OFC klettert mit Coup beim TSV Steinbach auf Platz elf

„Dieser Sieg ist Gold wert“

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Jubel und Muskelspiele nach dem ebenso überraschenden wie wichtigen Sieg beim TSV Steinbach. Von links freuen sich die OFC-Spieler Dennis Schulte, Alexandros Theodosiadis, Konstantinos Neofytos, Jan-Hendrik Marx, Semih Sentürk, Serkan Göcer, Dren Hodja und Alexander Sebald über den 1:0-Erfolg. 

Haiger - Kickers Offenbach hat die beeindruckende Heimserie des TSV Steinbach gebrochen und eine eigene ausgebaut. Der OFC blieb beim 1:0 (1:0)-Erfolg zum vierten Mal in Folge ohne Gegentreffer. Von Christian Düncher 

Als die Überraschung perfekt war, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Vor lauter Freude über den 1:0-Erfolg beim TSV Steinbach rüttelten einige Anhänger der Offenbacher Kickers so sehr an den Masten des Fangnetzes, dass die bedenklich wackelten. „Liebe OFC-Fans, viel Spaß beim Feiern. Lasst aber bitte den Zaun ganz“, ertönte es aus den Lautsprechern.

Der Zaun blieb ganz. Gefeiert wurde ebenfalls – auch auf dem Platz. Die OFC-Spieler fielen sich in die Arme und machten die „Uffta“ mit den Fans. Ein Ritual, das es nur nach besonderen Siegen gibt. Der im Sportzentrum in Haiger war einer. Die Kickers hatten Steinbach nicht nur die erste Heimniederlage der Saison zugefügt, sondern einen wichtigen Sieg im Kampf um den Verbleib in der Regionalliga Südwest verbucht. Als Elfter steht der OFC so gut da wie noch nie in dieser Saison. Bei einer Niederlage wäre man hingegen auf Platz 14 zurückgefallen, also wieder unter den Strich gerutscht. Kein Wunder also, dass die Offenbacher Spieler unisono von Big Points sprachen und bester Laune waren.

„Ich bin einfach nur froh“, sagte Mittelfeldspieler Kristian Maslanka nach dem Sieg beim Vierten, auf den die Kickers bestens eingestellt waren. „Der Trainer hat uns gut auf sie vorbereitet, wir hatten eine gute Videoanalyse“, betonte Verteidiger Bryan Gaul. So störten die OFC-Spieler die Steinbacher phasenweise bereits am Strafraum, zwangen sie so zu langen Pässen. „Wir haben teilweise sehr früh angegriffen, weil wir wussten, dass die dann Probleme bekommen würden“, erklärte Maslanka. „Das frühe Tor hat uns natürlich geholfen.“

Kickers zu Gast beim TSV Steinbach: Bilder

Nach der Pause waren es dann jedoch die Offenbacher, die Probleme bekamen. TSV-Trainer Matthias Mink wechselte in Torjäger Sargis Adamyan sowie später Daniel Engelbrecht zwei Stürmer ein, stellte zudem das System auf zwei Spitzen um. OFC-Coach Oliver Reck reagierte, brachte in Dennis Schulte (für Robin Scheu) einen weiteren Abwehrspieler. Die Kickers verteidigten nun mit einer Dreierkette, die jedoch angesichts des wachsenden Drucks der Gastgeber faktisch eine Fünferkette war. Steinbach holte zwar Eckball um Eckball heraus, mehr aber auch nicht. „Am Ende gab es nur noch eine Devise: Bälle raus. Aber das ist egal“, so Maslanka. „Die drei Punkte sind in unserer Situation Gold wert.“

Serkan Firat hob ebenfalls die Defensive hervor. „Unser Ziel war, die Null zu halten. Das ist uns im Verbund super gelungen“, sagte der OFC-Torschütze und lobte auch die Fans. 2762 Zuschauer waren im Stadion, davon kam rund ein Drittel aus Offenbach. „Sie haben das Auswärts- zu einem Heimspiel gemacht“, so Firat. Die längste Anreise hatte Kickers-Präsident Helmut Spahn, der nach einem 18-Stunden-Flug morgens um sechs Uhr aus dem Urlaub zurückkehrt war und mittags in Haiger auf der Tribüne saß. Er sprach von einem „richtungsweisenden Sieg“.

OFC-Zeugnis gegen Steinbach

Reck sah es ähnlich, warnte jedoch vor zu viel Euphorie. „Wir können nun ein bisschen in diesem Glücksgefühl verweilen, dürfen uns aber nicht darauf ausruhen“, sagte der Trainer. „Der Dreier hilft uns sehr in unserer Situation. Wir können nun die nächsten Spiele wieder etwas beruhigter angehen, mehr aber auch nicht.“ Denn: „Die Saison ist noch lange nicht beendet.“ Fünf Spiele stehen für den OFC noch an, das nächste am Sonntag (14 Uhr) gegen Kassel, die eine gute Saison spielen. Doch das Selbstvertrauen der Kickers ist groß. „Zu Hause“, betonte Stürmer Konstantinos Neofytos, „sind wir eine Macht.“ Und drei der fünf offenen Partien absolviert der OFC noch daheim.

OFC-Restprogramm:

So., 23.4., 14 Uhr: Hessen Kassel (H)

Sa., 29.4., 14 Uhr: SSV Ulm (A)

Fr., 5.5, 19 Uhr: TuS Koblenz (H)

Sa., 13.5, 14 Uhr: Hoffenheim II (H)

Sa., 20.5., 14 Uhr: VfB Stuttgart II (A)

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