Kickers Offenbach

OFC: Kniffliges Personalpuzzle für Trainer Ristic

Denis Huseinbasic (links), der sich hier gegen Luca Bazzoli (FSV Frankfurt) behauptet, ist eine der wenigen Alternativen fürs zentrale Mittelfeld. Doch auch der 19-Jährige ist angeschlagen, plagt sich mit Problemen im Bauch-/Leistenbereich.
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Denis Huseinbasic (links), der sich hier gegen Luca Bazzoli (FSV Frankfurt) behauptet, ist eine der wenigen Alternativen fürs zentrale Mittelfeld. Doch auch der 19-Jährige ist angeschlagen, plagt sich mit Problemen im Bauch-/Leistenbereich.

Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach muss am Samstag beim FC Gießen mit einer neu formierten Schaltzentrale antreten. Zudem fällt Flügelspieler Davud Tuma aus. Dafür könnte der lange verletzte Maurice Pluntke seine Kader-Premiere feiern.

Offenbach – Es könnte ein Spieltag so recht nach dem Geschmack des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach werden. Am Sonntag treffen sich die Rivalen im Aufstiegsrennen, der SC Freiburg II (1. Platz/64 Punkte) und TSV Steinbach Haiger (3./57), tags zuvor die Verfolger SV Elversberg (6./53) und FSV Frankfurt (5./55). Und am Samstag (14 Uhr) kann der OFC (2./58) beim abstiegsbedrohten FC Gießen (16.), der mit 35 Zählern nur hauchdünn vor der Abstiegszone rangiert, vorlegen.

Doch Trainer Sreto Ristic, der den OFC seit Januar mit 32 Punkten aus 15 Spielen auf Rang zwei geführt hat, scheut weiterhin Aussagen zum Tabellenstand. „Auf uns wartet erneut ein schwerer Gegner“, sagt er stattdessen: „Gießen spielt sehr strukturiert, hat eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive.“

Was Ristic viel mehr Kopfzerbrechen bereitet, ist die eigene Personalsituation. Vor allem im Mittelfeld muss der Mann, der größere Personalrochaden bislang stets gescheut hat, nahezu einen Komplettumbau vornehmen. Tunay Deniz (10. Gelbe Karte) und Florent Bojaj (5. Gelbe) fehlen gesperrt, Francesco Calabrese (Bänderriss im Sprunggelenk) und Lukas Albrecht (Sprunggelenk), ohnehin nur Vertreter des mit einer Schultereckgelenkssprengung monatelang fehlenden Charles Elie Laprevotte), ebenfalls. Auch Linksaußen Davud Tuma (muskuläre Probleme) wird in Gießen ziemlich sicher ausfallen und durch Marcell Sobotta ersetzt werden müssen. Das Problem für Ristic: Auch einige der Alternativen für die Zentrale plagen sich mit Problemen herum. Denis Huseinbasic etwa. Der beim 1:0 gegen den SSV Ulm 1846 eingewechselte Youngster (19) hatte mit Schmerzen in der Bauchmuskulatur/Leiste durchgehalten, nahm erst Donnerstag wieder am Training teil.

Der OFC-Coach steht mit der Besetzung der Schaltzentrale vor einem kniffligen Personalpuzzle. Ausgeschlossen hat er aber, dass er gesunde Spieler von angestammten Positionen auf neue verpflanzt. Maik Vetter etwa, seit Jahren Offenbachs Mann für viele Fälle, sieht Ristic weiter als Rechtsverteidiger. Und so deutet einiges darauf hin, dass der OFC mit einem Mittelfeld mit Luka Garic und vor oder neben ihm Tim Dierßen und Huseinbasic aufläuft. Zur Einordnung: Alle drei haben in dieser Saison zusammen deutlich weniger Einsatzminuten (1482) gesammelt als Spielgestalter Tunay Deniz (2584).

Und die Ausfälle werden sich auch auf der Bank bemerkbar machen. In Marco Fritscher, Jakob Lemmer und Maurice Pluntke meldeten sich zwar drei Akteure wieder fit, für einen Startelfeinsatz reicht es aber bei keinem. Für Pluntke, der seit seinem Wechsel im Winter 2020 verletzungsbedingt kein Pflichtspiel erlebte, wäre schon ein Kaderplatz eine Premiere in Offenbach. „Er ist ein erfahrener Profi, er sollte uns einige Minuten helfen können“, sagt Ristic. Pluntke ist die einzige verbliebene Alternative für die Innenverteidigung.

Noch knapper sind die Alternativen im Mittelfeld, denn auf der Bank dürfte am Samstag kein Profi mit Kernkompetenz in diesem Bereich sitzen. Fritscher, Lemmer und U19-Anleihe Vincent Moreno Giesel sind auf den Außenbahnen zuhause.

„Es nutzt alles nichts. Wir müssen es nehmen, wie es kommt“, sagt Ristic und hält doch gerade am Tag vor dem Spiel nochmals den Atem an. „Wir müssen stets die Corona-Testung abwarten“, warnt er. „Wenn ich sehe, was in Sandhausen oder Karlsruhe passiert ist, dann ist das schon Wahnsinn“, sagt er mit Blick auf die Corona-Ausbrüche bei den Zweitligisten. (Von Jörg Moll)

Kargbo „freier Mann“ im Training

Er kam im Sommer 2020 als große Hoffnung für den Angriff zum OFC. Dann riss Abu Bakarr Kargbo (28) im Trainingslager in Polen Mitte August das Kreuzband. Nun, sieben Monate später, ist der Zugang vom Nordost-Regionalligisten Berliner AK auf den Trainingsplatz zurückgekehrt. „Er hat diese Woche als ‘freier Mann’ bei Spielformen mitgewirkt“, dämpft Trainer Sreto Ristic zu hohe Erwartungen. (jm)

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