Kickers Offenbach

OFC: Mainderby für Ristic ein „offenes Spiel mit besonderer Brisanz“

Aushilfs-Innenverteidiger: Jayson Breitenbach (rechts, gegen Balingens Jonas Fritschi) wird im Derby beim FSV Frankfurt wohl wieder im OFC-Abwehrzentrum spielen.
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Aushilfs-Innenverteidiger: Jayson Breitenbach (rechts, gegen Balingens Jonas Fritschi) wird im Derby beim FSV Frankfurt wohl wieder im OFC-Abwehrzentrum spielen.

Die aktuellen Zahlen sprechen in der Fußball-Regionalliga vor dem Nachbarduell zwischen dem FSV Frankfurt und Kickers Offenbach klar für den OFC, doch dessen Trainer wischt das zur Seite. Er hofft auswärts auf eine Heimspiel-Atmosphäre und fordert eine Top-Leistung.

Offenbach – Fast auf den Tag genau sechs Monate liegt das letzte Spiel zwischen den Offenbacher Kickers und dem FSV Frankfurt in der Fußball-Regionalliga Südwest zurück. Die Begegnung am Bornheimer Hang (0:0) war seinerzeit ein Verfolgerduell. Der Sechste empfing den Dritten. Am Sonntag (14 Uhr) treffen beide Teams abermals aufeinander - an gleicher Stelle.

Diesmal ist es allerdings ein Duell der Gegensätze. Während der OFC damals wie heute oben mitmischt und als Tabellenvierter aussichtstreich im Titelrennen liegt, ist aus dem FSV, der vergangene Saison phasenweise die Tabelle angeführt hatte, ein Team geworden, das als 17. gegen den Abstieg kämpft.

In Dominik Nothnagel, Luca Bazzoli (beide VfB Stuttgart II) und Jesse Sierck (KFC Uerdingen) verlor der Klub drei Stammkräfte aus der Defensive, zudem wurde man sich mit Topvorbereiter Steffen Straub (vereinslos) nicht über eine Verlängerung einig. Und von den verbliebenen Leistungsträgern fielen immer wieder welche verletzt aus, wie Torwart Daniel Endres oder Denis Mangafic. Dem FSV gelang es nicht, das zu kompensieren. Anders die Kickers. „Immer, wenn etwas wegbricht, wenn uns Spieler verlassen oder gesperrt sind, springt jemand ein. Wir sind immer in der Lage, zu reagieren. Was die Jungs machen, ist ihnen gar nicht hoch genug anzurechnen“, lobte Kickers-Trainer Sreto Ristic unlängst und zollte seinen Spielern „Riesenrespekt“. Ohnehin: „Ich bin stolz, hier Trainer sein zu dürfen.“

Die Verletzungsmisere hat beim OFC in der Tat extreme Ausmaße erreicht. Neben Angreifer Elia Soriano (Kreuzbandriss) erwischte es bereits drei Innenverteidiger: zuerst Malte Karbstein (Sehnenentzündung), dann Moody Chana (Achillessehnenriss) und im letzten Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II (3:1) Osarenren Okungbowa, der jedoch mit muskulären Problemen wohl nur kurz ausfällt. Gegen Frankfurt muss er ersetzt werden. Der erste Kandidat ist Jayson Breitenbach, der gegen Stuttgart bereits für den Österreicher ins Spiel gekommen war. In der Woche zuvor hatte er links in der Abwehr den gesperrten Ronny Marcos ersetzt. „Das meinte ich damit, als ich sagte, wie die Jungs das wegstecken. Sie fragen nicht großartig wie, was oder wo. Sie nehmen es einfach an und fighten für die Truppe und den Verein Das ist außergewöhnlich.“

Breitenbach, der zu Beginn der Saison rechts in der Abwehr gesetzt war, den Platz aber an Maik Vetter verloren hat, habe seine Sache in den rund 30 Minuten gegen Stuttgart „gut gemacht“, lobte Ristic. Das habe auch für die Partie zuvor in Großaspach gegolten, da sei es jedoch aufgrund der 2:3-Niederlage etwas untergegangen.

Es war die einzige Pleite in den vergangenen acht Spielen. Dem stehen sieben Siege gegenüber. Der FSV holte im gleichen Zeitraum nur acht von 24 möglichen Zählern (zwei Siege, zwei Remis, vier Niederlagen). Den OFC-Coach interessiert diese Statistik jedoch nicht: „Es spielt keine Rolle, was in den vergangenen Wochen passiert ist. Das wird alles zur Seite gelegt.“ Man gucke auch nicht auf die Tabelle, sie habe wenig Aussagekraft und müsse vor einem Derby erst recht ausgeblendet werden. Es sei „ein komplett offenes Spiel“ und zudem eines „mit besonderer Brisanz“, betont der Trainer. „Ich hoffe, dass unsere Fans die Partie zu einem Heimspiel machen, so wie sie es in Großaspach gemacht hatten. Dort hatten wir eine Riesenunterstützung.“ In erster Linie werde man aber auf dem Spielfeld „eine Top-Leistung brauchen“, weiß Ristic.

Einer, der zuletzt regelmäßig stark aufspielte, ist Denis Huseinbasic. Dass er erst 20 Jahre alt ist, merkt man dem Mittelfeldspieler nicht an. Sogar ein TV-Sender berichtete kürzlich über das Eigengewächs. Huseinbasic hat zwar noch einen Vertrag bis 2023. Ob der eine Ausstiegsklausel beinhaltet, ist nicht bekannt. Aber die wäre eventuell gar nicht nötig, falls das Angebot stimmt. Deutsche U23-Spieler sind bekanntlich begehrt. Und beim letzten Heimspiel waren auffallend viele Scouts im Stadion. Thomas Sobotzik gibt sich aber gelassen. „Bei Spielen der zweiten Mannschaft sind immer viele Beobachter da“, sagte der OFC-Geschäftsführer . Zudem fanden in den oberen drei Ligen wegen der Länderspielpause keine Partien statt. Daher bot sich das Spiel in Offenbach zur Beobachtung an. (Von Christian Düncher)

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