Kickers Offenbach

OFC: Mehr Qualität, mehr Möglichkeiten

Alles im Blick: OFC-Cheftrainer Sreto Ristic (links) und dessen Assistent Marijan Kovacevic (Mitte) werden bei ihrer Arbeit ab dieser Saison von Bernd Winter (rechts) unterstützt. Der Teammanager der Offenbacher Kickers und Ex-Profi war unter Tomas Oral einst Co-Trainer beim FSV Frankfurt und beim Karlsruher SC.
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Alles im Blick: OFC-Cheftrainer Sreto Ristic (links) und dessen Assistent Marijan Kovacevic (Mitte) werden bei ihrer Arbeit ab dieser Saison von Bernd Winter (rechts) unterstützt. Der Teammanager der Offenbacher Kickers und Ex-Profi war unter Tomas Oral einst Co-Trainer beim FSV Frankfurt und beim Karlsruher SC.

Sreto Ristic, Trainer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, ist mit dem Kader „sehr zufrieden“, zumal dieser mehr Qualität und mehr Möglichkeiten biete. Die Kapitänsfrage ist auch geklärt.

Offenbach – Seinen Job empfindet Sreto Ristic als intensives Hobby. „Ich tue, was ich liebe. Es kommt mir nicht unbedingt wie Arbeit vor“, sagt der Trainer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach. „Ich mache das jeden Tag sehr gerne, auch wenn es ab und zu anstrengend ist.“

Anstrengend waren für den 45-Jährigen vor allem die vergangenen Wochen. Während seine Spieler im Urlaub entspannten, ging Ristic unter die Autoren. „Drei, vier freie Wochen reichen mir normalerweise, um abzuschalten. Dieses Mal musste ich allerdings noch die Abschlussarbeit schreiben“, berichtet der angehende Fußballlehrer. Er hatte eigentlich gehofft, „es etwas länger herausziehen zu können“, aber Abgabeschluss war am 9. Juli, dem Tag, an dem beim OFC Trainingsauftakt war. „Ich musste mich daher etwas reinknien, aber jetzt ist alles erledigt“, zeigte sich Ristic erleichtert.

Knapp 100 Seiten umfasst die Abschlussarbeit. Das Thema? „Es war sehr allgemein. Ich musste alles, was ich über Fußball weiß, auf Papier bringen“, berichtet der Ex-Profi. „Meine Philosophie, meinen Stil, wie ich die Saisonvorbereitung angehe und so weiter.“ Beim OFC kann Ristic, der seit dem Jahreswechsel im Amt ist, dies nun erstmals als Cheftrainer in der Praxis umsetzen. Und er wird dabei auch auf die Besonderheiten achten müssen, die die vergangene „Corona-Saison“ mit sich brachte. „Wir haben ein paar Jungs dabei, die seit Ende Mai keinen Fußball mehr gespielt haben“, sagte der Coach mit Blick auf die Zugänge aus der 3. Liga. In der Regionalliga Südwest gab es hingegen 42 Partien pro Team, sodass die Runde erst am 11. Juni zu Ende ging.

„Wir haben den Jungs bewusst vier Wochen Urlaub gegeben, weil es keine normale Saison war“, stellt Ristic klar. „Sie sollten hungrig zum Beginn der Vorbereitung kommen. Sie wird grundsätzlich nicht anders sein als sonst. Wir werden versuchen, die fünfeinhalb Wochen durchzuziehen, so wie man das sonst auch tun würde.“

Nach dem lockeren Auftakt am Freitag (Ristic: „Das war ein Kennenlernen mit etwas Ballberührung“) wird eine Woche erst Mal viel im Kraft- und Ausdauer-Bereich gearbeitet. Dann folgt der erste Testspielblock mit den Partien gegen den VfB Ginsheim (17.7), SC Hessen Dreieich (21.7.), Bergisch-Gladbach 09 (24.7.) und RW Essen (29.7.). „Und danach geht es ja ruckzuck“, meint Ristic, der mit seinem Team vom 1. bis 8. August ein Trainingslager in Opalenica (Polen) absolvieren wird. Am zweiten August-Wochenende ist Ligastart.

