Maik Vetter über den Abstiegskampf und seine Comeback-Pläne

„Der OFC ist kein beliebiger Verein“

Offenbach - Beim Auftakt der Vorbereitung auf die Restsaison muss Oliver Reck, Trainer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, am Samstag (13 Uhr) nur auf einen Spieler verzichten: Maik Vetter. Der Allrounder macht nach seiner Verletzung allerdings Fortschritte und will schon bald einsatzfähig sein. Von Christian Düncher 

Ausfallschritt mit Gewichten: Nach einem Innenbandanriss, der ihn dazu zwang, wochenlang eine Schiene zu tragen, arbeitet OFC-Allrounder Maik Vetter bis zu sechs Stunden pro Tag im Physiotherapiezentrum „R2comSport“ in Neu-Isenburg daran, wieder fit werden.

Zum Jahreswechsel hatte es Maik Vetter noch ruhig angehen lassen. „Tanzen konnte ich nicht“, scherzt der 25-Jährige. Seit ein paar Tagen ist er die Schiene, die er wochenlang am Knie tragen musste, jedoch los und hat sich gleich ehrgeizige Ziele gesetzt. Bis zum ersten Punktspiel beim Tabellenletzten FC Nöttingen (17. - 19. Februar, genaue Terminierung erfolgt bei der Manager-Tagung am 17. Januar) will er zumindest wieder eine Option sein. „Das ist zwar nur schwer zu planen und die Ärzte bremsen mich auch. Ich will aber schon diesen Monaten wieder voll mit der Mannschaft trainieren. Das erste Spiel ist daher für mich durchaus ein Thema. Es wird sich zeigen, wie realistisch das ist“, so der Blondschopf.

Am 1. November hatte sich Vetter beim 1:1 in Hoffenheim gleich doppelt verletzt. Innenbandanriss im Knie sowie Bruch des Sattelgelenks im Daumen. „Der Bruch ist verheilt, aber es tut im Alltag ab und zu noch weh“, erzählt er. „Und das Innenband hing zum Glück noch an ein paar Fasern, so dass man die Sache konservativ behandeln konnte und nicht operieren musste.“ Die ersten Wochen seien dennoch schwierig gewesen, gibt Vetter zu: „Ich konnte nichts machen.“ Das hat sich inzwischen jedoch geändert. Seit Vetter die Schiene abgelegt hat, macht er große Fortschritte: „Es dauerte eine Weile, bis ich das Knie wieder komplett beugen konnte. Ich habe es aber kürzlich das erste Mal komplett belastet. Das Gelenk ist stabil, es gab keine Schwellung. Das ist ein gutes Zeichen.“

Im physiotherapeutischen Zentrum „R2comSport“ in Neu-Isenburg, mit dem der OFC kürzlich eine langfristige Partnerschaft vereinbart hat, arbeitet er bis zu sechs Stunden pro Tag am Comeback. „Die Leute dort sind gut ausgebildet. Das ist höchstes Niveau und für den OFC Gold wert“, lobt Vetter. Sollte er tatsächlich bis zur Partie in Nöttingen fit werden, hätte Reck ein Problem weniger. In Marco Rapp und Bryan Gaul (beide Gelbsperre) fällt nämlich die etatmäßige DoppelSechs aus. Der vielseitige Vetter kennt diese Position, wäre theoretisch eine Alternative: „Im Moment würde ich auch im Tor spielen. Hauptsache, ich bin bald auf dem Platz.“

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Dort lief es für den OFC diese Saison bislang durchwachsen: acht Siege, acht Remis, sieben Niederlagen. Platz 15, der am Saisonende den bitteren Gang in die Hessenliga bedeuten könnte. „Uns war angesichts des Neun-Punkte-Abzuges eigentlich klar, dass wir gegen den Abstieg spielen würden“, so Vetter. „Wenn wir so weiter machen wie bisher – den Durchhänger mal ausgenommen –, werden wir es aber schaffen.“ Die Mannschaft habe gegen Leverkusen, Hannover sowie Mannheim „überragend“ gespielt und gezeigt, dass Qualität da sei. „Wir haben aber einen jungen Kader, ich bin mit 25 Jahren fast einer der Ältesten. Und Kickers Offenbach ist ja kein beliebiger Verein. Für einige war es ungewohnt, vor so vielen Zuschauern zu spielen. Das hat etwas gebraucht. In den letzten vier Spielen kam dann noch die Verunsicherung hinzu.“ Das letzte Spiel 2016 gegen Watzenborn (3:0) sei „extrem für die Nerven“ gewesen, habe aber gezeigt, dass die Mannschaft „bereit“ sei und diene als Beispiel. „Dieser Sieg war nicht nur fürs Umfeld wichtig, sondern wird uns tragen“, ist sich Vetter sicher.

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