Kickers Offenbach

OFC: Mit Geduld, Kontrolle und Selbstvertrauen gegen Pirmasens

Zurückgekämpft: Maik Vetter (links, im Heimspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach) ist bei Kickers Offenbach aktuell gesetzt. Rechts hinten vertrat er Marco Fritscher (nach Verletzung wieder im Training) zuletzt sehr gut.
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Zurückgekämpft: Maik Vetter (links, im Heimspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach) ist bei Kickers Offenbach aktuell gesetzt. Rechts hinten vertrat er Marco Fritscher (nach Verletzung wieder im Training) zuletzt sehr gut.

Obwohl der FK Pirmasens, den Kickers Offenbach am Samstag in der Fußball-Regionalliga Südwest empfängt, zuletzt 1:7 verlor, rechnet OFC-Trainer Sreto Ristic mit einem schwierigen Spiel. Auch Verteidiger Lucas Albrecht warnt vor dem Klub aus der „Schuhstadt“.

Offenbach – Wäre Fußball berechenbar, stünde der Sieger des Regionalliga-Duells zwischen Kickers Offenbach und dem FK Pirmasens (Samstag, 14 Uhr) längst fest. Die Pfälzer, deren für Mittwoch geplante Partie gegen den FC Bayern Alzenau witterungsbedingt verlegt worden war, knabbern immer noch an ihrer jüngsten 1:7-Pleite bei der SG Sonnenhof Großaspach, die wiederum zuletzt mit 1:3 in Offenbach verlor. Eine klare Sache also für den 2021 noch unbesiegten OFC, oder?

Sreto Ristic stuft die Situation erwartungsgemäß anders ein. „Das wird keine einfache Aufgabe“, warnt der Trainer der Offenbacher Kickers und liefert die Begründung gleich hinterher. Die deutliche Pleite in Großaspach sei „untypisch“ für den FK Pirmasens, der normalerweise „auswärts ordentlich punktet“. In der Tat holten die „Schuhstädter“ 19 ihrer 25 Zähler in der Ferne. „In der Auswärtstabelle sind die Vierter und damit sogar besser als wir“, weiß Ristic, dessen Mannschaft in diesem Ranking mit 17 Punkten Fünfter ist, allerdings bei einem Spiel weniger. In Kombination mit der jüngsten 1:7-Pleite des FKP in Großaspach ergibt das eine durchaus gefährliche Mixtur, meint der Kickers-Trainer: „Ich glaube, die werden eine Reaktion zeigen.“

Innenverteidiger Lucas Albrecht erinnert zudem daran, dass die letzten Heimspiele gegen Pirmasens „nicht so berauschend“ waren. Das ist sogar noch recht wohlwollend formuliert. Zuletzt gab es lediglich ein 0:0, davor sogar eine 0:1-Niederlage. Und auch beim Hinrundenspiel der aktuellen Saison taten sich die Kickers lange schwer. Das 1:0 für den OFC fiel erst nach einer knappen Stunde und der Treffer zum 2:0-Endstand in der Nachspielzeit.

„Pirmasens ist sehr gut im Spiel gegen den Ball. Die darf man nicht unterschätzen. Da muss man geduldig bleiben“, warnt Albrecht, fügt aber zugleich an: „Wir müssen mit dem Selbstbewusstsein auftreten, dass wir dann, wenn wir alles abrufen, die bessere Mannschaft sind.“ Dass der OFC dieses Selbstbewusstsein hat, haben die jüngsten Erfolge in Bahlingen (6:1) und gegen Großaspach (3:1) gezeigt. „Mit Siegen ist alles einfacher. Wenn man gewinnt, ist die Stimmung auch immer positiv. Wir können gerne so weitermachen“, so Albrecht.

Sollten die Kickers erneut gewinnen, wäre Ristic in einer club-internen Regionalliga-Bilanz mit Oli Reck gleichgezogen, der in den ersten sieben Spielen als OFC-Trainer unbesiegt blieb. Derlei Dinge interessieren Ristic aber ebenso wenig wie die Frage, ob sich angesichts der immer stärkeren Belastung langsam die Profis- von den Amateurteams abzusetzen beginnen. Mit solchen Dingen beschäftige er sich nicht, betont der 45-Jährige immer wieder: „Wir versuchen, auch dieses Spiel so zu gestalten, dass wir die Kontrolle haben und es zur Not in der 90. Minute entscheiden.“

Doch die Witterungsbedingungen schränken die Vorbereitungsmöglichkeiten weiter ein. Am Dienstag stand vormittags Krafttraining an, bevor es auf den Kunstrasen ging. Der Mittwoch hielt immerhin eine Einheit auf Naturrasen bereit, ehe abermals auf dem künstlichen Grün geübt wurde. Ristic will jedoch nicht klagen. Die Kickers haben sich längst mit dieser Situation arrangiert.

Erstmals auf dem Platz dabei war Abu Bakarr Kargbo. Der als Torjäger verpflichtete Stürmer hatte sich während der Saisonvorbereitung das Kreuzband gerissen, musste operiert werden und hatte zuletzt in der Reha für sein Comeback geschuftet. Ob er noch in dieser Saison sein Pflichtspiel-Debüt für die Kickers geben wird, ist jedoch offen. Ristic hatte kürzlich betont, dass auf Kunstrasen oder sogar in der Halle die Gefahr einer erneuten Verletzung groß sein. Und so wird man Kargbo wohl sehr behutsam heranführen.

Nach Verletzung ebenfalls wieder im Training dabei ist Marco Fritscher, der sich vor drei Wochen einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hatte. Ein Comeback gegen Pirmasens ist aber unwahrscheinlich. Zumal Vertreter Maik Vetter seine Sache zuletzt sehr gut gemacht hatte. (Von Christian Düncher)

Pechvogel Pluntke verlässt OFC im Sommer

Sein Abgang steht fest, obwohl er noch kein einziges Pflichtspiel für Kickers Offenbach absolviert hat: Maurice Pluntke (27), der im Januar 2020 als Hoffnungsträger für die Abwehr verpflichtet worden war, aber verletzungsbedingt bislang nur ein paar Testspielminuten verbuchte, schließt sich nach der Saison dem ambitionierten Oberligisten 1.FC Bocholt an. Den gebürtigen Mönchengladbacher zieht es damit zurück an den Niederrhein, nachdem das Kapitel OFC für ihn von Anfang an einen unglücklichen Verlauf nahm. Der einstige Junioren-Nationalspieler hatte sich bereits in einer der ersten Trainingseinheiten schwer am Knie verletzt. Als er ins Training zurückkehrte, traten erneut Probleme auf. Pluntke sei nun auf dem Weg, seine Form zu finden, sagte Trainer Sreto Ristic: „Wir behandeln ihn wie jeden Spieler, der bei uns unter Vertrag steht.“ (cd)

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