Kickers Offenbach

OFC mit Kontrolle gegen die Krise – Ristic fordert: „Ans Limit gehen“

Nachdenklich: Sreto Ristic (Mitte), Trainer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, steht nach zwei Niederlagen in Folge unter Druck.
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Nachdenklich: Sreto Ristic (Mitte), Trainer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, steht nach zwei Niederlagen in Folge unter Druck.

Die Partie am Samstag beim FK Pirmasens hat für Sreto Ristic, Trainer von Kickers Offenbach, möglicherweise Endspielcharakter. Als Coach ist diese Situation neu für ihn.

Offenbach – Auf diese Premiere hätte Sreto Ristic gerne verzichtet. „Es ist in der Tat so, dass ich als Trainer noch nie so eine Situation erlebt habe“, sagt der Coach des ambitionierten Regionalligisten Kickers Offenbach, der nach 14 Punkten aus neun Spielen und zuletzt zwei Niederlagen in Folge öffentlich in der Kritik steht. Im Boulevard wird in Dirk Lottner (zuletzt Energie Cottbus) sogar schon ein möglicher Nachfolger gehandelt. „Das ist keine schöne Situation für uns alle“, gibt Ristic zu. Vor allem gilt das aber für ihn selbst.

Dass ihm die Führungsriege des OFC nach der jüngsten 0:1-Heimpleite gegen den bis dahin auswärts punktlosen Letzten TSV Schott Mainz öffentlich den Rücken stärkte, freut den 45-Jährigen. „Ich spüre das Vertrauen“, betont er. Dennoch verdichten sich die Anzeichen, dass die Partie am Samstag (14 Uhr) beim FK Pirmasens für Ristic Endspielcharakter hat. Dessen scheint sich der Trainer bewusst zu sein: „Wir sind jetzt gefordert. Wir nehmen das an und sind bereit“, verspricht er.

Kickers Offenbach: Trainer Ristic will „das Ganze erst mal stoppen“

Die Flucht nach vorne wird Ristic in Pirmasens aber nicht ergreifen: „Ich hatte bei meinem Amtsantritt gesagt, dass ich sehr gerne über 90 Minuten die Kontrolle habe. Aber das machen die Gegner mittlerweile mit uns. Sie wissen, was sie gegen uns tun müssen: Verteidigen und warten. Wir werden auf jeden Fall einen Fehler machen, weil wir etwas ungeduldig werden.“

Da stellte sich die Frage, warum der OFC die Herangehensweise nicht ändert, um eben nicht mehr so einfach auszurechnen zu sein. Auch mit sechs Stürmern gewinne man Spiele „nur auf dem Papier“, entgegnet Ristic. „In einer Situation, in der es erst mal um Stabilität geht, sollten wir uns aufs Wesentliche besinnen, auf die Grundtungen: Zweikampfhärte sowie die Bereitschaft, gegen den Ball zu arbeiten.“

Helfen könnte, dass der Tabellen-14. Pirmasens, der zu Hause erst vier Punkte holte, personell arg geschwächt ist. In Daniel Bohl und David Becker (jeweils Gelbsperre) fehlen die zwei Stamm-Sechser, dazu der erkrankte Innenverteidiger Yannick Grieß. Am Freitagabend vermeldete der FKP dann noch drei Spieler und einen Betreuer mit Corona-Infekt. Nach komplett negativen PCR-Tests des übrigen Kaders müssten die anderen Spieler aber nicht in Quarantäne, so dass das Regionalligaspiel gegen den OFC stattfinden könne.

Kickers-Trainer Ristic, der wohl mit Tunay Deniz (Sprunggelenk) und Sebastian Zieleniecki (Hüfte) planen kann, wird bei seiner Personalauswahl wohl auch darauf achten, wer am ehesten dem Druck gewachsen ist. „Wir müssen allgemein lernen, damit umzugehen“, so Ristic. Um die Anhänger wieder zu versöhnen, „müssen wir es besser machen und ihnen zeigen, dass wir wirklich ans Limit gehen“. Dann werden die Fans auch wieder voll hinter dem Team stehen und es unterstützen. Bei der 0:1-Pleite gegen Schott Mainz hatte der OFC-Coach das Gefühl, „dass die Jungs wirklich alles probieren“. Aber offenbar war die Verkrampfung zu groß. Dieses Problem lasse sich nicht auf Knopfdruck lösen, sagte Ristic. „Das ist ein Prozess. Da kann man nicht die Stufen überspringen, sondern muss wieder bei Stufe eins anfangen. Wir müssen kompakt sein, eine Einheit bilden und von der ersten Sekunde an da sein.“

Zumindest als Spieler und Co-Trainer habe er solche Situationen bereits zigmal erlebt, berichtet Ristic. Die Lösung sei immer die gleiche: „Es gibt keinen anderen Weg, als noch enger zusammenzustehen.“ Man müsse „in jeder Situation versuchen, ans Limit zu gehen und alle ins Boot zu holen. Dieses Wir-Gefühl, das uns im letzten Jahr ausgezeichnet hat, muss im Vordergrund stehen.“

Warum die Kickers zuletzt vom Weg abgekommen sind, kann Ristic auch nicht genau erklären. Zu den Gründen gehört auch fehlendes Glück. Aber das kann man sich bekanntlich erarbeiten. Daher gibt sich der Trainer kämpferisch und verspricht: „Wir werden nie aufgeben und alles dafür tun, da rauszukommen. Gemeinsam.“ (Christian Düncher)

Tageskasse für OFC-Fans in Pirmasens, aber Tickets besser online kaufen

Für Fans der Offenbacher Kickers gibt’s bei der Partie in Pirmasens eine Tageskasse (Stehplatz: acht Euro, ermäßigt sechs Euro). Es gilt die Regel „2G+“: Neben Personen, die geimpft oder genesen sind, dürfen auch Ungeimpfte mit einem negativen Testergebnis ins Stadion. Die genaue Anzahl dieser Personengruppe richtet sich nach den geltenden Warnstufen. Es ist daher ratsam, sich vorab online eine Karte zu kaufen. (cd)

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