Kickers Offenbach

OFC: Kleiner, aber wichtiger Schritt - „Reicht nicht, dreimal zu hupen“

„Er war der entscheidende Mann“, sagt OFC-Trainer Sreto Ristic über Elia Soriano (Mitte). Der Angreifer war beim 2:0-Erfolg in Pirmasens an allen wichtigen Szene beteiligt. Er erzielte beide Tore und war oft nur per Foul zu stoppen - wie vor der Gelb-Roten Karte für Zimmer (33.).
+
„Er war der entscheidende Mann“, sagt OFC-Trainer Sreto Ristic über Elia Soriano (Mitte). Der Angreifer war beim 2:0-Erfolg in Pirmasens an allen wichtigen Szene beteiligt. Er erzielte beide Tore und war oft nur per Foul zu stoppen - wie vor der Gelb-Roten Karte für Zimmer (33.).

Mit einem mühevollen, aber verdienten 2:0-Erfolg beim FK Pirmasens hat Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach nach einer schwierigen Woche die Wogen geglättet. Der zuletzt in die Kritik geratene Trainer Sreto Ristic machte vieles Richtig, die Spieler auch. Das reichte gegen einen geschwächten Gegner, der sich früh selbst dezimierte.

Pirmasens – So schnell kann es im Fußball manchmal gehen. Am Dienstagabend waren die Regionalliga-Profis der Offenbacher Kickers nach dem 0:1 gegen den TSV Schott Mainz, der zweiten Niederlage in Folge, noch von den Fans ausgepfiffen worden. Am Samstag erklang nun „Wir wollen die Mannschaft sehen“ aus dem Gästeblock - gefolgt von „Der OFC ist wieder da“. So weit sind die Kickers jedoch noch nicht. Das 2:0 (1:0) beim personell arg geschwächten FK Pirmasens war nur ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Mehr hatten die Verantwortlichen aber auch nicht erwartet.

„Es ging diesmal nicht ums Können, sondern darum, wie wir diese besondere Situation im Kopf verarbeiten“, sagte Geschäftsführer Thomas Sobotzik mit Blick auf die Kritik an Sreto Ristic, die im Umfeld aufgekommen war. Nach der jüngsten Pleite hatte es „Trainer raus“-Rufe gegeben. Dem 45-Jährigen war jedoch von der Führungsriege öffentlich das Vertrauen ausgesprochen worden. In Pirmasens zahlte er das nun zurück. Der Coach machte vieles richtig, die Spieler auch. Das reichte zu einem mühsamen, aber souveränen Erfolg. Auch weil der OFC diesmal das nötige Glück hatte. So dezimierte sich der ohnehin geschwächte FKP in der 33. Minute, weil Innenverteidiger Zimmer im Mittelfeld zweimal sinnlos einstieg (33.) und Gelb-Rot sah. Zudem halfen die Pfälzer beim zweiten Tor mit.

„Ich habe gesagt, wir kriegen etwas zurück, wenn wir weiter konzentriert arbeiten. Das war jetzt der Fall“, sagte Ristic und stellte klar: „Die Mannschaft ist charakterlich top. Aber es war keine einfache Woche für sie.“ Der Sieg sei wichtig für das Selbstvertrauen gewesen. Die Spieler hätten wieder das Gefühl bekommen, dass sie gut sind, sagte der Kickers-Coach. „Sie hören das vom Trainer, aber nicht von allen. Das ist schade. Darauf müssen wir hinarbeiten. Wir brauchen das Zusammenspiel mit den Fans.“

Einer, der in Pirmasens besonders viel Selbstvertrauen getankt hat, ist Elia Soriano. Der Stürmer, der ebenso wie Florent Bojaj in die Startformation gerückt war, war an allen entscheidenden Szenen beteiligt. Er erzielte beide Tore (seine ersten in dieser Saison) und war oft nur per Foul zu stoppen - wie in der Szene, die zum Platzverweis führte. „Eli war der entscheidende Mann“, lobte Ristic. „Er ist wichtig für uns und hat auch schon in der Vergangenheit stark gespielt. Oft fehlte ihm aber Glück. Es freut mich unheimlich, dass ihm das wichtige erste Tor gelungen ist.“