Mit dem Kader ist der OFC-Coach „sehr zufrieden“, obwohl unter Umständen noch bis zu drei weitere Zugänge kommen sollen. „Wir haben versucht, die vergangene Saison zu analysieren und auf gewissen Positionen ein bisschen mehr Qualität zu holen. Wir wollen versuchen, uns Stück für Stück zu verbessern. Und das geht nur, wenn wir unser Spiel verbessern.“

Sechs Spieler sind bislang gekommen - für alle Mannschaftsteile. Im Tor soll David Richter (Union Fürstenwalde) der unumstrittenen Nummer eins Stephan Flauder (Ristic: „Er ist auch als Persönlichkeit wichtig für uns und wird Kapitän bleiben.“) Druck machen. Für die Abwehr kamen Moody Chana (VfB Lübeck, zentral) und Rückkehrer Jayson Breitenbach (1.FC Saarbrücken, außen), für das defensive Mittelfeld Osarenren Okungbowa (VfB Lübeck) sowie für den Angriff Lucas Hermes (FSV Mainz 05 II) und Dejan Bozic (SV Meppen). Daraus ergeben sich auch neue taktische Möglichkeiten, wie Ristic betonte.

So seien die zwei Zugänge für den Angriff „andere Typen“ als die bisherigen Stürmer. Hermes kann auch außen spielen. Und 1,94-Meter-Mann Bozic, den Ristic aus seiner Zeit beim Chemnitzer FC kennt, sei trotz seiner Größe beweglich, habe eine gewisse Geschwindigkeit und bringe Torgefährlichkeit mit. „Vergangene Saison konnten wir nicht unbedingt mit einer Doppelspitze spielen, da wir eher nur Stoßstürmer hatten, die sich in der Box wohlfühlen, aber eher statisch unterwegs sind.“

Die Konkurrenz hat den OFC jedenfalls auf dem Zettel. Horst Steffen, Trainer von Vizemeister SV Elversberg, zählt neben seinem Team jedenfalls auch Offenbach und Ulm zum Favoritenkreis. „Ich schätze Horst Steffen sehr. Er ist ein Fachmann“, sagt der „Schüler“ über seinen Ex-„Lehrer“. Mehr gebe es dazu aber nicht zu sagen.

Der Spielplan will es so, dass die Kickers bereits am zweiten Spieltag in Elversberg gastieren und am vierten Ulm empfangen. „Das ist spannend, aber wir werden ohnehin gegen alle spielen müssen. Aber das ist für mich alles noch so fern. Ich bin langsam in einem Alter, in dem ich sagen kann: Mich interessieren nur die nächsten eins, zwei Tage.“ Alles anderen könne er ja ohnehin nicht beeinflussen. „Wie oft habe ich schon geplant und die Pläne dann in den Mülleimer geworfen, weil sich Sachen verändert haben. Wir werden jedes Spiel so angehen, wie wir das auch schon in der Vergangenheit getan haben. Wir werden versuchen, uns gut vorzubereiten und den Fokus auf das jeweils nächste Spiel zu legen.“ (Von Christian Düncher)

Neue Aufgaben für Berndroth und Winter

Überraschung beim Trainingsstart der Offenbacher Kickers: Ramon Berndroth (69), bisher Teil des Trainerteams, sah nur von außen zu, während Teammanager Bernd Winter (49), eigentlich der Mann fürs Administrative, auf dem Rasen Chefcoach Sreto Ristic und dessen Assistent Marijan Kovacevic unterstützte. Wie der OFC mitteilte, ist Winter nun zweiter Co-Trainer. Chefscout Berndroth zieht sich aus dem Trainerteam zurück und übernimmt als Koordinator die Abstimmung zwischen der Jugend im Leistungszentrum und der Profimannschaft. Winter habe die Leitung des „OFC Kids Camp“ ab- und einen Großteil der Aufgaben als Teammanager an Zeugwart Alex Seitz übergeben, erklärte OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik. (cd)

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