Kirchhoff widerspricht Kritik an Einstellung des Spieler

Kapitän verteidigt Team und System

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Benjamin Kirchhoff (rechts, im Spiel gegen Hoffenheim II) erzielte diese Saison als Innenverteidiger bereits vier Tore in der Regionalliga Südwest. Damit ist er drittbester OFC-Schütze hinter den Offensivspielern Serkan Firat und Jake Hirst (beide sieben).

Offenbach - Spielführer der Offenbacher Kickers zu sein, ist derzeit kein angenehmer Job. Benjamin Kirchhoff musste im Namen der Mannschaft zuletzt mehrfach Stellung zu schwachen Auftritten beziehen. Von Christian Düncher

Und nach dem Pokal-Aus gegen Dreieich gab es auch noch Kritik an der Einstellung der Mannschaft.
Die Vorfreude auf die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte hält sich bei Benjamin Kirchhoff in Grenzen. Der Innenverteidiger hatte zwar bei der Reserve des VfB Stuttgart, bei der er mit Kickers Offenbach am Samstag (14 Uhr) zu Gast ist, eine gute Zeit mit 34 Einsätzen in der 3. Liga. Aber viel mehr als die Vergangenheit beschäftigt ihn die Gegenwart. Und die ist alles andere als erfreulich. Nachdem der OFC in der Liga den eigenen Erwartungen hinterherhinkt und aus dem Hessenpokal ausgeschieden ist, musste sich das Team einiges anhören – nicht nur von den Fans.

Wenn man wie gegen Dreieich ausscheidet, weil man „erst ab der 60. Minute richtig aufwacht und zeigt, was Pokal bedeutet“, müsse man mit Kritik leben, meint Kirchhoff. Grundsätzlich spiele das Team jedoch nicht schlecht. „Wir sind immer dominant, müssen aber auch mal wieder die Null halten.“ Dabei zeigt sich ein grundsätzliches Problem: Der OFC tut sich gegen defensive Teams schwerer als gegen offensive.

„Wir können gegen jede Mannschaft gewinnen, schaffen es aber gegen die Teams, die unten sind, nicht. Gegen die, die oben sind, sind wir definitiv stabiler als vergangene Saison“, merkt Kirchhoff an. Dreieich habe zum Beispiel „mit elf Mann am eigenen 16er“ gestanden. Das taten in der Regionalliga Südwest zuletzt Balingen und Pirmasens (jeweils 1:1 nach 1:0-Führung) auch. Doch warum hat der OFC so große Schwierigkeiten mit solchen Teams? „Wir nutzen unsere Chancen nicht“, sagt der 24-jährige.

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Davon, dass der OFC zahlenmäßig die drittbeste Offensive der Liga hat (26 Tore), dürfe man sich nicht blenden lassen, so Kirchhoff. Wenn man die Treffer von den Spielen gegen den FSV Frankfurt (7:0) und Hoffenheim II (5:2) weglässt, zeige sich, dass sich das Problem „bereits durch die gesamte Saison zieht“. Also müsse man „hinten sicherer stehen“, damit auch mal ein erzieltes Tor zum Sieg reicht.

Doch das war in den vergangenen neun Spielen nur einmal der Fall, zumal der OFC mit den hoch stehenden Außenverteidigern sehr anfällig ist, wenn der Gegner schnell umschaltet. Für Kirchhoff ist die Taktik aber nicht das Problem: „Man hat gesehen, dass das System greift. Aber die Konter dürfen wir nicht zulassen.“ Der Kapitän spricht von „Anfängerfehlern“. Auch er hätte vor dem ersten Tor von Dreieich nicht wegrutschen dürfen.

Woran liegt es dann? Fehlt die Konzentration? Oder sogar mangelnde Einstellung, wie Geschäftsführer Christopher Fiori zuletzt kritisiert hatte? „Wir brauchen Leidenschaft, Willen und das Bewusstsein, was es bedeutet, für einen Verein wie den OFC zu spielen“, hatte Kirchhoff nach dem Pokal-Aus gesagt. Ein grundsätzliches Problem sieht er aber nicht. „In den letzten drei Jahren konnte man der Mannschaft nie vorwerfen, dass sie nicht alles gegeben hat.“ Das Spiel gegen Dreieich sei auch „nicht fahrlässig abgeschenkt“ worden. „Aber Fußball ist auch immer viel Kopfsache.“

Kirchhoff weiter: „Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, muss Kritik erlaubt sein. Sie muss aber auch konstruktiv sein.“ Das war sie offenbar. „Wir haben als Mannschaft alles mit dem Trainerteam und den Verantwortlichen besprochen. Das bleibt in der Kabine, aber wir müssen unsere Lehren ziehen. Wir sind davon überzeugt, dass wir als Mannschaft mit dem Trainerteam auf einem super Weg sind.“ Und wo kann der diese Saison noch hinführen? „Wir hatten letztes Jahr zehn Punkte Vorsprung, wurden jedoch noch abgefangen. Der Zug ist noch lange nicht abgefahren. Wir hören jetzt nicht auf zu arbeiten.“

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