Kickers Offenbach

OFC Trainer Barletta: „Stabil, präsent und kicken kann er auch“

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Polnischer Abräumer mit fußballerischen Qualitäten: Zugang Sebastian Zieleniecki (links, im Trainingsspiel gegen Luka Garic) hat sich beim OFC gut eingefügt und beste Chancen auf einen Stammplatz im Abwehrzentrum.

OFC Trainer Barletta ist mit Zugang Zieleniecki sehr zufrieden. Band bei Lovric nur angerissen.

Offenbach – Ein kurzer Blick, ein scharfer Pass und schon war die Konterchance für die Offenbacher Kickers im Testspiel gegen Austria Klagenfurt da. Niklas Hecht-Zirpel schloss sie letztlich zum vorentscheidenden 3:0 ab. Großen Anteil am Tor hatte aber auch der Initiator der Szene, Sebastian Zieleniecki. Mit seinem Zuspiel durchs Zentrum nahm der Pole gleich vier Klagenfurter aus der Partie. „Er kann raumgreifende Pässe spielen“, lobt Trainer Angelo Barletta den 24 Jahre alten Winter-Zugang.

Kickers Offenbach: Fünf Testspiele ohne Gegentor

Aufgewertet wird diese Erkenntnis dadurch, dass Zieleniecki kein Spielmacher ist, sondern Innenverteidiger. Es ist also in erster Linie seine Aufgabe, gegnerische Angreifer auszuschalten. Und auch das macht der Blondschopf bislang mehr als ordentlich. Dass der OFC nach fünf Testspielen noch ohne Gegentor ist, hat er auch Zieleniecki zu verdanken. Wenn ein solcher Abräumer dann auch noch überdurchschnittlich gut mit dem Ball am Fuß umgehen kann, ist es umso besser. Zumal das Aufbauspiel von ganz hinten heraus beim OFC in der ersten Saisonhälfte arg verbesserungswürdig war.

„Er überzeugt durch Stabilität, Zweikampfführung und Präsenz“, sagt Barletta über den 1,88 Meter großen Verteidiger, der zuvor in seiner Geburtsstadt für den bis in die polnische 3. Liga abgestürzten Traditionsklub Widzew Lódz gespielt hatte. „Und er kann kicken“, fügt der OFC-Trainer hinzu. Da stellt sich natürlich die Frage, warum der so sehr gelobte nicht schon längst den Sprung in eine höhere Klasse geschafft hat. Eine mögliche Erklärung liefert der Blick auf Zielenieckis Verletzungshistorie. Der einstige polnische Junioren-Nationalspieler (u.a. Dritter bei der U17-EM 2012) hat bereits mehrere Knieverletzungen hinter sich. Auch aus diesem Grund kam er beim italienischen Klub US Cremonese, zu dem er bereits als Jugendlicher gewechselt war, nur zu sechs Einsätzen in der ersten Mannschaft (3. Liga).

OFC: Sprachbarriere ist kein Problem

Mit Barletta und Mittelfeldspieler Luigi Campagna kommuniziert Zieleniecki auf Italienisch, mit dem Rest des Kaders auf Englisch. „Trotz dieser Sprachbarriere hat er sich gut eingefügt“, sagt der Trainer. „Ich bin mit ihm sehr zufrieden. Wenn er spielte, hatten unsere Gegner so gut wie nie Torchancen.“ Und so ist davon auszugehen, dass Zieleniecki auch zum Start der Restsaison mit der Nachholpartie beim VfR Aalen (15. Februar, 14 Uhr) in der Startformation stehen wird – wohl mit Lucas Albrecht als Nebenmann im Abwehrzentrum. Alternativen sind ohnehin rar, zumal in Maurice Pluntke (Knieoperation) und Francesco Lovric zwei etatmäßige Innenverteidiger ausfallen.

Lovric, der im Trainingslager mit dem Fuß umgeknickt war, wurde gestern genauer untersucht. „Ein Band ist angerissen, es ist nicht so dramatisch“, sagte Geschäftsführer Thomas Sobotzik, der im Optimalfall von nur zwei Wochen Ausfallzeit ausgeht.

Serkan Firat belebt die Offensive der Kickers

Neben Zieleniecki fiel von den Winter-Zugängen bisher vor allem Pelle Hoppe (kam vom Chemnitzer FC) positiv auf. Der Stürmer zeigt Vollstreckerqualitäten und steuerte beim 4:0 (2:0)-Erfolg gegen Klagenfurt die ersten beiden Tore bei. Erst behielt er im Strafraum die Ruhe, ließ einen Abwehrspieler aussteigen und schloss dann ebenso lässig wie gekonnt ab. Beim zweiten Treffer stand er nach einem Freistoß richtig und setzte entscheidend nach. Es war bereits sein dritter Testspieltreffer. Auf erst ein Tor bringt es Rückkehrer Serkan Firat (Bayern Alzenau), der das Offensivspiel dennoch spürbar belebt. Gegen Klagenfurt war er per Foulelfmeter zum 4:0-Endstand erfolgreich. Der bundesliga-erprobte Tim Dierßen (Hannover 96 II) traf ebenfalls einmal (beim 5:0 bei Germania Schwanheim) und zeigte sich als vielseitiger, lauffreudiger Mittelfeldmann, der seine Stärken im Pressing hat. Der erst kurz vor dem Trainingslager verpflichtete dritte Torwart Felix Ferahyan (zuletzt in Finnland für Ekenäs IF aktiv) kam noch nicht zum Einsatz.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

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