Kickers Offenbach

OFC: Mit „elf Kämpfern“ Fluch gebannt

Rot-weiße Wand: Für den SSV Ulm 1846 (schwarze Trikots) gab es in Offenbach kein Durchkommen. Hier klärt Denis Huseinbasic (vorne) vor Adrian Beck. Tim Dierßen (links) und Malte Karbstein (rechts) müssen nicht eingreifen.
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Rot-weiße Wand: Für den SSV Ulm 1846 (schwarze Trikots) gab es in Offenbach kein Durchkommen. Hier klärt Denis Huseinbasic (vorne) vor Adrian Beck. Tim Dierßen (links) und Malte Karbstein (rechts) müssen nicht eingreifen.

Bei Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach herrscht trotz des ersten Sieges gegen ein Top-sechs-Team nicht nur eitel Sonnenschein. Die Personalsituation bereitet Sorgen. Zudem beklagt Trainer Sreto Ristic auch mit Blick auf die Schiedsrichter den fehlenden Heimvorteil.

Offenbach – So emotional hat man Sreto Ristic selten jubeln gesehen. Im Verfolgerduell der Fußball-Regionalliga Südwest zwischen Kickers Offenbach und dem SSV Ulm 1846 lief die 26. Minute, als der OFC-Trainer den auf ihn zustürmenden Torschützen Maik Vetter innig umarmte, alle abklatschte, die in seiner Nähe waren, und danach die Faust reckte. Der „Topspiel-Fluch“ sei nur für die Medien ein Thema gewesen, betonte der 45-Jährige. Dennoch war den Kickers die große Bedeutung der Partie anzumerken. Zumal der glückliche, aber nicht unverdiente 1:0 (1:0)-Erfolg dem OFC im Titelkampf neue Perspektiven eröffnet.

Es war im achten Versuch endlich der erste Sieg gegen ein Team aus den Top sechs. Damit lösten die Kickers die „Spatzen“, die seit Einführung der Regionalliga Südwest alle sechs Spiele in Offenbach verloren haben, als beste Mannschaft des Jahres ab. In der Tabelle überflügelte der OFC nicht nur Ulm, sondern auch den TSV Steinbach Haiger (1:1 gegen Pirmasens) und ist nun Zweiter. Da Spitzenreiter SC Freiburg II bei der TSG Balingen 1:0 siegte, beträgt der Rückstand auf Platz eins zwar weiter sechs Zähler. Auf die Breisgauer wartet am Wochenende mit der Partie gegen Steinbach jedoch eine schwere Aufgabe.

Ristic wollte sich nicht zur Situation an der Tabellenspitze äußern, war aber überglücklich. Zumal seine Taktik gegen Ulm aufgegangen war. Weil sein Team im Gegensatz zum Gegner unter der Woche eine Partie absolviert hatte und Ristic um die „enorme Wucht“ der „Spatzen“ wusste, hatte er ihnen bewusst etwas die Kontrolle überlassen. Rund um den Strafraum aber verteidigten die Kickers konsequent, sodass Ulm mit Ausnahme einer frühen Konterchance durch Rochelt (8., der nach Knöchelverletzung in die Anfangself zurückgekehrte Ronny Marcos klärte auf der Linie) nur aus der Distanz zum Abschluss kam. Richtig gefordert war OFC-Torhüter Stephan Flauder lediglich bei einem abgefälschten Schuss von Rochelt, den er stark um den Pfosten lenkte.

„Wir haben die wichtigen Räume so besetzt, dass der Gegner wenig Möglichkeiten hatte“, stellte Ristic zufrieden fest. „Ein paar Sachen mussten wir auch überleben, aber wir haben es hervorragend angenommen und uns in jeden Ball reingeschmissen.“ Oder wie Marcos es formulierte: „Wir hatten heute elf Kämpfer auf dem Platz.“

Spielerisch habe sein Team nicht die beste Leistung gezeigt, gab Ristic zu. Dennoch kam der OFC zu einigen Chancen, hatte sogar die besseren als Ulm. Elia Soriano köpfte völlig frei vorbei (16.), dann brachten im Anschluss an einen Freistoß Malte Karbstein, Florent Bojaj und Vetter den Ball aus kurzer Distanz nicht im Tor unter. In der zweiten Hälfte, als die „Spatzen“ vehement auf das 1:1 drängten, zirkelte Tunay Deniz einen Freistoß knapp vorbei und Sebastian Zieleniecki köpfte daneben. Ulm hatte zwar wesentlich mehr Spielanteile, es blieb aber beim 1:0. Zur Verärgerung Holger Bachthalers. „Es hat nicht die bessere, sondern die effektivere Mannschaft gewonnen“, resümierte der Ulmer Trainer. „Besser als wir kann man in Offenbach nicht Fußball spielen. Das Ergebnis ist sehr ärgerlich. Wir hätten mehr verdient gehabt als null Punkte und wären auch mit einem Unentschieden nicht zufrieden gewesen.“

Den Kickers war es egal. Sie freuten sich über den 16. Sieg im 30. Saisonspiel. Dieser war aber teuer erkauft. Deniz und Bojaj sahen die zehnte beziehungsweise fünfte Gelbe Karte und sind daher für die Partie am Samstag (14 Uhr) beim FC Gießen gesperrt. Vor allem die Verwarnung für Bojaj war umstritten. „Heimspiele sind für uns aktuell kein Vorteil“, so Ristic. Schiedsrichter David Scheuermann (Winnweiler) habe gefühlt in zwei Drittel der Szenen gegen den OFC entschieden. Außerdem droht der Ausfall von Lucas Albrecht, der als Sechser überzeugte, aber verletzt raus musste. Ein Band im Knöchel ist gerissen, so Geschäftsführer Thomas Sobotzik. Heute soll eine genaue Untersuchung zeigen, ob die Syndesmose betroffen ist. Falls nicht, besteht Hoffnung auf einen Einsatz in Gießen. (Von Christian Düncher)

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