Kickers Offenbach

OFC: Lauter Flauder hat noch nicht genug

Lautsprecher der Liga: OFC-Torhüter Stephan Flauder ist bekannt für seine permanenten, gut hörbaren Ansagen auf dem Platz. F: hübner
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Lautsprecher der Liga: OFC-Torhüter Stephan Flauder ist bekannt für seine permanenten, gut hörbaren Ansagen auf dem Platz. F: hübner

Stephan Flauder, lautstarker Torhüter des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, jagt am letzten Spieltag noch einige Bestmarken und freut sich auf die Rückkehr der Fans

Offenbach – Vor oder nach einem Spiel spricht Stephan Flauder mit Bedacht. Der Torhüter des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach geht kurz in sich, bevor er antwortet - mit Berliner Schnauze, aber stets ruhig und sachlich, zudem ausführlich. Auf dem Rasen ist das anders. Dort redet der 35-Jährige quasi wie am Fließband. Laut und mit kurzen, aber klaren Ansagen („Zeit“, „lang“) dirigiert, lobt, kritisiert und treibt er an. In Pandemie-Zeiten ohne echte Anfeuerung von den Rängen ist das für die wenigen Stadionbesucher oder die Livestream-Zuschauer gut zu hören.

Am Freitag bei der letzten Partie der Saison zu Hause gegen die Reserve des Erstligisten FSV Mainz 05 (19 Uhr) wird Flauder die Phonzahl jedoch deutlich erhöhen müssen, um Gehör zu finden. Zumindest drei der vier Tribünen des Stadions auf dem Bieberer Berg werden dann erstmals seit mehr als acht Monaten wieder gefüllt sein. Nur teilweise, aber immerhin mit bis zu 3000 Zuschauern. Für Flauder ist das kein Problem. Im Gegenteil. Die Vorfreude sei auch innerhalb des Teams groß. Mannschaft und Fans hätten sich das gemeinsame Erlebnis verdient, meint er. Und vielleicht gibt die Partie ja auch einen Vorgeschmack darauf, „wie es kommende Saison mit hoffentlich noch mehr Fans sein wird“.

Die Geräuschkulisse habe auf seine Art, sich einzubringen, keinen Einfluss, betont Flauder. „Das einzige, was sich für mich ändert, ist, dass ich nicht bis in den Sturm zu hören sein werde. Aber die Viererkette versteht mich.“ Ohnehin ist er der Meinung, dass sich das Team auch insofern entwickelt hat, dass es „mehr kommuniziert“. Aber nicht nur in diesem Punkt sieht der OFC-Kapitän die Kickers auf Kurs. 84 Punkte aus bislang 41 Spielen seien „nicht schlecht“, so Flauder: „Es waren einige gute Sachen dabei.“ Beispielsweise die Defensive, die erst 32 Tore zuließ. Das ist mit Abstand der Ligabestwert, zu dem Flauder (spielte 20-mal zu null) einen erheblichen Teil beitrug. Er selbst will das aber nicht überbewerten. Man könne hinten nur gut spielen, wenn man bereits vorne gut verteidigt. Und umgekehrt: „Es geht nur zusammen.“

Seine Leistungen in dieser Saison seien „okay“ beziehungsweise „nicht schlecht“ gewesen: „Aber es geht noch besser.“ Das gilt für das gesamte Team. Nach der Saison müsse man alles auswerten, sehen, wo man sich steigern muss, „und das dann auf die kommende Spielzeit übertragen“. In zwei Bereichen wird eine Steigerung 2021/22 kaum möglich sein. Wie Flauder ankündigte, will der OFC unbedingt den Status als beste Heimmannschaft (aktuell punktgleich mit Freiburg II, aber in der Tordifferenz um einen Treffer besser) verteidigen und die Spielzeit zudem als das beste Team der Rückrunde abschließen. Dafür müssten die Kickers aber noch einen Punkt und sechs Treffer auf die SV Elversberg gutmachen. Sollten die Saarländer bei Absteiger Bayern Alzenau patzen, ist für den OFC sogar noch die Vizemeisterschaft möglich. Denn auch hier beträgt der Rückstand lediglich einen Zähler.

Einen ersten Platz hat Flauder so gut wie sicher - mit Teamkollege Sebastian Zieleniecki. Die zwei Kickers-Spieler sind ligaweit die einzigen Akteure, die diese Saison bisher jede Sekunde auf dem Feld standen - also beide 3690 Minuten. Bei Zieleniecki ist das sogar noch beachtlicher, da dem Verteidiger seit Januar eine Gelbsperre drohte. (Von Christian Düncher)

Zeigen, dass auf OFC und Fans Verlass ist

Die Offenbacher Kickers weisen die Zuschauer darauf hin, dass beim Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 II am Freitag (19 Uhr) corona-bedingt besondere Regeln gelten. Durch deren Einhaltung könne man zeigen, dass auf den OFC und dessen Fans Verlass ist, und dazu beitragen, dass bei künftigen Spielen noch mehr Einschränkungen wegfallen, heißt es. So wurde erneut betont, dass im gesamten Stadionbereich Maskenpflicht gilt. Zudem müssen „Gesundheitsnachweise“ (negativer Covid-19-Test, vollständige Impfung oder Genesung) im Original mitgebracht werden. Eine Kopie reicht demnach nicht. (cd)

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