille und 90 Minuten harte Arbeit. Das spricht für die Mannschaft. Wir genießen den Moment. Aber am Dienstag geht es bereits weiter.“ In Homburg. (Von Christian Düncher)

TSG Hoffenheim II - Kickers Offenbach 0:1 (0:0)

TSG Hoffenheim II: Philipp – Butler (75. Ott), Zeller, Haider, Kölle (81. Salihovic) – Bogarde (46. Amade), Rüth – Beier, Khan Agha (63. Asllani), Ekene – Rutter (46. Skenderovic)

Kickers Offenbach: Flauder (2,5) – Vetter (3; 59. Fritscher/4), Zieleniecki (2), Karbstein (2), Marcos (2,5) – Firat (1,5), Deniz (3), Soriano (4,5), Huseinbasic (3; 69. Dierßen), Tuma (3; 75. Sobotta) – Fetsch (2,5)

Schiedsrichter: Fabian Schneider (Bad Neuenahr-Ahrweiler) - Tor: 0:1 Karbstein (70.) - Gelbe Karte: Butler, Rüth, Khan Agha / Huseinbasic (1), Vetter (1), Soriano (3)

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