Regionalliga-Spiel auf Kunstrasen

OFC-Premiere auf ungeliebtem Untergrund in Stadtallendorf

Für die Kickers Offenbach und Trainer Sreto Ristic steht das Spiel gegen die Eintracht Stadtallendorf an. Das Spielfeld ist ungewöhnlich. Denis Huseinbasic darf sich Hoffnungen auf einen Einsatz machen.
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Denis Huseinbasic (rechts) darf sich Hoffnungen auf einen Einsatz in Stadtallendorf machen. Weil Tunay Deniz (Gelbsperre) und Tim Dierßen (Sprunggelenksverletzung) fehlen, muss der neue OFC-Trainer Sreto Ristic die Mittelfeldzentrale neu besetzen.

Beim Auswärtsspiel der Kickers Offenbach gegen Stadtallendorf gibt Sreto Ristic gibt sein Debüt als OFC-Trainer. Das Spielfeld ist unbeliebt. Was vor dem Spiel noch wichtig ist.

Offenbach – Sreto Ristics erste Woche als Cheftrainer hat es in vielerlei Hinsicht in sich. Der 44-Jährige, Nachfolger von Angelo Barletta beim Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, hat seit Amtsantritt am vergangenen Samstag jeden einzelnen Trainingstag genutzt, um seine Mannschaft kennenzulernen und ihnen die erhofften neuen Impulse zu geben. „Wir hatten wenig Zeit, ins Detail zu gehen“, räumte er ein. Als wäre das nicht Aufgabe genug, muss Ristic gleich noch sein Ligadebüt auf ungewohntem Untergrund vorbereiten. Das erste Pflichtspiel des Jahres bei Eintracht Stadtallendorf am Samstag (09.01.2021 14 Uhr) wird das erste des OFC auf Kunstrasen sein.

Kickers Offenbach: Gegner Stadtallendorf weicht wegen Witterung auf Kunstrasenplatz aus

Zweimal trat die Eintracht bislang in der Regionalliga gegen den OFC zuhause an, verlor jeweils vor stattlicher Kulisse im 5000 Zuschauer fassenden Herrenwaldstadion (1:3, 0:2). Dieses Mal ist alles anders. Corona-bedingt sind keine Zuschauer zugelassen - und die Witterung lässt kein Spiel auf dem Rasen des Stadions zu. Deshalb weicht der Hessenliga-Meister der vergangenen Saison auf einen benachbarten Kunstrasen aus. „Das ist natürlich für uns eine katastrophale Situation“, räumt Dirk Novosad vom Medienteam des Aufsteigers ein. Die Eintracht hatte als einer von sechs Klubs Anfang Dezember einen Antrag auf einstweilige Verfügung vor dem Landgericht Mannheim gegen den Restart in der Regionalliga gestellt, der aber abgelehnt wurde. Novosad kann sich mit dem Status Quo noch immer nicht anfreunden. „Wir sind als Amateure in diese Liga gekommen und gelten nun als Profis“, sagt der TSV-Schriftführer, der wie seine Vorstandskollegen rein ehrenamtlich arbeitet.

„Das ist natürlich außergewöhnlich“, sagt Ristic. Der neue Offenbacher Coach hat die ganze Woche auf dem Kunstrasen am Wiener Ring trainiert, auch das Testspiel gegen Ligarivale SG Sonnenhof Großaspach (3:3) fand dort statt. „Ich kenne sicherlich keinen Spieler, der sagt: Geil, wir spielen auf Kunstrasen.“ Doch der Untergrund soll keine Ausrede für die Partie beim Tabellenletzten sein, der mit sieben Punkten aus 15 Spielen schon deutlich abgeschlagen ist. Der einzige Sieg gelang am 17. Oktober gegen den VfR Aalen (1:0). „Wenn der Letzte auf den Vierten trifft, ist die Sache normal klar“, sagt Ristic: „Aber wir müssen sehr konzentriert sein, dürfen den Gegner nicht unterschätzen.“ Mit seinem Assistenten Marijan Kovacevic hat der OFC-Coach Videomaterial über die Oberhessen studiert. Seine Erkenntnis: „Gegen Topteams der Liga haben sie sehr griffig agiert.“ Gegen die SV Elversberg (1:2) führten sie lange, beim 0:3 gegen den SSV Ulm 1846 stand es 55 Minuten lang 0:0.

OFC: Neuer Trainer Ristic geht optimistisch in erstes Spiel

Ristics Eindrücke nach den ersten Trainingseinheiten stimmen ihn für Samstag optimistisch. „Die Jungs sind fit, alle ziehen gut mit, jeder will sich zeigen.“ Er habe eher bremsen müssen: „Mein Ziel ist es, dass wir die Spannung Woche für Woche aufrechterhalten.“ Zumal er spürt, dass großer Druck auf der Mannschaft lastet. „Es summiert sich, was auf die Spieler zukommt“, sagt er mit Blick auf den Negativlauf vor Weihnachten, die Trainerentlassung und seine Amtsübernahme mit der kurzen Phase des Kennenlernens.

Auch deshalb vermied er in der ersten Woche, die Abläufe groß zu verändern. Stattdessen übte er mit dem Team an Fußballspezifischem. „Wir haben viel am Spiel gegen den Ball gearbeitet“, erläutert er einen seiner Ansätze. Das ballbesitzorientierte Spiel soll durch mehr Kontrolle nach hinten verfeinert werden. Um nicht mehr solche negativen Überraschungen zu erleben wie bei den Pleiten im alten Jahr gegen Aalen (0:2) und in Balingen (0:1).

Erstes Spiel für OFC-Trainer Ristic: Aufstellung des defensives Mittelfelds noch offen

Wer am Samstag auf dem Kunstrasen in Stadtallendorf für den OFC aufs Feld gehen wird, ließ Ristic offen. Heute folgt eine weitere Trainingseinheit, dazu dann der obligatorische Corona-Schnelltest. Nicht unwahrscheinlich ist, dass die Formation der ersten Hälfte gegen Großaspach startet, die furios aufspielte und 3:0 führte. Kapitän Stephan Flauder ist ohnehin gesetzt im Tor, in der Defensive gilt das für Marco Fritscher, Sebastian Zieleniecki, Malte Karbstein und Ronny Marcos. Auf den offensiven Außen dürften Serkan Firat (links) und Marcell Sobotta (rechts) beginnen. Offen ist dagegen, wer die defensive Mittelfeldzentrale bildet. Tunay Deniz fehlt gelbgesperrt, Tim Dierßen wegen einer Sprunggelenksverletzung. Alternativen hat Ristic aber genügend: Winterzugang Charles Elie Laprevotte könnte seinen Einstand in einem Pflichtspiel geben, gegen Großaspach gefiel Denis Hueinbasic als Nebenmann in der Zentrale. Luka Garic und Maik Vetter drängen ebenfalls zurück ins Team. Vorne sind Florent Bojaj und Mathias Fetsch sicherlich gebucht.

Dierßens Verletzung passierte übrigens ohne Fremdeinwirkung auf Kunstrasen, der auch für die Wehwehchen von Maurice Pluntke (Sprunggelenk) und Elia Soriano (Wadenprobleme) mitverantwortlich ist. Noch zwei Gründe, warum Ristic glaubt, dass kein Spieler gerne auf dem Untergrund spielt: „Aber es ist, wie es ist.“ (Von Jörg Moll)

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