Bei der Szene, die zum frühen 1:0 führte, zahlten sich Ristic’ Umstellungen aus. Der OFC trat erstmals in dieser Saison mit einem 5-3-2 an, das bei eigenem Ballbesitz zu einem 3-5-2 wurde. Die beiden etatmäßigen Außenverteidiger Maik Vetter (rechts) und Ronny Marcos (links) hatten somit einige Freiräume. In der siebten Minute zahlte sich das aus. Bojaj schickte Marcos auf die Reise, der zu Dejan Bozic flankte. Dessen Direktabnahme landete am Pfosten, aber den Abpraller verwertete Soriano. Es war die erste und für lange Zeit einzige Chance. Die Kickers zeigten endlich mal wieder die zuletzt vermisste Effektivität. Aber sie taten sich im Spiel nach vorne weiter schwer - auch in Überzahl.

„Es ist nicht einfach gegen zehn Mann“, betonte Ristic, dessen Team selbst vor einigen Wochen in Kassel trotz fast 60-minütiger Unterzahl ein 0:0 erkämpft hatte. „Wir sind cool geblieben und kein unnötiges Risiko eingegangen, weil wir wussten, dass der Gegner einen Fehler machen würde.“ In der 67. Minute war es so weit. Der Ex-Offenbacher Konstantinos Neofytos wollte klären, war sich aber nicht mit Torwart Reitz einig. Soriano drückte den Ball über die Linie - 2:0. Der OFC hätte noch höher gewinnen können, spielte die Konter aber schlecht aus. Und als das letzte Zuspiel mal ankam, scheiterte Mathias Fetsch am diesmal starken Reitz.

Ristic war aber auch so zufrieden. „Es war nicht leicht“, sagte er nach der Partie und deutete auf den Bus des OFC: „Nur weil hier Kickers Offenbach draufsteht und wir Tradition haben, reicht es nicht, dreimal zu hupen, damit die Gegner zur Seite gehen.“ Das müsse das Umfeld, aber vor allem die Mannschaft verinnerlichen: „Das kann einige Tage dauern.“ Einstellung sowie Zweikampfverhalten hatten in Pirmasens zumindest schon mal gestimmt.

Der Kickers-Coach wollte die Partie aber „nicht überbewerten“, wie er betonte. „Das war ein Spiel, auswärts, gegen keinen einfach zu bespielenden Gegner, mehr nicht. Auch das wird sachlich analysiert und zu den Akten gelegt und dann geht es weiter.“ Mit dem Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen den Tabellenfünften Bahlinger SC. (Von Christian Düncher)

FK Pirmasens - Kickers Offenbach 0:2 (0:1)

FK Pirmasens: Reitz - Grünnagel (49. Hecker), Frisorger, Zimmer, Hammann - Klein, Cisse (71. Ampadu Wiafe) - Dimitrijevic (71. Makanda), Ardestani (85. Scharwath), Herrmann (46. Eichhorn) - Neofytos

Kickers Offenbach: Flauder (3) - Chana (3), Zieleniecki (3), Okungbowa (3) - Vetter (2,5), Garcia (4), Huseinbasic (2), Bojaj (2,5; 68. Deniz), Marcos (2,5; 75. Ramaj) - Soriano (1; 82. Fetsch), Bozic (4; 75. Hermes)

SR: Hasmann (Neunkirchen) - Z: 800 - Tore: 0:1 Soriano (7.), 0:2 Soriano (67.) - Gelb: Hammann / Zieleniecki (2), Soriano (2) - Gelb-Rot: Zimmer (33., wiederholtes Foulspiel) / -

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare