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OFC: Kilometerfresser und Kameradschaft

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Von: Christian Düncher

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Abgeräumt: Mit Maximilian Rossmann (vorne) in der Abwehr spielte der OFC in elf Ligapartien fünfmal zu null.
Abgeräumt: Mit Maximilian Rossmann (vorne) in der Abwehr spielte der OFC in elf Ligapartien fünfmal zu null. © hübner

Kickers Offenbachs Abwehr-Kante Maximilian Rossmann sieht das Team vor dem ersten Heimauftritt des Jahrs gegen Aufsteiger SGV Freiberg in vielen Bereichen gefestigter und fordert: „Wir müssen ein Stück weit geil sein auf dieses Freitagabendspiel.“

Offenbach – Vor dem Wechsel zu Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach hatte Maximilian Rossmann nichts dem Zufall überlassen. Als der Verteidiger vergangenen Herbst beim OFC im Gespräch war, schaute er sich das Spiel bei Aufsteiger SGV Freiberg (2:2) an, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Zwei Tage später unterschrieb er seinen Vertrag. Morgen Abend (19 Uhr) steht das Rückspiel an, diesmal mit „Rossi“. Und der hat genaue Vorstellungen davon, wie der erste Heimauftritt des Jahres aussehen soll: „Am besten souverän.“

Allerdings habe der Start in die Restsaison (1:0 beim FSV Frankfurt) eines unterstrichen: „Kein Spiel ist einfach.“ Auch nicht das gegen den 13. der Tabelle. Als „sehr eklig“ hat Rossmann den Aufsteiger bei der Beobachtung des Hinspiels wahrgenommen. Und: „Auf einigen Positionen sind sie sehr gut besetzt.“ Der 27-Jährige lässt aber keine Zweifel an der Zielsetzung aufkommen. Mit Hilfe des Publikums soll der nächste Sieg geholt werden. „Wir haben lange Zeit nicht mehr zu Hause gespielt“, sagt er. Die Vorfreude ist entsprechend groß. Jedoch weiß Rossmann auch, dass trotz des jüngsten Derbysieges der Funke vom Rasen auf die Ränge überspringen muss, um die entsprechende Stimmung zu entfachen. „Wir müssen ein Stück weit geil sein auf dieses Freitagabendspiel“, fordert er.

An der Einstellung hatte es dieses Jahr weder im Hessenpokal-Viertelfinale in Fulda noch im Ligaspiel in Frankfurt gehapert. Beide wurden mit 1:0 gewonnen – wie auch schon das letzte Spiel vor der Winterpause gegen Koblenz. Rossmann hätte nichts dagegen, diese Serie fortzusetzen, sagt aber auch: „Wir hätten mehr Tore schießen können.“ 38 Treffer sind nur der fünftbeste Wert der Liga. Bei den Gegentoren (22) liegt der OFC hingegen auf Platz drei. Daran hat auch Rossmann seinen Anteil. Elfmal kam er in Punktspielen zum Einsatz, fünfmal siegten die Kickers zu null. Der einstige Drittliga-Akteur (Viktoria Köln, Lotte, Mainz II), der auch 37 Mal für Almelo in der niederländischen 1. Liga auflief, war sofort die erhoffte Verstärkung.

Man habe es ihm leicht gemacht, anzukommen, betont Rossmann. „Ich fühle mich wohl. Die Zu-null-Quote dürfen wir gerne erhöhen. Aber ansonsten bin ich relativ zufrieden“, erklärt der 1,92 Meter große Innenverteidiger. Die Chancen, dass der OFC öfter ohne Gegentor bleibt als bisher, stehen Rossmann zufolge nicht schlecht. Während der Wintervorbereitung inklusive Trainingslager habe sich das Team vor allem hinten noch mehr stabilisiert („Es hat uns gut getan, viel Zeit mit dem Trainer zu verbringen“) und sei zudem enger zusammengerückt: „Wir haben ein gutes Klima, man kann auf den Tisch hauen, lachen und macht auch außerhalb des Platzes mal etwas zusammen.“

Gegen Freiberg (mit den Ex-Offenbachern Nikola Jürgens, David Tomic und Emir Kuhinja) wird sich am Kader nicht viel ändern. Gut möglich, dass der OFC zum dritten Mal in Folge im 3-5-2 antritt, auf das Trainer Ersan Parlatan auch aufgrund zwischenzeitlicher Ausfälle umgestellt hatte. „Dass wir nicht viel Anlaufzeit gebraucht haben, wundert mich nicht“, erklärt Rossmann. Seine Nebenleute Sebastian Zieleniecki und Jayson Breitenbach hätten „sehr viel Qualität“, könnten die Dreierkette problemlos spielen. Und außen hätten Ronny Marcos und Vincent Moreno „Kilometer gefressen“. Kurzum: „Variabilität kann gut sein. Aber ich habe das Gefühl, dass wir so noch sicherer stehen.“

Sicher genug, um noch auf Platz eins zu schielen? „Wir dürfen nicht nach links und rechts sehen, sondern müssen uns auf uns fokussieren und unsere Hausaufgaben erledigen“, vermeidet „Rossi“ eine Kampfansage.

Von Christian Düncher

Roland Seitz trifft gerne auf Kickers Offenbach

Offenbach – Die SGV Freiberg ist noch ungeschlagen in Partien gegen Kickers Offenbach. Okay, das ist nicht allzu schwierig, weil das 2:2 im Hinspiel das erste in der Historie beider Klubs war. Erstaunlicher ist die Bilanz des Trainers der Schwaben: Roland Seitz hat letztmals am 10. Dezember 2004 gegen den OFC verloren. Damals als Coach des 1. SC Feucht in der Regionalliga Süd. 3:2 hieß es da für die Kickers. Die Tore erzielten Sasa Ciric (2) und Thorsten Judt. Neben Ciric stürmte der kürzlich verstorbene Suat Türker. Seitz traf anschließend sieben weitere Male mit fünf verschiedenen Klubs auf Offenbach – und blieb ungeschlagen. In der 2. Liga gewann er mit dem SC Paderborn (2:1/17.9.2006) und mit Erzgebirge Aue (3:1/8.2.2008). In der Regionalliga Südwest holte er mit Eintracht Trier (1.11.2013), der SV Elversberg (27.7.2018) und dem VfR Aalen (9.8.2019) jeweils ein 1:1. Mit Aalen, das sich im März 2021 von ihm trennte, gewann er auch zweimal. Am 15. Februar 2020 zum Punktspieleinstand von Trainer Angelo Barletta (3:0). Das 0:2 zehn Monate später war Barlettas vorletztes OFC-Spiel. (jm)

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