Sinnbild für Leistung der Kickers

OFC: Andis Shala kämpft vorbildlich, hat aber spielerisch Luft nach oben

Augen zu und durch: Andis Shala (links, im Kopfballduell mit Walldorfs Tabe Nyenty) sorgte mit seiner physischen Spielweise für Unruhe im Strafraum der Gastgeber und traf in der Nachspielzeit zum 2:2 für den OFC. Foto: hübner

Kickers Offenbachs Mittelstürmer Andis Shala war nach seinem Treffer im Spiel beim FC Astoria Walldorf schwer zu stoppen.

Offenbach - Erst ließ er Francesco Lovric mit einer Körpertäuschung aussteigen, dann entwischte er auch Manolo Rodas, ehe ihn in Kevin Pezzoni der dritte Mitspieler endlich zu packen bekam: Kickers Offenbachs Mittelstürmer Andis Shala war nach seinem Treffer im Spiel beim FC Astoria Walldorf schwer zu stoppen. Die Freude musste raus. Es war schließlich in doppelter Hinsicht ein wichtiger Treffer.

Mit seinem Kopfballaufsetzer bescherte der 30-Jährige dem OFC nicht nur das späte 2:2, sondern sich selbst endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis. Sein zuvor einziges Tor hatte er am ersten Spieltag beim 2:0-Heimsieg gegen den SSV Ulm 1846 erzielt und zuletzt teilweise keine Rolle mehr gespielt. „Die letzten Wochen waren eine schwierige Zeit für mich“, gab Shala zu.

Kickers Offenbach OFC: Mittelstürmer Andis Shala kämpft vorbildlich

In den ersten beiden Partien unter der Leitung von Trainer Steven Kessler fehlte er verletzt, in der dritten saß er 90 Minuten auf der Bank. Shala war danach anzusehen, dass ihn das gewaltig ärgerte, auch wenn er sich nun rückblickend recht gelassen dazu äußerte. „Wir haben starke Jungs mit Qualität. Da musste ich mich erst hinten anstellen“, sagte der Angreifer. „Ich habe hart trainiert und auf meine Chance gewartet.“ In Walldorf erhielt er sie.

Shala kam in der 65. Minute in die Partie und stand sinnbildlich für den Auftritt der Kickers: In spielerischer Hinsicht gab’s reichlich Luft nach oben, aber die Einsatzbereitschaft war vorbildlich. „Dank Anids bekamen wir ein Übergewicht, er hat für zusätzliche körperliche Präsenz gesorgt“, lobte Sturmpartner Moritz Hartmann, der für die wenigen ästhetischen OFC-Momente in dem „umkämpften Spiel“ (Shala) sorgte. Hartmann nahm den Ball immer wieder stark an, behauptete ihn gut und war in der zweiten Hälfte ständig torgefährlich. Unter anderem traf er zum 1:1 und scheiterte knapp per Lupfer. Kurz darauf fiel das 2:1 für Walldorf.

Kickers Offenbach OFC: Andis Shala hat spielerisch Luft nach oben

Dass der OFC dennoch einen Punkt holte, lag an Shala. „Ich habe drei, vier Minuten am langen Pfosten gelauert, weil ich wusste, dass der Außenverteidiger etwas kleiner ist“, sagte er und wurde in der Nachspielzeit belohnt, als er nach einer Flanke seinen Gegenspieler übersprang und köpfte. Der Ball landete per Aufsetzer quasi in Zeitlupe unter der Latte, Walldorfs Schlussmann Nicolas Kristof agierte unglücklich. „Ich habe das Ding reingeschrien“, scherzte der Torschütze und zeigte sich erleichtert: „Diesmal war das Glück auf meiner Seite.“

Den Punktgewinn führte er hingegen keineswegs nur auf Glück zurück. „In Walldorf haben wir zweimal nach einem Rückstand noch ausgeglichen, da sieht man, was für eine Mentalität diese geile Truppe hat. Wir geben uns nicht auf“, so Shala.

OFC: Besonderer Geist bei den Kickers Offenbach wieder zu spüren

In der Tat war wieder der Geist zu spüren, der die Kickers zu Saisonbeginn ausgezeichnet hatte, als mehrfach Spiele gedreht wurden. Die spielerische Leichtigkeit fehlt aber weiterhin. „Es gibt ein paar Dinge, an denen wir arbeiten müssen“, gab Shala zu. „Wir sind aber auf einem guten Weg und seit vier Spielen unbesiegt. Die Gegner, die wir zuletzt zu Hause hatten, waren jedoch keine Hochkaräter.“ 

Das wird am Samstag (14 Uhr) anders sein. Dann gastiert der nur einen Punkt schlechtere FSV Mainz 05 II in Offenbach. Ob Shala wieder eine Chance erhält? „Ich hoffe, endlich mehr Spielanteile zu bekommen. Aber das entscheidet der Trainer“, gab er sich diplomatisch.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

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